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Emil Schnurmann aus Unterhaching wurde ebenfalls nach Litauen deportiert und starb am 25. November im KZ.

80 Jahre nach NS-Terror gegen Juden

Die Nazi-Opfer von Kaunas

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Emil Schnurmann, Moritz Levinger und Hugo Strauß: Sie alle kamen aus dem Landkreis München. Und sie alle fanden am selben Tag den Tod, hunderte Kilometer von daheim entfernt.

Landkreis – Es ist grundsätzlich wenig bekannt über Menschen jüdischen Glaubens, die während der NS-Zeit im Landkreis München lebten. Gleichwohl liefert das Münchner Stadtarchiv Informationen zu einzelnen Personen. Auffällig ist, dass immer wieder ein Datum und ein Ort auftauchen: der 25. November 1941 und Kaunas in Litauen. Dort errichteten die Nazis das Konzentrationslager Kauen. Mehrere jüdische Bürger aus dem Landkreis München wurden an diesem Datum im litauischen KZ ermordet.

In der Datenbank zum „Biographischen Gedenkbuch der Münchner Juden 1933 – 1945“ taucht zum Beispiel Hugo Strauß auf. Der selbstständige Kaufmann lebte in der Birkenallee 11 in Pullach. Die Nazis deportierten ihn im November 1941 nach Kaunas. Interessant ist, dass das Ehepaar Laura und Jakob Dreifuß bis August 1939 ebenfalls in der Birkenallee 11 gemeldet war. Es wurde im April 1942 gemeinsam nach Piaski deportiert und für tot erklärt.

Moritz Levinger aus Grünwald ist eines der Nazi-Opfer, das am 25. November im KZ Kauen starb.

Nur wenig mehr weiß man über Moritz Levinger. Der Tabakgroßhändler wohnte zwischen 1933 und 1939 in Grünwald in der Wendelsteinstraße 2. Er betrieb zusammen mit seiner Schwester und deren Ehemann eine Verkaufsstelle für Zigarren, Zigaretten, Rauch-, Kau- und Schnupftabak in der Münchner Bayerstraße 25. Verkaufsfilialen befanden sich in der Pfisterstraße 6 und am Rindermarkt 10. Im Oktober 1938 wurde das Geschäft abgemeldet. Moritz Levinger starb ebenfalls am 25. November 1941 in Kaunas.

In Unterhaching lebte Emil Schnurmann in einem Haus mit der Adresse 106. Er studierte Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg und arbeitete anschließend als Kunsthistoriker. Später musste er Zwangsarbeit verrichten. Er kam 1941 in das Internierungslager in der Münchner Clemens-August-Straße 9. Von dort wurde er ebenfalls nach Kaunas deportiert. Wie Moritz Levinger aus Grünwald und viele andere ermordeten die Nazis Emil Schnurmann am 25. November 1941. 

Die Serie

Das Jahr 1938 markierte einen Wendepunkt für Juden, die noch in Deutschland lebten. Die Nazis terrorisierten jüdische Bürger ins Unermessliche und begannen fortan, das jüdische Leben in Deutschland zu vernichten. Da sich das Jahr 1938 heuer zum 80. Mal jährt, erzählt der Münchner Merkur in einer Serie die Geschichten und traurigen Schicksale von Juden, die im Landkreis lebten.

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