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Heute startet die Sperrung. 

Bürger gehen auf die Barrikaden

Vollsperrung und extraweite Umleitung seit heute: Gefährdet sie sogar Leben?

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Ab heute ist die M11, die Verbindungsstraße zwischen Grünwald und Oberhaching, gesperrt. Die umständliche und zeitraubende Umleitung ist ein Ärgernis. Ein Krankenpfleger warnt sogar: Der Zeitverlust gefährdet das Patientenwohl

Grünwald Die Vollsperrung der M 11, der Verbindungsstraße zwischen Grünwald und Oberhaching, hat die Einwohner beider Gemeinden bereits lange beschäftigt, bevor sie heute startet. Auf Facebook ist eine lebhafte Diskussion darüber entbrannt, warum das Landratsamt die Strecke über Wörnbrunn ausschließlich für den Linienverkehr und für Notdienste freigegeben hat. In dieser Variante könnten die Verkehrsteilnehmer deutlich schneller zwischen den beiden Ortschaften hin und her pendeln als auf der jetzt vorgeschriebenen Umleitung, lautet die Argumentation von Seiten der Facebook-Nutzer.

Geldbuße, wer über Wörnbrunn fährt

Aus dem Landratsamt ist zu erfahren, dass die Strecke via Wörnbrunn aufgrund einiger Engestellen nicht praktikabel wäre. Sprecherin Franziska Herr: „ Es gäbe voraussichtlich große Verkehrsbehinderungen.“ Wer trotz Verbots über Wörnbrunn fährt und erwischt wird, muss 20 Euro Geldbuße bezahlen und an Ort und Stelle wieder umkehren, wie die Polizei auf Nachfrage mitteilt.

Der Grünwalder SPD-Gemeinderat Achim Zeppenfeld hält die Vollsperrung für nicht in Ordnung. Nach seinem Dafürhalten sollten Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen über das Forsthaus Wörnbrunn fahren können. „Der Bus kann es ja auch.“ Den Anwohnern an den Römerhügeln, Laufzorner- und der Sudetenstraße mute man vier Wochen sogar Lkw bis 40 Tonnen zu: „Vor Kurzem ist mir in der Sudetenstraße ein riesiger Autotransporter entgegen gekommen.“

Zeppenfeld ist schon gespannt, „wie viele Verkehrsteilnehmer dann hinter einem Bus (oder auch ohne) trotzdem über das Forsthaus Wörnbrunn fahren.“ Die Polizei hört das gar nicht gerne und hat bereits angekündigt, die Strecke regelmäßig ins Visier zu nehmen. Ausnahmegenehmigungen gibt es über den Linienbus und Notdienste hinaus keine. Auch der ambulante Pflegedienst muss die regulären Umleitungen nutzen.

Krankenpfleger, Masseur und Physiotherapeut Klaus Heun (58) vom Sauerlacher Pflegedienst „LaFe“ wohnt in Grünwald und muss täglich von Berufs wegen drei bis viermal von Grünwald in Richtung Hachinger Tal und umgekehrt. Er und seine Kollegin haben in Grünwald ein Dienstfahrzeug stehen. Zeitnah müssen sie an die Senioren Tabletten geben, Insulin spritzen und vieles mehr. Teilweise ist Gefahr in Verzug. „Und wird es unmöglich, die engen Zeitfenster im ambulanten Pflegedienst einzuhalten, wenn wir die die langen Wege über Harlaching oder Straßlach fahren müssen.“ Gerade jetzt seien viele Kollegen im Urlaub und der Dienstplan eng getaktet.

Pflegedienst sieht Patienten in Gefahr

Die Patienten müssen während Sperrung massive Zeitschwankungen in Kauf nehmen. Gerade im Bereitschaftsdienst muss sich Klaus Heun um akute Fälle kümmern. „Wenn einem MS-Patienten schlecht ist und er sich nicht mehr im Stuhl halten kann, dann sollten wir schnell vor Ort sein.“ Er hat kein Verständnis dafür, warum man die Straße über Wörnbrunn zumacht. „Sonst wird in Grünwald doch auch alles innerorts umgeleitet.“

Er bemüht sich um eine Ausnahmegenehmigung, um den kurzen Weg über Wörnbrunn nehmen zu können. Dafür ist die Grünwalder Polizei nicht zuständig. Er muss sich an das Landratsamt wenden. Gute Chancen darf er sich nicht ausrechnen. Franziska Herr: Für Pflegedienste gibt es keine Ausnahme.“

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