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Skepsis auf dem Weg zum Mehrfamilienhaus

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Von: Marc Schreib

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Ein Bauarbeiter steht auf einem Gerüst auf einer Baustelle.
In der Nibelungenstraße in Grünwald soll ein Mehrfamilienhaus entstehen © Symbolfoto/Daniel Reinhardt/dpa

Die Gemeinde Grünwald hat vor einiger Zeit ein Wohnhaus in der Nibelungenstraße gekauft. Es soll abgerissen und an dessen Stelle ein Mehrfamilienhaus mit fünf Wohnungen plus Tiefgarage gebaut werden.

Grünwald - Bereits in der Oktobersitzung hatte sich der Gemeinderat damit beschäftigt und beschlossen, die Angebote von fünf Architektenbüros einzuholen. Wie sich in der jüngsten Sitzung herausstellte, ist der wirtschaftlichste Bieter das Ingenieurbüro Steininger mit einer Angebotssumme von rund 131 000 Euro. Die Summe ist deshalb so niedrig, weil in mehreren Leistungsphasen Rabatte gegeben wurden. Noch ist unbekannt, wie groß genau das Gebäude wird, welches Aussehen oder welche ökologische Qualität es haben wird.

Ingrid Reinhart-Maier (Grüne) hatte zunächst eine Verständnisfrage zur Minderung der Honorarsumme – der Auftakt zu einer heiklen Diskussionsrunde: „Was hat es denn für eine Bedeutung, wenn der Architekt das Gebäude kennt, wo es doch abgerissen wird?“ Der Grund für eine Minderung der Angebotssumme erschien ihr daher fragwürdig. Außerdem habe die Grünen-Fraktion in der vergangenen Sitzung zwei andere Bieter genannt, damit hier an der Stelle in der Nibelungenstraße ein ökologisches Haus mit Vorbildcharakter entsteht. Sie hätte gerne Fachleute beauftragt, die sich auf dieses Gebiet spezialisiert haben. Auch Achim Zeppenfeld (SPD) hätte für sinnvoll erachtet, nachhaltig zu bauen.

Konkrete Umsetzung bestimmt der Bauausschuss

Allerdings hat sich der Gemeinderat durch die Auswahl des Büros keineswegs auf eine Bauweise festgelegt. Wie ökologisch sie ausfällt, das liegt weiterhin in den Händen der Kommunalpolitiker, wie Tobias Brauner (PBG) betonte. Der Bauausschuss kümmert sich im Folgenden um die konkrete Umsetzung.

Gerhard Sedlmair (CSU) konnte die Argumente der SPD und der Grünen nicht nachvollziehen. Schließlich habe man ein günstiges Angebot erhalten: „Warum wird hier ein Rabatt hinterfragt?“ Schließlich sei für einen Geschäftsmann und seine Arbeitsweise selbstverständlich, dass man bei einem Kunden ums Eck eher einen Rabatt gebe, bevor man durch die halbe Stadt fährt. Selbstverständlich habe das Büro Steininger die Kompetenz, ein Gebäude ökologisch zu konstruieren.

Was ist fairer Wettbewerb?

Hier entwickelte sich ein emotionales Wortgefecht darüber, was unter einem fairen Wettbewerb zu verstehen sei. Michael Ritz (FDP) sprach von einer Farce, „wenn die Gemeinde von einer ehemaligen CSU-Gemeinderätin ein Grundstück kauft, und ein Grünwalder CSU-Gemeinderat (Alexander Steininger) erhält den Architektenauftrag. Beides locker mit der Mehrheit der CSU im Gremium.“

Bürgermeister Jan Neusiedl (CSU) wollte die Diskussion auf eine sachliche Grundlage stellen. Die Gemeinde habe von einer Grünwalder Bürgerin das Grundstück zu einem fairen Preis angeboten bekommen und den Kauf einstimmig beschlossen, nicht etwa nur mit den Stimmen der CSU. Dann habe man einstimmig fünf Architekten ausgesucht, die ein Angebot abgeben durften. Das Verfahren sei transparent gewählt und durchgeführt worden. Der wirtschaftlichste Anbieter habe sich durchgesetzt.

Vorgehensweise rechtlich zulässig

Für Ingrid Reinhart-Maier war das Thema noch nicht ausdiskutiert. Es gehe um einen Wettbewerb und eine Ausschreibung. Nicht darum, wo ein Architekt wohnt. „Mich ärgert die Begründung des Rabatts, mit dem Argument, dass man Haus und Grundstück kennt. Das ist unfair.“ Oliver Schmidt (PBG) hielt das Wettbewerbsergebnis gar für verfälscht durch individuelle Rabattierungen. „Für mich ist das eine gesetzte Vergabe.“

In jedem Fall ist die Vorgehensweise rechtlich zulässig. Daran zweifelte kein Gemeinderat. Auch nicht an den bisherigen einwandfreien Leistungen des Architekturbüros Steininger, die sich immer im Kostenrahmen bewegten. Der wirtschaftlichste Anbieter bekam schließlich mit 15:7 Stimmen den Zuschlag. Alexander Steininger durfte wegen persönlicher Beteiligung nicht abstimmen.

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