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Mit Winfried Traub verliert die Gemeinde Grünwald eine weitere Persönlichkeit, die das Ehrenamt intensiv pflegte.

Nachruf

„Seine Stimme galt dem Handwerk“

Grünwald – So lange es ging, ist Winfried „Winni“ Traub seinen Gewohnheiten treu geblieben. Werktags ging der 73-Jährige regelmäßig in die Arbeit. Und sonst galt die Zeit seiner geliebten Frau Diddi (64), die eigentlich Maria-Elisabeth Philipps-Traub heißt. Doch im Sommer wurde er auf einmal krank.

Stück für Stück ließen seine Kräfte nach. Mit Wasser im Bauch musste er ins Krankenhaus, wo er kurz darauf verstarb. An seinem Sterbetag war seine Ehefrau noch bei ihm. Da zeichnete sich der Tod ganz und gar nicht ab. Winni aß wieder an jenem Freitag, freute sich auf die Krimisendungen am Abend. In jener Nacht hauchte er in aller Stille sein Leben aus. Vier Tage vor seinem 74. Geburtstag. Viele, die den Verstorbenen kannten, sagen, er war ein ruhiger Mensch. Das war die eine Seite, merkt seine Witwe im Gespräch mit unserer Zeitung an. Ruhig dürfe nicht mit langweilig verwechselt werden. „Sonst hätte ich Winni nicht geheiratet. Mein Mann war ein fröhlicher, lebensbejahender Mensch. Wir hatten immer Humor und viel gelacht.“

32 Jahre lang hielt diese Beziehung, die in gewisser Weise durch die Parteifreien Bürger Grünwalds (PBG) ihren Anfang nahm. Damals war seine Gattin bei ihrem Pferd in Wörnbrunn. Die PBG hatte eine Vorstandssitzung im Forsthaus, und da saßen sie sich am Abend gegenüber. Diddi und Winni lernten sich dort kennen. Wenngleich beide ja in Grünwald wohnten, war der Altersunterschied der Grund, warum sie sich sonst nicht so leicht über den Weg gelaufen sind. Schnell kamen die beiden zusammen. Eine Eheschließung war anfangs kein Thema. Bei ihrem 50. Geburtstag kam das Paar auf Geschenke zu sprechen. Und da hielt Winni um die Hand seiner Diddi an. Am 4. Oktober 2002 wurde der Bund der Ehe vor Bürgermeister Jan Neusiedl geschlossen. Trauzeuge war der gemeinsame Freund Richard Süßmeier. „Eigentlich haben wir ein ganz normales Leben verbracht“, sagt Maria-Elisabeth Philipps-Traub. „Wir haben uns nie gestritten. Ich habe ihn auf Händen getragen.“ Nie ein Thema war es, dass einer etwas für den anderen hätte aufgeben müssen. Deswegen war Traub bis in den Sommer 2016 hinein noch im Geschäft in Oberdill mit tätig. „Er war mit Leib und Seele Spengler, Dachdecker und Installateur.“

Durch und durch war Traub auch ein Feuerwehrler. Fünf Jahre lang war er Vizekommandant, über 40 Jahre aktiver Feuerwehrdienstleistender. 2006 dankte es ihm die Wehr mit der Ehrenmitgliedschaft. „ Winni war ein Kamerad, der da war, wenn man ihn brauchte“, resümiert Kommandant Thomas Lix . „Wenn er was sagte, dann hörte man gerne zu.“

Besonnenheit zeichnete den Verstorbenen auch in seiner Gemeinderatsarbeit aus. Zwischen 1983 und 2002 saß er für die Parteifreien im Rathaus-Gremium. „Seine Stimme galt dem örtlichen Handwerk“, sagt PBG-Fraktionssprecher Oliver Schmidt. Seine Begabungen waren geschätzt, wenn zum Beispiel Feste oder Veranstaltungen durchgeführt worden sind. Er schaffte es, „sogar zu einem Starkbierfest im Forsthaus Wörnbrunn einen historischen, geschreinerten Trambahnwagen für Richard Süßmeier in den Stadl einfahren zu lassen.“ Schmidt spricht von einem ehrlichen Charakter, der Winni Traub auszeichnete. Wolfgang Rotzsche

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