+

"Sängerkrieg der Heidehasen"

Sehenswerte Schlappohren

  • schließen

Grünwald - Die Grünwalder Burgspatzen sind in der Gemeinde bekannt für das hervorragende Niveau ihrer Musiktheater-Aufführungen. Mit dem „Sängerkrieg der Heidehasen“, ihrer aktuellen Inszenierung, machten sie ihrem guten Ruf ein weiteres Mal alle Ehre. Im fast voll besetzten Saal der Römerschanz bekamen die 70 Mitwirkenden lange anhaltenden, verdienten Applaus.

Es war ja auch wirklich entzückend, wie da über die Bühne im Bürgerhaus wahre Horden von größeren und kleineren Häschen-Darstellern hoppelten, tanzten, sausten. Allesamt, bis auf König und Prinzessin sowie diverse Regierungsvertreter, in Tracht. Und freilich mit weißen oder braunen Schlappohren-Mützen auf dem Kopf. Auch diesmal quasi perfekte Kostüme, ebenso waren Requisiten wie die Bühnenbilder vom Feinsten. Man ist halt, dachte man, in Grünwald. Aber bei den Burgspatzen, dem Chor des vor 25 Jahren vom Musikpädagogen-Ehepaar Agnes Palotás-Becker und Julian Becker gegründeten Vereins „Jugend macht Musik“, gibt man sich einfach auch besondere Mühe. 

Mit rund 100 Darstellern zwischen drei und 14 Jahren werden im Jahr zwei Produktionen auf die Bühne gebracht. Wobei die Devise gilt, dass jeder, der will, auch mitmachen darf. Derweil war heuer das Singspiel über die Hasen-Buben, die um die Wette singen, um das Herz der Prinzessin zu erobern, praktisch eine sichere Bank. Die turbulente Geschichte, die aber durchaus auch eine Moral transportiert, stammt schließlich aus der Feder des großen Kinderbuchautors James Krüss. Und freilich kommen darin auch miese Typen vor: Der „Minister für Hasengesang“ etwa, der sich doch glatt von „Direktor Wackelohr“, obwohl der so gar nicht singen kann und außerdem charakterlich mehr Schwein ist als Hase, bestechen lässt. Mit 100 000 Hasentalern. Dafür soll er den Ausgang des Wettbewerbs zu Wackelohrs Gunsten beeinflussen. Es wäre schlimm, wenn die beiden mit ihrem Manöver Erfolg hätten – und das passiert dann ja auch nicht. Das hätte wohl allein schon die resolute Prinzessin, gespielt von Antonia Hollatz im langen rosa Kleid, nicht zugelassen. Die geht am Ende mit dem netten Lodengrün (Anna-Lena Seibert) den Bund fürs Leben ein, der um ein Haar die ganze Wett-Singerei verschlafen hätte, nachdem ihm die Sonnenuhr verstellt worden war – und vom netten „Otto Lampe“ gerade noch rechtzeitig geweckt worden ist. Das wiederum war ein wahrer Freundschaftsdienst: denn der Kerl, der mit seinen Riesenohren besonders gut hören kann, hätte selbst gern die Prinzessin zur Frau gehabt. Schließlich müssen Wackelohr und sein Kumpan das Weite suchen. 

Und die Grünwalder Akteure bekommen den begeisterten Applaus, den sie sich verdient haben.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Hindernisse machen den Alltag schwer
Menschen mit Behinderung haben häufig mit Hürden auf ihren alltäglichen Wegen zu kämpfen. Dass das auch in einer Stadt Behindertenbeirat so ist, zeigt sich in Garching.
Hindernisse machen den Alltag schwer
Kräftige Finanzspritze für bezahlbaren Wohnraum
Geld vom Staat gibt‘s für 18 günstige Wohnungen, die Sauerlach bauen will: 1,7 Millionen Euro Förderung plus ein günstiges Darlehen.
Kräftige Finanzspritze für bezahlbaren Wohnraum
Angst vor Trauerfeier mit Wirtshausmusik
Auch die zweite Version der Neubau-Pläne für den Landgasthof Schmuck in Hofolding passt nicht jedem. Denn der Biergarten soll an den Friedhof grenzen. 
Angst vor Trauerfeier mit Wirtshausmusik
Ottobrunner E-Biker verunglückt in Tirol
Ein Ottobrunner (59) ist am Sonntag mit seinem E-Bike in Tirol verunglückt. Der Mann hatte noch selbst telefonisch Hilfe anfordern können.
Ottobrunner E-Biker verunglückt in Tirol

Kommentare