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Grünwalder Laienspieler

Was für ein „Sommernachtstraum“ 

Grünwald - Shakespeares „Sommernachtstraum“ ist ein Spiel im Spiel, sprüht vor Farbigkeit und eignet sich glänzend für eine Kostümierung mit jungen Darstellern. Die Grünwalder Laienspieler haben es im Repertoire.

Aufgeführt wurde es schon in der Anfangszeit des 1963 gegründeten Amateurtheaters sowie dann 1985. Und die einstige Vitalität und das schöne Zusamenspiel fand auch jetzt wieder Gefallen im Bürgerhaus Römerschanz, inszeniert von Liesel Stauch. Als rührige Vorsitzende des Vereins erfüllt sie die Aufgaben der Regie und Dramaturgie. Zum Märchenstil passend komponierte Ulrich Wiedemann vereinzelten elektronischen Sound mit poetischer Wirkung. Als ehemaliger Laienspieler besitzt er das feine Gefühl für das Besondere der einen oder anderen Szene. Auch heuer sind Kinder die Akteure, und mit erstaunlicher Geduld lernten sie den Text. Das erfordert Disziplin, was die Spielfreude aber ganz augenscheinlich nicht bremst. „He, Geist, wo geht die Reise hin?“, fragt der quirlige, koboldhafte Diener des Oberon, und die Elfe antwortet in typiTheaterluftsch elegischer Shakespeare-Manier. Zu schweben scheinen alle die Elfen. Theaterluft weht im Wald, eine Kulisse aus einem sorgsam aufbewahrten Fundus. Die geschmackvollen Kostüme haben so gar nichts Gekünsteltes. Die Kinder und Heranwachsenden beherrschen die Bühne, aber auch Erwachsene sind dabei: Frauen verkörpern die Gruppe der Handwerker, die nicht in Versen spricht. Andrea Gast, die beim Einstudieren hilft, trit als Zettel, der Weber, auf, außerdem als Pyramus. Alexandra Heyenga spielt den Blasebalg-Flicker Flaut und die Thisbe. Susanne Brandt leitet als Sequenz, der Zimmermann, die Kollegen mit belehrend erhobenem Zeigefinger zum Rüpel-Spiel an und mahnt: „Allerliebste Akteure! Esst keine Zwiebeln, keinen Knoblauch; denn wir sollen süßen Odem von uns geben, und ich zweifle nicht, sie werden sagen: Es ist eine sehr süße Komödie“. Trotz ihres Abiturs präsent: Simone Heymanns als Helena, in Demetrius verliebt, und Johanna Negele als Hermia, in Lysander verknallt. Vom Zaubersaft genarrt verlieben sich die Paare beim Erwachen in die Falschen, geraten in Streit und werden handgreiflich. Drastik ist zu erleben, die Komik des aufgestülpten Eselskopfs oder auch die Ankündigung, zur Hochzeit des Herrscherpaars von Athen werde „Die höchst jammervolle Komödie und der höchst grausame Tod von Pyramus und Thisbe“ aufgeführt. Arno Preiser

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