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Beim „Heiratsgenie“ traten 1991 (v.l.) der heutige Profi-Schauspieler Manfred Abholzer, Helmut Knott und Willi Houzer, jahrzehntelang das Herz der Isartaler Theatergruppe zusammen auf.

„Vorhang auf – wir machen Theater“

Trachtler und Theater gehören zusammen

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Grünwald - Der Heimat- und Volkstrachtenverein „D’Isartaler“ Grünwald, wie es auf der Festschrift 2001 zum 100-jährigen Bestehen steht, ist schon satzungsgemäß verpflichtet, Theater zu spielen. Denn „Laienspiel und Heimatdialekt“ solle der Verein „aufrecht erhalten“, so steht es geschrieben.

Erst 25 Jahre nach der Gründung wird das „Komedi-Gespuin“ – ist in der Festschrift nachzulesen – auch in die Tat umgesetzt. Zur Premiere heißt es „s’Glück vom Reiterhof“. Ja, damals gab es sicher einige Höfe in dem kleinen Dorf und auch Rösser, die allerdings weniger geritten als zur Feldarbeit eingesetzt wurden. Drei Jahre lang pflegen die Trachtler die Lust am Spielen, dann schläft das Bauerntheater wieder ein. Erst 1963 geht es dann richtig los mit einer eigenen Theatergruppe, die auch jährlich auftritt. 

Initiator, Herz der Truppe, Hauptdarsteller und Regisseur ist 35 Jahre lang Willi Houzer. Unter seiner Leitung kommt 1986 als junge Frau auch Christl Zwiefelhofer zum Theaterspiel, beim Stück „Die Welt geht unter“. Für Zwiefelhofer geht die Welt der Bühne damit nicht unter, sondern auf. Das Stück damals, mutig mit Pyrotechnik ins richtige Licht, beziehungsweise ins gleißende Licht getaucht, begeistert nicht nur sie. Es ist die Zeit, als auch Manfred Abholzer zu den Isartalern stößt. „De Mane“, wie er heute sich nennt, hat hier seine ersten Bühnenerfahrungen gesammelt. Er ist inzwischen Bairischer Theatermensch, Volksschauspieler und Kabarettist, beispielsweise beim Sessellifttheater „Pension Nirvana“ mit Wolfgang Ramadan in Bad Tölz. Heute lebt er in Ottobrunn und ist längst zu Hause auf den Mundart-Bühnen Münchens und beim „Theater-Platz-Wirtshaus am Hart“.

 Seit 15 Jahren, als Houzer, der inzwischen verstorben ist, wegen Krankheit aufhören musste, führt nun die Baierbrunnerin Christl Zwiefelhofer die Theatergruppe und die Regie beim jährlichen Stück. Sie bringt ihre jahrzehntelange Erfahrung von der Isartaler Bühne mit ein. Die vergangenen Inszenierungen seien etwas moderner gewesen, wie sie sagt: „Das lockt auch mehr die Jugend, als die alten Bauerntheaterstücke.“ Bei der „Brautschau im Irrenhaus“ in diesem Jahr führt die heute 58-Jährige nicht nur Regie, sondern steht mit dem Urgestein der Isartaler, dem Pullacher Hans Häusler (70), wieder einmal selbst auf der Bühne. Häusler verbindet das Trachtlerleben mit dem Theaterspiel perfekt, steht er doch auch dem Trachtenverein insgesamt vor. im Jahr 2008 erhielt er für dieses Engagement um die Heimat die Bundesverdienstmedaille.

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