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Knapp 300 männliche Flüchtlinge leben in der Traglufthalle in Wörnbrunn.

Asyl-Debatte

Grünwalder Ängste: Das sagen die Gemeinderatsmitglieder

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Grünwald - Die Mitglieder des Gemeinderates können Ängste von Grünwaldern wegen der Flüchtlinge nachvollziehen. Allerdings warnen einige vor einer „Angst-Hysterie“.

Bewohner der Traglufthalle Wörnbrunn halten sich an der Tramhaltestelle auf, um das Internet am kostenlosen W-Lan-Hotspot zu nutzen. Wie berichtet, haben in den vergangenen Wochen immer wieder Grünwalder ihre Ängste und Sorgen kundgetan. Manche haben ein mulmiges Gefühl, wenn sie abends allein von der Tram nach Hause gehen. Andere befürchten sexuelle Übergriffe und eine Ghettoisierung Grünwalds. Besorgte Mütter wollen ein Bürgerbegehren gegen die Flüchtlingspolitik der Gemeinde auf den Weg bringen. Laut den Initiatoren stehen hinter dem Vorhaben 500 bis 1000 Menschen.

Mitglieder aller Fraktionen des Gemeinderates zeigen durchweg Verständnis für die Ängste wegen der knapp 300 männlichen Flüchtlinge, die in Wörnbrunn in der Traglufthalle leben. Allerdings wehren sich einige gegen Pauschalisierungen. Gleichzeitig schlägt die SPD vor, die Polizeipräsenz am Derbolfinger Platz zu stärken.

Das sagt die SPD:

„Ängste sind immer berechtigt. Aber man muss den Flüchtlingen auch helfen“, sagt Edith Wassermann. Das sei eine schwierige Gratwanderung, die Grünwald ausbalancieren müsse. Eine Lösung, um Ängste abzubauen, hat die SPD-Gemeinderätin nicht. Eventuell sollte die Polizei am Derbolfinger Platz öfter patrouillieren, „um den Leuten ein sichereres Gefühl zu geben“, sagt sie. Ihr Fraktionskollege Joachim Zeppenfeld schlägt vor, eine Notrufsäule an der Tramhaltestelle zu installieren.

Das sagen die PBG:

„Ich kann die Befürchtungen verstehen. Aber wir sollten nicht in eine Angst-Hysterie verfallen. Das ist nicht gut für uns und auch nicht für die Flüchtlinge“, sagt der PBG-Gemeinderat Oliver Schmidt. Die Sicherheitslage in Grünwald sei schließlich gut. Die Polizei sei präsent und auch die neue Straßenbeleuchtung sorge für ein sicheres Gefühl. Leute, die Flüchtlinge pauschal als Straftäter abstempeln, kann Schmidt nicht verstehen. „Es gibt genauso deutsche Straftäter. Da braucht man sich nur die Kriminalstatistik anschauen.“ 

Das sagt die CSU:

„Die Leute müssen das Recht haben, ihre Ängste zu äußern, ohne in die rechte Ecke gestellt zu werden“, sagt Sindy Loos von der CSU. Gleichwohl betont ihr Fraktionskollege Stephan Weidenbach, dass es bisher keine Straftaten von Flüchtlingen gegeben habe. „Was bisher passiert ist, ist nicht dramatisch“, sagt er. Daher hält Weidenbach auch nichts davon, die Polizeipräsenz in der Gemeinde Grünwald auszubauen. „Dann heißt es wieder: Wir haben einen Polizeistaat“, sagt der Zweite Bürgermeister.

Das sagen die Grünen:

„Ich kann die Ängste teilweise verstehen. Aber wir wollen verhindern, dass sie entstehen“, sagt Ingrid Reinhart, Gemeinderätin der Grünen. Reinhart, die Sprecherin des Helferkreises ist, empfiehlt, Flüchtlinge persönlich kennenzulernen, um Ängste abzubauen. Der Helferkreis plane daher Maßnahmen, um Flüchtlinge mehr in die Bevölkerung einzubeziehen, darunter ein internationales Café im evangelischen Gemeindezentrum. Außerdem wolle man Heftchen verteilen, worin Flüchtlinge ihre Geschichten und Grünwalder ihre Ängste erzählen. „Viele Bürger sind hin und her gerissen. Die wollen wir erreichen“, sagt Reinhart.

Das sagt die FDP:

„Die Bürger wollen wissen, wie das langfristige Konzept der Gemeinde aussieht“, sagt FDP-Gemeinderatsmitglied Matthias Schröder. Er kann kritisiert die Informationspolitik der Gemeinde. Es sei der falsche Weg, öffentlich zu sagen, wer Gerüchte verbreitet, mache sich strafbar. Man müsse die Bürger bei zukünftigen Entscheidungen im Gemeinderat „mit ins Boot holen“. Schröder stört zudem, dass das Thema beim nächsten Gemeinderat nicht auf der öffentlichen Tagesordnung steht. Er sagt: „Wir können das nicht totschweigen.“

rat

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