Die Kinder im Regen stehen lassen? Nein, das wollen die Pullacher Gemeinderäte nicht. Foto: mel

Grundschüler ohne Platz für den Unterricht

Pullach - Dass etwas gegen die „eklatante Raumnot“ der Grundschule Pullach unternommen werden muss, darüber ist man sich im Gemeinderat einig. Doch darüber, wie eine langfristige Planung aussehen könnte, gehen die Meinungen auseinander.

Grundschulrektorin Edeltraud Ulrich schilderte im Gemeinderat die Situation im vergangenen Schuljahr. So mussten zwei Klassen in drei geteilt werden. Letztere ist jetzt im zu kleinen Werkraum untergebracht. „Wir brauchen eine kurzfristige Lösung“, resümierte die Rektorin. Ein Kommunikationsproblem zwischen Gemeinde und Schulleitung wies sie von der Hand. Es habe eine „unterschiedliche Bewertung von Dringlichkeiten“ vorgelegen, erklärte Ulrich. Ihre Aufgabe als Schulleiterin sei es, die Gemeinde darüber zu informieren, was auf die Schule zukommen kann.

Dabei ist vieles unkalkulierbar. So werden viele der gemeldeten Kinder gar nicht an der Grundschule Pullach, sondern beispielsweise in Privatschulen eingeschult. Im Schuljahr 2010/11 waren es 37 Prozent. Außerdem bewegen sich die Schülerzahlen ständig an der Teilungsgrenze von 28 Schülern, und während des Schuljahres ziehen Familien in den Ort. Das macht es laut Ulrich so schwierig, den Raumbedarf einzuschätzen. Es sei ja durchaus möglich, dass gar keine zusätzlichen Räume benötigt würden. Trotzdem mahnt die Schulleiterin: „Wenn die Räume im September gebraucht werden, müssen sie da sein, denn hinter jeder Zahl steckt auch ein kleines Menschlein.“

Simone Voit (FDP) fand, dass es nicht mehr ausreicht, den Blick nur auf die benötigten Klassenzimmer alleine zu richten. „Auch wenn die Schülerzahlen insgesamt abnehmen, hat die Grundschule doch ein Raumproblem“, da die Nebenräume, beispielsweise für den mobilen sonderpädagogischen Dienst oder den Sozialpädagogen fehlen. Die Rektorin bestätigte dies: „Eine zukunftsfähige Schule muss anders aufgestellt sein.“ Darüber hinaus regte sie an, Bedingungen für die Einrichtung zu schaffen, die dem Ganzen als einer gebundene Ganztagesschule gerecht werden. Sie selbst erstellte mittlerweile ein Raumprogramm.

Als einzig vernünftige Übergangslösung bezeichnete Susanna Tausendfreund (Grüne) die Nutzung der im Moment leer stehenden vier Klassenräume des Schusterbaus der Josef-Breher-Mittelschule. Je nach Ausgang der Einschreibungen im April soll entweder die Mittagsbetreuung oder die Grundschule diese Räume beziehen.

Zur Planung einer langfristigen Lösung wünscht sich Tausendfreund einen runden Tisch mit allen Betroffenen, die über das Raumkonzept nachdenken. Dazu gehören ihrer Meinung nach nicht nur die Grundschule, die Mittagsbetreuung und der Hort, sondern unter anderem auch die Musikschule, die Volkshochschule und die Freizeitstätte.

Stefan Demmeler (CSU) sieht dabei aber die Gefahr einer Kompromisslösung und fordert vordringlich eine „vernünftige Lösung“ für die Grundschule. Ein entsprechender Antrag der Grünen-Fraktion fand keine Mehrheit im Gemeinderat. In einer Gemeinderatssitzung im März soll laut Bürgermeister Jürgen Westenthanner (CSU) sowohl ein Konzept für eine kurzfristige als auch für eine langfristige Lösung vorgelegt werden. (mel)

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