Günther Bölkow aus Unterschleißheim: 50 Berufsjahre in der selben Werkstatt

Unterschleißheim - Immer gut aufzupassen auf den Buben - dieses Versprechen hat Mama Bölkow Michael Kölbl abgenommen, als sie ihren Günther mit 14 zu ihm in die Lehre gegeben hat. Kölbls haben das Versprechen offensichtlich gehalten. Günther Bölkow ist seit 50 Jahren im Betrieb. Vom Stift hat er sich zum Zweiten Werkstattleiter hochgearbeitet.

50 Jahre in einem Betrieb zu arbeiten, der gleichzeitig auch die Ausbildungsstätte ist, das ist wirklich etwas Besonderes. Günther Bölkow (64) hat das geschafft. Vom Lehrling als Kfz-Mechaniker durchlief er im Laufe der Jahre sämtliche Werkstatt-Stationen. Heute ist er Zweiter Werkstatt-Leiter beim Unterschleißheimer Autohaus Kölbl. An seine erste Reparatur, einen Isetta Kabinenroller, kann er sich noch gut erinnern.

Geschäftsführerin Michaela Kölbl-Philipp fand für ihren Mitarbeiter rührende Dankes-Worte und umarmte ihn herzlich. „Das schafft im heutigen Berufsleben keiner mehr“, sagt sie.

Michaela Kölbl-Philipp kennt Günther Bölkow fast schon ihr ganzes Leben lang: Sie war drei Jahre alt, Bölkow 14 Jahre, als sie sich zum ersten Mal in der Werkstatt begegnet sind. Günther Bölkow sei kein Mann der großen Worte, „aber immer für ganze Sachen, ist er stets engagiert und loyal zu unserem Unternehmen und unserer Familie gestanden“, sagt sie.

Bölkows Mutter hätte ihn als Kind mit 14 Jahren ihrem Vater Michael Kölbl zur Ausbildung übergeben mit der Bitte, „gut auf den Günther aufzupassen - und das haben wir getan“. Denn wer so lange Zeit in einem Betrieb arbeite, der müsse sich auch wohl fühlen.

„Und das habe ich mich wirklich“, bestätigt Günther Bölkow. Nie wünschte er sich einen anderen Arbeitsplatz, nie habe er sich nach etwas anderem umgeschaut. Seine erste Reparatur: Motorschaden an einem Isetta Kabinenrolle. „Im Gegensatz zu den Motoren heute ein mickriges kleines Ding.“

Vieles habe sich im Laufe der Jahre verändert, bei den meisten Autos sei ja alles gar nicht mehr so zugänglich wie früher. Zündkerzen oder gar nur eine Glühbirne am Auto zu wechseln, sei mit vielen Tricks und Kniffen verbunden. Oder denke man nur an das Fehler-Diagnose-System, bei dem man heute einfach eine Sonde am Auto anschließe, und der Computer sagt, „was dem Auto fehlt“.

Günther Bölkow hat in seinem langen Arbeitsleben vieles gesehen, viele Neuerungen erlebt und alles gemeistert, Schulungen und Weiterbildungen waren unumgänglich. „Den Beruf würde ich aber auf jeden Fall wieder erlernen, keine Frage.“ Günther Bölkow zu Ehren wird es im Oktober eine große Feier geben. „Auch wenn du eigentlich keinen großen Wind um dich magst“, kündigte Michaela Kölbl-Philipp an. Und umarmte ihren Jubilar ganz herzlich. sab

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