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Schüler streiken vorm Lise-Meitner-Gymnasium. Sie wollen ihren Hausmeister Garcia zurück.

Wirbel am Lise-Meitner-Gymnasium

Gymnasiasten demonstrieren für entlassenen Hausmeister

Unterhaching - Schule fand am Gymnasium Unterhaching am Freitag nur teilweise statt. Die Schüler demonstrierten. Gegen den Rausschmiss des beliebten Hausmeisters Rolando Garcia. Und weil sie Angst hatten, dass auch Sozialpädagoge Hubert Goldbrunner die Schule verlässt.

„Wenn Garcia geht, gehen wir mit ihm“, „Goldbrunner ist Gold wert“ oder auch: „Keine Macht der Vetternwirtschaft“ stand auf den A4-Plakaten, die die laut Schätzung der Schulleitung 200, laut Schülerschätzung 500 Kinder und Jugendlichen ab 7.30 Uhr im Pausenhof hochhielten. Bis hinein in die dritte Stunde, dann wurde es zu heiß. Das Ganze sei, sagte hinterher Schülersprecher Moritz Baller dem Münchner Merkur, „ein voller Erfolg“ gewesen. An der Kündigung des allseits beliebten Hausmeisters konnten die Fünft- bis Zwölftklässler freilich nichts mehr ändern. Dem war zum Verhängnis geworden, dass er ein Kind auf dem Mähtraktor fahren hatte lassen. Wobei er nebenhergelaufen ist und weiter nichts passierte, sagen die Schüler. Der Traktor habe eine Wand touchiert, monierte die Schulleitung. Seit dem Rausschmiss des Kubaners brodelt in der Gemeinde die Gerüchteküche. Es wird erzählt, der Mann sei schon in den vergangenen zwei Jahren nicht mehr zur Weihnachtsfeier eingeladen worden. Vier Jahre arbeitete er am Gymnasium. Seine Frau wollte gestern die Demo für ihn fotografieren, sei aber, so die Schüler, des Geländes verwiesen worden.

Derweil hat Sozialpädagoge Hubert Goldbrunner noch gestern seine Kündigung geschrieben. Schon lange, erklärte er, gefiel ihm nicht mehr, dass er indirekt bei der Schule selbst beschäftigt gewesen ist, nämlich bei der „Lise Meitner Campus GmbH“, die auch Mensa und Ganztagsbetrieb managt. Dadurch habe er nicht unabhängig arbeiten können. „Die Schule hat natürlich Einfluss auf meine Arbeit.“ Er wollte zum Kreisjugendring wechseln, was wiederum die Schulleitung nicht mitgemacht habe.

Sechs Jahre war er in der Jahnstraße, er werde, sagte er, die Lehrer vermissen. „Die Kinder sowieso. Ich verliere inhaltlich viel.“

Man könne und wolle das Konstrukt von Goldbrunners Anstellung nicht ändern, erläuterte derweil Direktorin Brigitte Grams-Loibl. Die enge Verzahnung sei gewünscht, „Unterricht und Leben sind bei uns nicht getrennt“. Der KJR sei ihr „fremd“. Dass die Schüler sich derart einsetzten für Personen, die ihnen ans Herz gewachsen sind, begrüße sie: „Das freut mich“. Sie habe versucht, mit den Schülern zu sprechen, das Durcheinander sei aber zu groß gewesen. Wer auf sie zukam, mit dem habe sie aber freilich geredet. Konsequenzen werde es keine geben. Die Schüler? Waren, wie gesagt, hoch zufrieden. Alles sei, sagte Baller, „sehr gut gelaufen“.

Andrea Kästle

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