Die neuen Mitglieder des Schulzweckverbands: (v.l.) Landrat Christoph Göbel, Kreisrätin Johanna Hagn aus Ismaning, Ilse Pirzer aus Kirchheim, Kreisrätin Katrin May aus Feldkirchen, Kirchheims Bürgermeister Maximilian Böltl, Erhard Magori aus Feldkirchen, Bernhard Stilling aus Aschheim, Aschheims Bürgermeister Thomas Glashauser und sein Feldkirchner Amtskollege Werner van der Weck. Foto: Dieter Michalek

Gymnasium: Raus aus dem Sanierungsstau

Kirchheim - Das 1982 erbaute Gymnasium Kirchheim ist sanierungsbedürftig und längst zu klein für 1244 Schüler. Sanieren oder neu bauen? Diese Frage will der am Freitag neu konstituierte Zweckverband endlich klären. Und zwar zügig: Ende Februar soll die Entscheidung reif sein und ein Auftrag erteilt werden.

Gerade ist das Gymnasium zur innovativsten Schule Bayerns gekürt worden (sh. Kasten). Umso mehr verdiene es die Schule, baulich gut ausgestattet zu sein, folgerte Kirchheims Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU). Er versprach, mit „allen personellen Energien“ daran arbeiten zu wollen. Noch vor elf Jahren hat der neu gewählte Zweckverbandsvorsitzende selbst die Schule besucht. Inzwischen leidet das Gymnasium unter einem Sanierungsstau.

„Seit vier Jahren wird mit Bauamt und Zweckverband festgestellt, was gemacht werden müsste“, sagte Schulleiter Matthias Wermuth. Dann werde wieder abgewogen: „Ist das tragbar, soll saniert oder neu gebaut werden.“ Zwar sei in den vergangenen Monaten viel passiert (wir berichteten). Trotzdem sei der Sanierungsbedarf „ganz ganz erheblich“, zudem fehle Platz: Die Schule wurde vor 32 Jahren für 900 Schüler errichtet, heute wird sie von 1244 Schülern besucht. Im Herbst steigt die Schülerzahl wieder um 70 Kinder. „Die Streicherklasse weiß nicht, wohin mit den Instrumenten“, auch die Sporthalle sei zu klein. Man müsse auf die Grundschulen ausweichen, die aber auch steigende Schülerzahlen verzeichneten.

Sanierung oder Neubau? Die Frage werden Architekten bis Februar 2015 klären. In seiner ersten Sitzung beschloss das Gremium folgendes Vorgehen: Eine Ausschreibung wird vorbereitet und europaweit bekannt gemacht. Bis zu den Sommerferien prüft der Zweckverband, welche Bewerber für die Aufgabe geeignet sind. Kriterien sind die personelle Ausstattung des Büros, die Eignung des Projektleiters und die Referenzen. Drei bis fünf Büros werden so für die Planungsphase ausgesucht, in der sie von 1. Oktober bis 28. Februar ein Sanierungskonzept erstellen, die Kosten errechnen und mit den Kosten eines Neubaus vergleichen. Die europaweite Ausschreibung kostet zwar Zeit, ist aber notwendig, sonst läuft der Zweckverband Gefahr, einen Vergabefehler zu begehen und infolgedessen staatliche Fördergelder zu verlieren.

Erhard Magori aus Feldkirchen warf die Frage auf, die sich viele Eltern stellen: „Wir leben in einem der reichsten Landkreise. Wie kann man da in so eine Misere kommen.“ Das erklärte Landrat Christoph Göbel (CSU): Für den Bauunterhalt ihrer Schulen müssen die Zweckverbandsgemeinden zahlen. Der Landkreis beteiligt sich erst an Sanierung, Erweiterung und Neubau und zwar mit 30 Prozent der förderfähigen Kosten. So kam es in der Vergangenheit an einigen Schulgebäuden zum Sanierungsstau. „Landkreis und Zweckverbandsgemeinden haben sich gegenseitig ins Patt gesetzt“, so Göbel: „Es geht nicht um Schuldzuschreibungen, mein Blick geht nach vorne.“ Er halte das System der Zweckverbände für gut, „aber wir müssen die Weichen neu stellen.“ Sinnvoll sei, dass der Landkreis bei nötigen Baumaßnahmen von Anfang an mitzahle. Denn je länger man mit einer Maßnahme warte, desto teurer werde sie.

Charlotte Borst

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