Ein Potpourri aus Oper und Operette spielt die Sinfonietta Waiblingen. Foto: Rabe

Das Duett vom Liebesglück hellt die Stimmung auf

Haar - Im Bürgerhaus begeisterten Christa Maria Hell (Sopran) und Alfons Brandl (Tenor) sowie die von Margret Urbig geleitete Sinfonietta Waiblingen, eine Abteilung des städtischen Orchesters, die etwa 470 Besucher des Neujahrskonzerts des Kulturvereins Haar.

Als Potpourri aus Oper und Operette gefiel das Programm im ausgewogenen Verhältnis der Komponisten. das Sinfonieorchester, weitgehend Amateure, beeindruckte mit dem leuchtenden Klang der Holz- und Blechbläser über die sonoren Streicher. Dass Waiblingen unweit von Stuttgart liegt und viele Musiker Fans des dortigen, stets erneut als Oper des Jahres gefeierten Staatstheaters sind, erklärte etwa auch die lebensvolle Wiedergabe der Ouvertüre zu Mozarts dramma giocoso „La finta giardiniera“, uraufgeführt, wie Alexander Braun als belesener Moderator voranschickte, 1775 in München, als deutsches Singspiel 1780 in Augsburg.

Im Duett sang Conte Belfiore: „Dieses Herz schlägt nur für dich“, Sandrina bestätigte das selige Einvernehmen. Von hier führte der rote Faden zum sentimentalen Lied aus Lehárs „Land des Lächelns“, „Dein ist mein ganzes Herz“, das Brandl seelenvoll vortrug. Zunächst aber entfalteten der Tenor, mit hellem Timbre in Harmonie zu den Fagotten, die Arie des Ferrando, „Un’ aura amorosa“ (Così fan tutte); die Sopranistin leuchtend schön die Klage der Gräfin über den untreuen Gatten, „Porgi, amor“ (Le nozze di Figaro“). Nun folgte dem launigen Preludio zu Donizettis „Elisir d’amore“ die empfindungsvoll gesungene Arie des Nemorino „Una furtiva lacrima“, wozu Holzbläser, Harfenistin und Streicher-Pizzicato die besondere Atmosphäre schufen. Das Duett vom Liebesglück des Neffen mit Norina hellte die Stimmung auf. Doch beim ernsten Streicherklang der Ouvertüre zu Verdis „La Traviata“ und bei der durchdringenden Arie der Violetta, „È strano“, mit dem Tenor im Hintergrund, „croce e delizia“ (der Liebe), wurde Tragik zur Szene. Die Dirigentin motivierte zu farbig ausgewogenem, rhythmisch genauem Klang von ansprechender Melodik.

Nach der Pause begann das Orchester eine Johann-Strauß-Auslese mit dem Walzer „Wiener Blut“, eine später vom Gesangsduo bestätigte Liebeserklärung an die Donaumetropole. Den Csárdás aus der „Fledermaus“ kostete Frau Hell, mit Halbmaske als Gräfin Rosalinde, im langsamen wie im rasanten Teil aus.

Den „Banditengalopp“ bot die Sinfonietta als mitreißende Schnellpolka und verabschiedete sich auch mit einer effektvollen Polka schnell, „Unter Donner und Blitz“. Zuvor durften Gefühle aufwallen, so steigerten die Solisten das Duett „Niemand liebt dich so wie ich“ aus Lehárs Operette „Paganini“ zu Pathos. Dafür berührte der Tenor mit dem Lied „Ich bin nur ein armer Wandergesell“ (aus Künnekes Operette „Der Vetter aus Dingsda“), und die Sopranistin brachte das Lied der Giuditta“ (Lehár), „Meine Lippen, die küssen so heiß“, mit Glut vor. Der Beifall hielt denn auch lang an.

Auch interessant

Kommentare