Festnahme im Mordfall Peggy

Festnahme im Mordfall Peggy

Hunderte Bäume fallen dem Laubholzbockkäfer zum Opfer

Haar - Der extrem gefährliche Laubholzbockkäfer rückt nach Süden vor. In Feldkirchen müssen über 600 Bäume gerodet werden. Jetzt hat Revierförster Michael Matuschek einen starken Befall an der Grenze zur Gemeinde Haar gemeldet. Das Wäldchen muss komplett gerodet werden.

Ein Hobby-Insektenforscher hatte Anfang Oktober den extrem gefährlichen Schädling in Feldkirchen entdeckt (wir berichteten). Seitdem gibt es eine Quarantänezone. Expertenteams durchstreifen das Gebiet. Jetzt ist der Laubholzbockkäfer fast in Haar angekommen. Er hat ein Feldkirchener Wäldchen, das an die Haarer Ortsteile Ottendichl und Salmdorf angrenzt, stark befallen. Gerade wird es von Carolin Bögel, Expertin von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und Revierförster Michael Matuschek untersucht und dokumentiert. Ab Mitte Februar beginnt die Komplettrodung. Das Holz muss sofort verbrannt werden. „Ich will unbedingt bis 1. März fertig werden“, sagt Matuschek. Da fliegt der Käfer zwar noch nicht. „Aber die Vögel nisten schon.“ Sie könnten Larven oder Eier weiterverbreiten.

Die Sorge der Haarer ist groß. Deshalb organisierte die Gemeinde eine Informationsveranstaltung. Der Vereinsraum der Bürgervereinigung Ottendichl war bis auf den letzten Platz belegt. Bögel und Matuschek klärten auf: Nach den Befällen zu urteilen, sei der Käfer schon seit Jahren aktiv, vielleicht schon seit einem Jahrzehnt - er wurde nur nie entdeckt.

Der Käfer ist träge. Er fliegt nicht weiter als 400 Meter. Wie konnte der Baumvernichter so weit südlich vordringen? „Die größte Gefahr geht vom Totholz aus“; sagt Matuschek, „es reicht schon wenn ein Hund den befallenen Stock einen Kilometer mit sich trägt und dann fallen lässt.“

Jeder Haarer Vorgarten könnte betroffen sein. Der Käfer ist nicht wählerisch. Er befällt Sträucher und Hecken ebenso wie fast jeden Laubbaum. Die Kleingartenanlage an der Johann-Karg-Straße sowie die Baumschule Bayer im Norden Ottendichls sind am stärksten gefährdet. Ab nächster Woche durchforsten die Teams von der LfL Salmdorf und Ottendichl. Auf der Informationsveranstaltung haben sich mehrere Freiwillige gemeldet, um die Teams zu unterstützen.

„Wir werden unseren Bürgern helfen, wo wir können“, sagt der Umweltreferent der Gemeinde Haar, Michael von Ferrari. Vor allem die Aufklärungsarbeit soll verstärkt werden. Wichtig sei, sich im Vorfeld zu informieren. „Bei mir wurden schon Schildwanzen abgegeben. Die sehen dem Käfer gar nicht ähnlich.“

Befallsmeldungen

und Informationsanfragen nimmt die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Tel. 08161/ 715 715, oder das Umweltamt Haar, Tel. 089/ 46002 - 312, entgegen. kmm

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