Schwerer Unfall auf A8 mit Lkw - Riesenstau um München bis auf A99

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Drei Bürgermeister im Gespräch: (v.l.) Helmut Dworzak (1992 bis 2014), Gabriele Müller (seit 2014), Hans Wehrberger (1984 bis 1992).

Bericht vom Festabend

100 Jahre SPD in Haar: Viel erlebt und vieles vor

Seit 100 Jahren gibt es die SPD in Haar. Wie die Partei die Gemeinde geformt, entwickelt und verändert hat, ließ der Ortsverband bei der großen Jubiläumsfeier im Bürgerhaus Revue passieren.

Haar – Gekommen waren Vereinsvertreter, Nachbar-Bürgermeister und natürlich viele Genossen aus dem Ort gekommen. Alt-Bürgermeister Helmut Dworzak nahm die Gäste mit auf einen launigen Streifzug durch 100 Jahre Sozialdemokratie in Bayern und Haar. Anschließend spielten sich Gabriele Müller, Hans Wehrberger und Dworzak die Bälle ihrer Amtszeiten gegenseitig zu. Höhepunkt sicherlich Müllers Bekenntnis: „Ich möchte sehr gerne weiterhin Bürgermeisterin in Haar bleiben.“

Dworzak beleuchtete die wechselvolle Geschichte der SPD: Obwohl die Münchner SPD in Gronsdorf bereits 1908 Waldfeste mit mehr als 10 000 Teilnehmern feierte, dauerte es in Haar wohl noch bis 1918, bevor die Partei gegründet wurde. „Denn 1950 erhielt Benno Aumüller eine Ehrung für seine seit 1918 bewiesene Parteitreue“, berichtete Dworzak. Ab 1919 agierte die SPD offen im Haarer Gemeinderat, stellte mit Georg Eisenreich den Bürgermeister sowie zwölf von 20 Gemeinderäten. 1933 verboten die Nazis die Partei, ab 1946 wuchs Haar und mit dem Ort die Sozialdemokratie.

Rot ist omipräsent: Zur Jubiläumsfeier kamen viele Genossen und SPD-Bürgermeister aus der Umgebung wie Klaus Korneder (l.) aus Grasbrunn.

„Seit 1960 mit Willy Träutlein stellen wir durchgehend den Bürgermeister, hatten viele Jahrzehnte eine Mehrheit im Gemeinderat“, sagte Dworzak. Die wichtigsten Entscheidungen waren demnach die ersten Hochhäuser und Siedlungen Ende der 1960er-Jahre für deutsche Flüchtlinge und Vertriebene sowie die Siedlung „Am Jagdfeld“ für 5100 neue Bürger. Hans Wehrbeger, ab 1984 erster Bürgermeister, der kein Landwirt war, setzte den Bau des neuen Ortsteils Eglfing durch. „Wohnen, eine riesige Sportanlage und Gewerbe im Ort, nicht am Rand, wie sonst üblich“, umriss Dworzak das Vorhaben. Unter ihm kam das Konzept für den Ortskern: Gasthof mit Biergarten, Bürgerhaus, Seniorentreff, Volkshochschule und Musikschule. „Dass Haar heute so aussieht, ist kein Zufall, das war unser Konzept – erfolgreiche SPD-Politik“, sagte Dworzak.

Gemeinsam mit Vorgänger Wehrberger und Nachfolgerin Müller ließ er 35 Jahre Revue passieren. „Eine meiner größten Erfolge war neben Eglfing ganz bestimmt, dass wir gemeinsam mit zwei Stimmen der CSU den Bannwald in Richtung Putzbrunn und Grasbrunn durchgesetzt haben, sonst wäre das heute zugebaut“, erinnert sich Wehrberger. „Von der Entscheidung profitieren wir noch heute, müssen sie aber immer wieder verteidigen, gerade angesichts des Verkehrs, in dem wir ersticken“, sagte Müller. Für sie sei daher ein wichtiger Zukunftsaspekt gemeinsam mit elf Nachbargemeinden die Verlegung der B 471 zu realisieren.

Wehrberger meinte, seine größte Niederlage sei gewesen, sich mit den anderen Bürgermeistern der Region nicht gegen die Staatsregierung durchgesetzt zu haben, als zig tausend Wohnungen der Neuen Heimat verkauft wurden. „Die hätten wir damals dringend gebraucht und auch heute, aber das war eine rein politische Entscheidung von Stoiber gegen die SPD“, sagte Wehrberger. Er habe als Bürgermeister oft festgestellt, dass er zwar die Verantwortung für alles habe – „aber im Gegensatz zur Wirtschaft kannst du nie frei entscheiden, da gilt es immer noch, Gemeinderat und Bürger zu überzeugen“.

Dworzak stimmte ihm zu, sein politisches Leben sei ständig das Finden von Kompromissen gewesen. „Du musst so viel und oft wie möglich mit Experten und Bürgern reden, dann erfährst du, wo es drückt, aber auch innovative Lösungen. Kommunalpolitik war und ist immer eine Politik des Machbaren.“

Amtsinhaberin Müller ergänzte, man habe in den vergangenen Jahren viel erreicht. „Haar ist schön, Junge wie auch Senioren leben gerne hier.“ Doch noch gebe es viel anzupacken und zu realisieren. Daher wolle sie weiterhin Bürgermeisterin bleiben. Die Festgäste honorierten diese Ankündigung mit stehenden Ovationen.

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