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Roter Flitzer: Als Ribana Nardi (M.) vom Schicksal einer syrischen Flüchtlingsfamilie in Haar hört, beschließt sie spontan, ihren Kinderwagen abzugeben. Die Spende nimmt Traudl Vater (l.) vom „Haarer Tisch“ von ihr und ihrer Tochter Soraya (2) entgegen.

Große Hilfsbereitschaft in Haar

Dank Facebook: Kinderwagen für Baby

Haar - Ihr neugeborenes Baby nur in dünne Tücher gewickelt, kam eine syrische Mutter zum „Haarer Tisch“. Nur eine Woche später hat sie einen Kinderwagen und viele warme Wintersachen für ihr Kind: Möglich gemacht hat’s ein Facebook-Aufruf der Gemeinde Haar.

Gerade mal vier Wochen alt war das Baby, das eine syrische Flüchtlingsfamilie zu Jahresbeginn zum „Haarer Tisch“ mitgebracht hat. Trotz der winterlichen Temperaturen war es nur in einige Tücher gehüllt. Die Helferinnen nahmen spontan ihre Schals ab, um das Neugeborene einzuwickeln, und Traudl Vater, Gemeinderätin, Sozialarbeiterin und ehrenamtliche Mitarbeiterin beim „Haarer Tisch“, war klar: Hier muss geholfen werden, und zwar sofort.

Kurz darauf erschien auf der Facebook-Seite der Gemeinde Haar ein kurzer Post: „Hat jemand zufällig einen Kinderwagen übrig, den er kostenlos abgeben würde?“ Um 19.34 Uhr ging die Meldung online. Und schon kurz darauf kamen die ersten Mails, meldet die Gemeinde Haar. Zunächst waren es Angebote für warme Babykleidung, und schon am nächsten Morgen war auch die Sache mit dem Kinderwagen klar.

Ribana Nardi (29), Mutter von zwei kleinen Mädchen, hatte den Post gelesen und kam schon zum nächsten der Termin des „Haarer Tisches“ mit einem vollgepackten Auto vorbei. Mit dabei: Nardis zweijährige Tochter Soraya, die Kinderwagen, Ausstattung, Kleider, Schuhe, Wippen und Spielzeug ohne Murren an Traudl Vater übergab.

Auch im Haarer Rathaus ist man gerührt: „Schon als ich ankündigte, dass neue Flüchtlinge zu uns kommen werden, war die Welle der Hilfsbereitschaft groß“, sagt Bürgermeisterin Gabriele Müller. „Dass wir der Familie durch die spontane Reaktion so schnell helfen konnten, macht mich direkt ein wenig stolz auf die Haarer.“

Eines allerdings ist ebenfalls klar, geben die offiziellen Gemeindevertreter bekannt: Solche Hilfeaufrufe können nicht die Regel werden auf der Facebook-Seite der Gemeinde Haar. Schließlich wolle man weder das Portal noch die Haarer diesbezüglich überstrapazieren.

mm

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