Wie ein Star: Hermann Wirsing, Rektor des Haarer Ernst-Mach-Gymnasiums (vorne), geht über den roten Teppich zu seiner Abschiedsfeier. Die Schüler stehen Spalier und applaudieren. Foto: Rammelsberger

Der Macher mit Humor geht in Ruhestand

Haar - Hermann Wirsing hat in seinem Leben einige Ziele erreicht und mit vielen seiner Einschätzungen Recht behalten. Nur einmal lag der Rektor des Haarer Ernst-Mach-Gymnasiums (EMG), der am Freitag in Ruhestand gegangen ist, daneben.

Als er vor 20 Jahren an die Haarer Schule kam, befand er: „Länger als fünf Jahre bleibe ich nicht hier.“ Vier Mal so lange ist er dann geblieben.Der Festakt zum Abschied des 62-Jährigen war geprägt von Anekdoten, gegen die manch ein Kabarettabend kalter Kaffee ist.

Hermann Wirsing steht aber auch für zwei Jahrzehnte extrem bewegter Schulgeschichte. Rudolf Wolf, der zehn Jahre Wirsings Stellvertreter war, erinnerte an den Neuen, der am 10. Februar 1992 seine Arbeit aufnahm: „Er hatte einen sehr großen Ehrgeiz, ein robustes Selbstvertrauen und Organisationstalent.“ Er zeigte auf, dass der Rektor damals wegen eines Engpasses bei den Mathematik-Lehrern einsprang und kurzerhand einen Vorbereitungskurs der Q12 für das Abitur übernahm. Hermann Wirsing sprang immer wieder ohne große Worte ein, wenn Hilfe gebraucht wurde. Der Rektor selbst verglich das Gymnasium in seiner Abschlussrede mit einem Schiff, das einst einen unerfahrenen Steuermann bekam. „Die Gefahr der Havarie war zur Mitte meiner Zeit real“, sagte er. Das war 2001, als die Schülerzahl von einst 950 beim Antritt (1992) abgesunken war auf 750. Der Rektor kümmerte sich um jeden Lehrer, der an der schrumpfenden Schule versetzt werden musste. Heute hat das EMG, das Bürgermeister Helmut Dworzak als „20 Jahre Dauerbaustelle“ bezeichnete, über 1350 Schüler im Schuljahr 2012/13 sowie mehr las 100 Lehrkräfte. Tendenz ist steigend. Wirsing erfüllt die Gegenwart mit Stolz, er sieht es aber nicht als sein Werka allein: „Die Schule steht nach innen und außen gut da. Das ist nicht das Resultat eines Einzelnen.“

Die Anekdote des Tages lieferte Dworzak. Als das Thema Aids in Deutschland aufkam, habe ein Gemeinderat Kondomautomaten für alle Schulen gefordert. Der Rathauschef bekam einen Brief ohne Anrede: „Die Schule ist meistens geschlossen zu den Zeiten, wenn Kondome benötigt werden. Ein Fall der Notwendigkeit während des Unterrichtsbetriebs ist nicht bekannt.“ Dworzak hatte mit dieser Geschichte die Lacher auf seiner Seite.

Amüsant war auch der Rückblick in Bildern auf das Leben des in Bad Kissingen geborenen Wirsing. Es zeigte ihn als Schulanfänger mit Zuckertüte, als Macher und als Mensch, der viel Spaß versteht.

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