Vor dem roten Abi-Käfer: die Jahrgangsbesten (v.l.) Christoph Pröschel, Simone Rencken und Stephan Dreyer. Ihre Berufswünsche: Astronaut, Architektin und Arzt. Foto: Stäbler

Nach Traumnote 1,0 im Abitur folgt die Führerscheinprüfung

Haar - Jubel und Enttäuschung, Frust und Erleichterung: Die ganze Bandbreite an Emotionen rief gestern die Notenbekanntgabe am Ernst-Mach-Gymnasium in Haar hervor. Gleich drei Abiturienten schafften die Traumnote 1,0.

Ob sie überrascht war? „Und wie!“, sagt Simone Rencken. Schließlich habe ihr Notenschnitt vor den Prüfungen noch bei 1,2 gelegen. „Doch die sind dann ganz gut für mich gelaufen“, sagt die 17-Jährige aus Waldtrudering. Eine freundliche Untertreibung. In den Prüfungen schnitt sie so gut ab, dass sie sich über die Traumnote von 1,0 freuen konnte - als einer von drei Schülern am Ernst-Mach-Gymnasium (EMG).

Äußerlich blieb Rencken dennoch gefasst, als sie den Umschlag aufriss. „Ich bin keine, die im Kreis umherspringt und jubelt“, sagt sie. „Außerdem wäre das auch nicht fair gegenüber anderen, die mit ihrem Abitur nicht so zufrieden sind.“ Feiern wird sie ihr Eins-Nuller natürlich trotzdem - auf der Gartenparty einer Freundin. Danach wartet die nächste Prüfung: Der Führerschein soll her. Und anschließend verabschiedet sich Rencken für ein Jahr nach Australien, ehe sie Architektur studieren will.

Ob er überrascht war? „Schon ein wenig“, sagt Stephan Dreyer (18). „Ich stand vor den Prüfungen zwischen 1,1 und 1,0 und wusste nicht, ob’s reicht.“ Es hat gereicht - und das mehr als deutlich. Mit dem perfekten Abiturschnitt von 1,0 schließt Dreyer seine Schulkarriere ab - nicht aber die Prüfungen. Denn schon in einem Monat warten auf den Haarer - und auf seine beiden Eins-Null-Kollegen - die nächsten Tests. In München stehen dann die Prüfungen zum Max-Weber-Stipendium an, für die sich das EMG-Trio dank seiner Noten qualifiziert hat. „Wenn man das schafft, erhält man im Studium zusätzliche Tutorien, kommt leichter an Auslandsaufenthalte ran und wird finanziell unterstützt“, erklärt Dreyer. „Das wäre schon toll.“ Unabhängig vom Stipendium steht für ihn fest: Er will Medizin studieren, am liebsten in München.

Ob er überrascht war? „Ja, sehr sogar“, sagt Christoph Pröschel, der dritte 1,0-Absolvent des EMG. Was ihn jedoch weniger überraschte, waren die Noten in Mathematik und Physik: jeweils das Maximum von 15 Punkten. „Ich interessiere mich sehr für Naturwissenschaften. Vor allem die Astronomie begeistert mich.“ So hat der 18-Jährige aus Waldtrudering in den vergangenen Tagen intensiv verfolgt, wie der Deutsche Alexander Gerst ins All geflogen ist. „Er hat in meinen Augen Idol-Charakter“, sagt Pröschel, der selbst von einer Karriere als Astronaut träumt. „Ich habe mich schon mal über den harten Selektionsprozess informiert.“ Eine Voraussetzung sei ein Physik-Studium - und genau das will Pröschel jetzt aufnehmen. Allerdings nicht in München: „Ich will jetzt mal weg“, erklärt er. „Momentan könnte ich mir Heidelberg sehr gut vorstellen.“ ps

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Raus aus den Schlagzeilen: SPD verspricht „neuen Politikstil“ für Gemeinderat
Die SPD Neubiberg will weg von Konfrontation und Konflikt im Gemeinderat und hin zu mehr Dialogbereitschaft. Das verspricht der Ortsverband für die Kommunalwahl 2020.
Raus aus den Schlagzeilen: SPD verspricht „neuen Politikstil“ für Gemeinderat
Neuer Laden im Ortszentrum: Die „Frische-Post“ im Herzen Kirchheims
Eineinhalb Jahre stand das Gebäude am Pfarrer-Caspar-Mayr-Platz in Kirchheim leer. Nach eine Atelier ist nun ein Obst- und Gemüseladen eingezogen. Das ist dort alles …
Neuer Laden im Ortszentrum: Die „Frische-Post“ im Herzen Kirchheims
Horror-Unfall auf A99: Münchner Promi-Berater und Ehemann sterben in ihrem Audi - Szene trauert
Auf der A99 kam es in Kirchheim bei München zu einem schrecklichen Verkehrsunfall. Zwei Männer starben noch am Unfallort. Jetzt gibt es neue Details über die Opfer.
Horror-Unfall auf A99: Münchner Promi-Berater und Ehemann sterben in ihrem Audi - Szene trauert
Auto erfasst Radfahrer frontal - Der hat Riesenglück
„Auto gegen Radfahrer“ - diese Alarmierung lässt Rettungskräfte mit dem Schlimmsten rechnen. In Oberschleißheim kam es diesmal anders.
Auto erfasst Radfahrer frontal - Der hat Riesenglück

Kommentare