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Lichter Innenhof: Der Blick aus der Richtung Hans-Stießbergerstraße auf das geplante Ensemble. Das Hochhaus steht an der Ecke Münchner Straße/Jagdfeldring.

Neuer Anlauf an der Münchner Straße

Wohnturm in Haar geplant: So hoch soll er werden

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Ein Investor aus Haar will an der Münchner Straße 123 Wohnungen bauen, inklusive eines 42 Meter hohen Wohnturms. Vor vier Jahren hat genau dort ein Hochhausprojekt einen Bürgerentscheid ausgelöst.

Haar – Nur zehn Wochen, nachdem der Gemeinderat Haar mit Ausnahme der CSU der Rahmenplanung für die Südseite der Münchner Straße (B 304) zugestimmt hatte, liegt das erste konkrete Projekt auf dem Tisch. Erarbeitet hat es Architekt Gert Goergens, von dessen Büro auch die gesamte Rahmenplanung stammt. Diese sieht Wohnungen für bis zu 1600 neue Einwohner und ein großes Einkaufszentrum vor.

Im ersten Schritt sollen jetzt die Grundstücke Münchner Straße 24 – dort ist derzeit in einem maroden ehemaligen Gewerbegebäude eine Arbeiterunterkunft untergebracht – sowie Hans-Stießberger-Straße 11 und 11a bebaut werden. Das sind zusammen 4664 Quadratmeter. Der Investor plant an der Ecke Münchner Straße/Jagdfeldring einen schlanken Wohnturm mit je drei Wohnungen pro Etage. Wobei im Erdgeschoss und ersten Stock Läden und Gewerbe vorgesehen sind. Der Rest der 123 Wohnungen und neun Läden soll in drei Riegelbauten entstehen; je einer parallel zur Münchner Straße und zum Jagdfeldring, der dritte entlang dem Orterer-Grundstück.Zur Hans-Stießberger-Straße hin, also im Süden, bleibt die Fläche offen, sodass ein lichter Innenhof entsteht.

Wohnen in hoher Qualität

 „Wohnen in hoher Qualität wird dort möglich sein“, kommentierte Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) das Projekt im Bauausschuss. Die geplanten Neubauten sollten den Standard setzten für die gesamte Entwicklung an der Münchner Straße.

50 Prozent der Wohnungen sollen verkauft werden, 50 Prozent vermietet. Was Goergens lobend hervorhob: „Wer baut heute schon Mietwohnungen?“ Einen Teil dieser Wohnungen erhält Haar, die dort das Konzept der „Sozialgerechten Bodennutzung“ (SOBON) durchsetzen wird. Die Anwälte beider Seiten verhandelten schon, sagte die Bürgermeisterin. Der Investor sei bereit, alle Planungs- und Infrastrukturkosten zu tragen sowie sich der SOBON zu unterwerfen, hatte Goergens erläutert. Nach dem Willen der Gemeinde soll sich der Investor dazu in einem städtebaulichen Vertrag verpflichten, bevor ein Bebauungsplan aufgestellt wird.

Keine banale Kisten-Architektur

Als ein Projekt von „hoher Originalität“ lobte er das Ensemble und ging ins Detail; vom außen liegenden Treppenhaus des Wohnturms mit Lochblech-Verkleidung inklusive Vogelschwarm-Motiven bis zur Steinfassade. Es hebe sich ab von der „Banalität der heutigen Kisten-Architektur“. SPD-Fraktionssprecher Alexander Zill ist überzeugt: „Das wird eine schöne Geschichte.“ Allerdings hinterfragten er und auch andere Fraktionen, ob denn die Mischung der Wohnungsgrößen mit dem Haarer Bedarf übereinstimme. Das Konzept sieht beispielsweise 33 Ein-Zimmer-Wohnungen vor, 56 mit zwei Zimmern und nur 17 mit drei sowie elf mit vier Zimmern. Ton van Lier (FW), bekennender Hochhaus-Freund, findet das Projekt auch gut. Skeptisch bleibt die CSU, die 2014 das Anti-Hochhaus-Bürgerbegehren unterstützt hatte. Zum jetzigen Zeitpunkt könne seine Fraktion nicht zustimmen, sagte Dietrich Keymer.

Nächste Runde

Am Dienstag, 27. Februar, ist das Projekt Thema im Gemeinderat. Die öffentliche Sitzung beginnt um 19 Uhr im Rathaus.

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