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Exklusiv renoviert: Michael Zaigler, Gabriele Müller und Bauamtsleiter Josef Schartel (v.l.) im Dachgeschoss.

Rundgang im Jugendstilpark

Altbausanierung – mal behutsam, mal brachial

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Gut und schlecht liegen oft eng beieinander. So ist es auch, wenn es um die Qualität von Altbausanierungen im Jugendstilpark Haar geht. Bei einem Rundgang über das ehemalige Klinikgelände, auf dem in den nächsten Jahren ein exklusives Wohngebiet für rund 2000 Neubürger entsteht (wir berichteten), stellt Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) ein gutes und ein schlechtes Beispiel für den Umgang mit denkmalgeschützter Bausubstanz vor.

Haar–  Beide Häuser liegen an der Ecke Leibstraße/ Casinostraße, wo die Hauptzufahrt ins neue Wohngebiet sein wird, und bilden mit dem Kleinen Theater ein Ensemble.

Vorbildlich renoviert wurde, wie Müller betont, das ehemalige Casino an der Casinostraße 77. Seit Anfang Januar residiert die Oberbayerische Heimstätte in dem Altbau aus dem Jahr 1912. Die Wohnungsbaugesellschaft des Bezirks Oberbayern und ihre Tochtergesellschaft Deutsches Heim sind mit ihrer Verwaltung aus Haidhausen in den Jugendstilpark gezogen, weil sie hier noch in diesem Jahr mit dem Bau von 22 Punkthäusern mit rund 400 Wohnungen beginnen werden. Müller schwärmt, wie behutsam das alte Gemäuer von Grund auf saniert und moderne Büros eingerichtet wurden. „120 Fensterscheiben wurden erhalten und in die überarbeiteten Fenster eingesetzt“, berichtet Michael Zaigler, Geschäftsführer der Oberbayerischen Heimstätte. Stolz öffnet er im aufgestockten Dachgeschoss die Tür zu einem großzügigen Besprechungsraum: Das alte Dachgebälk ist frei gelegt, Gauben bringen Licht in den einstigen Speicher, und eine elegante Wendeltreppe aus Stahl führt am Ende des Raums in den Giebel. „Ein gelungenes Beispiel, wie man Alt und Neu verbinden kann“, lobt Gabriele Müller.

Sehr ärgerlich dagegen findet Müller, wie der Bezirk Oberbayern mit dem Jugendstilgebäude auf der andern Straßenseite umgegangen ist. An der Casinostraße 76 ist die Fischereifachberatung des Bezirks eingezogen. Direkt vor dem Altbau wurden Rasengittersteine verlegt, auf denen an prominenter Stelle Autos parken. „Diese Stellplätze direkt am künftigen Hauptzugang zum Ensemble, das geht gar nicht“, kritisiert Müller. Das sei völlig losgelöst von dem in den vergangenen Monaten entwickelten Bebauungsplan entstanden. Der Bezirk als Behörde durchläuft für ihre staatlichen Bauprojekte ein verkürztes Genehmigungsverfahren. Die Gemeinde konnte – sehr zum Bedauern der Bürgermeisterin – nicht mitreden. 

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