S-Bahn-Ärger auf der Stammstrecke: Feuerwehreinsatz - Ein Bahnhof ist gesperrt 

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Symbolfoto

Anfrage des Landtagsabgeordneten Gantzer

Im Notfall schnell am Einsatzort

Zwölf Minuten. Das ist die maximale Zeitspanne, die Rettungsdienste ab dem Moment der Alarmierung brauchen sollen, um am Einsatzort einzutreffen. Das klappt in der Regel auch, aber nicht immer und nicht überall. Wegen Lücken im Landkreis München hatte der SPD-Landtagsabgeordnete Peter Paul Gantzer Alarm geschlagen.

Landkreis – Eine erste Anfrage beim Bayerischen Innenministerium ergab, dass die „Versorgung durch Rettungsdienste für den Landkreis München grundsätzlich nicht zu beanstanden ist“, teilt Gantzer mit. Die Zwölf-Minuten-Frist werde bei den Rettungswachen Gräfelfing, Kirchheim, Oberschleißheim und Riemerling sowie an den Rettungsstellplätzen Garching und Ismaning in durchschnittlich 91 Prozent der Fälle eingehalten.

Zwei Ausreißer gab es allerdings: die Rettungswachen in Grünwald (85,4 Prozent) und Sauerlach (79,0 Prozent). Gerade für Sauerlach empfand Gantzer das als „beunruhigend“, weil sich dort zwischen 2013 und 2015 eine Verschlechterung um etwa fünf Prozent ergeben habe. „Schlimmstenfalls ist der Verunglückte schon tot, wenn der Rettungsdienst eintrifft“, sagt Gantzer auf Nachfrage des Münchner Merkur. Deshalb hakte er ein zweites Mal nach: diesmal beim Rettungszweckverband München „mit der Bitte um Klärung“, was den „Nachholbedarf bei den Rettungswachen Grünwald und Sauerlach“ angehe.

Dazu nahm nun Roland Dollmeier, Geschäftsleiter des Rettungszweckverbands München, Stellung. Dollmeier verweist „auf die staatliche Vorgabe“, derzufolge 80 Prozent aller Einsatzorte im jeweiligen Verbreitungsgebiet innerhalb von zwölf Minuten Fahrzeit erreichbar sein müssten. Wegen der Unterschreitung dieser Regel sei 2016 vom Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement der LMU München ein neues Gutachten für den Rettungsdienstbereich München erstellt worden.

Das Gutachten hatte Konsequenzen: Ab Oktober 2016 wurde der Rettungsdienst erheblich erweitert, und zwar um 974 Wochenstunden zusätzlich in der Notfallrettung und um 249 Wochenstunden beim Krankentransport. „Die hatte die Auswirkung, dass in der Auswertung für das vierte Quartal 2016 für Grünwald ein Erreichungsgrad von 87,6 Prozent und für Sauerlach von 84,7 Prozent festgestellt wurde“, sagt Dollmeier. „Damit liegen diese Bereiche wieder im vorgegebenen Rahmen.“

Die Frage nach dem Warum für den 79-Prozent-Wert in Sauerlach sei „schwer zu beantworten“, so Dollmeier. Möglicherweise hänge es mit dem langen Erfassungszeitraum (von 2012 bis 2015) zusammen, vielleicht auch damit, „dass Fahrzeuge im Nachbargebereich gebunden waren und eine längere Anfahrt hatten“. Die Krankenkassen bestünden schließlich darauf, alle Ressourcen zu nutzen. „Letztlich lag Sauerlach nur marginal unter dem Wert“, sagt Dollmeier. „Seit der Erweiterung im Oktober ist das nicht mehr vorgekommen.“ mm

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