Gebranntes Kind: Edda Schindler vor Baumstümpfen auf ihrem Grundstück, im August 2014. Dort musste sie auf Anordnung der Landesanstalt für Landwirtschaft 70 Bäume fällen lassen, aus Angst vor dem Laubholzbockkäfer.
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Gebranntes Kind: E dda Schindler vor Baumstümpfen auf ihrem Grundstück, im August 2014. Dort musste sie auf Anordnung der Landesanstalt für Landwirtschaft 70 Bäume fällen lassen, aus Angst vor dem Laubholzbockkäfer.
Am Mühlweg in Salmdorf lädt der Bauhof Haar seit dem Sommer Gehölzschnittmaterial aus der ALB-Quarantänezone ab. Direkt hinter dem Gebüsch beginnt das Grundstück von Edda Schindler. 
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Am Mühlweg in Salmdorf lädt der Bauhof Haar seit dem Sommer Gehölzschnittmaterial aus der ALB-Quarantänezone ab. Direkt hinter dem Gebüsch beginnt das Grundstück von Edda Schindler. 

Wegen Baumschnitt

Angst vor dem Laubholzbockkäfer in Haar

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Ein großer Haufen Baumschnittmaterial aus dem Quarantänegebiet,, direkt hinter ihrem Grundstück hingekippt,  macht Edda Schindler aus Salmdorf wütend.    

Haar/Salmdorf – Vor drei Jahren hat Edda Schindler (76) sich schon einmal vergeblich gegen die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und die Gemeinde gestemmt. Ahornbäume waren damals in Salmdorf vom Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) befallen, im Umkreis von 100 Metern mussten alle Bäume radikal gefällt werden, die dem Schädling als Nahrung hätten dienen können. In Edda Schindlers Garten waren es 70 Ahorn, Rosskastanien, Birken, Pappeln und Weiden, die umgeschnitten wurden. „Damals hatte ich keine Chance, mich dagegen zu wehren – und jetzt lädt die Gemeinde Haar seit Monaten direkt hinter meinem Garten Berge an Schnittgut aus dem ALB-Gebiet ab. Das ist eine Unverfrorenheit – ich bin bitter enttäuscht“, sagt Edda Schindler.

Baumschnittmaterial türmt sich hinter ihrem Grundstück

Seit dem Sommer türmt der Haarer Bauhof Gehölzschnittmaterial auf freier Fläche am Mühlweg ab. Zum Riemer Wäldchen in Richtung Nordosten sind es ein paar hundert Meter. Doch bis zum Grundstück von Edda Schindler nur ein Katzensprung. „Mir wurde im Jahr 2014 klipp und klar gesagt: Wenn ich mich weigern würde, dass die Gemeinde meine Bäume umsägt, könnte das eine Strafe von 50 000 Euro bedeuten. Also wurden 70 Bäume bei mir gefällt. Jetzt lädt die Gemeinde Material, das den Käfer in sich tragen könnte, direkt bei mir ab – das kann doch nicht wahr sein“, sagt Schindler. Zudem sei es laut den LfL-Vorgaben eindeutig, sagt Schindler, dass Schnittmaterial aus dem Quarantänebereich bis zur Häckselung in einem dichten Behälter gelagert und nach dem Häckseln verbrannt werden müsse. „Und die schmeißen das einfach aufs offene Feld zwischen Riemer Wäldchen und mein Grundstück, wo ja hunderte ALB-Wirtsbäume stehen“, schimpft Schindler.

ALB-Spürhund „Jackson“ hat alles beschnuppert

Unterstützung bekommt sie vom Salmdorfer Gemeinderat Andreas Rieder (CSU), der das Thema im Haarer Gemeinderat angesprochen hat. Haars neuer Umweltreferent Andreas Nemetz antwortete, dass der Bauhof der Gemeinde für die Sammlung von Gehölzschnittmaterial am Mühlweg in Salmdorf eine Sondergenehmigung des LfL habe. „Diese basiert darauf, dass das Material am Entstehungsort durch den gemeindlichen pathogenen ALB-Spürhund „Jackson“ auf einen potentiellen Befall hin überprüft wird“, führt Nemetz schriftlich aus. Andrea Linzmaier, das Frauchen von Jackson und bei der Gemeinde zuständig für den Baumschutz, betont energisch, dass sie mit ihrem Border Collie die Stellen, an denen Schnittmaterial anfällt, kontrolliert. „Diesen Sammelplatz in Salmdorf kontrolliere ich annähernd täglich – wenn da etwas wäre, dann hätte Jackson das entdeckt“, sagt Linzmaier.

Bald wird gehäckselt

Das Schnittmaterial am jeweiligen Entstehungsort zu lassen und dort bald zu häckseln, wäre sowohl logistisch als auch finanziell sehr aufwendig, da der Häcksler dann für Kleinstmengen bestellt werden müsste. „Der Sammelplatz wird mit dem Häcksler angefahren, sobald eine ausreichende Menge vorliegt. Dass die Lagerzeiten aktuell einen größeren Zeitraum umfassen, ist der anstehenden Gartenabfallsammlung geschuldet“, sagt Umweltreferent Nemetz. Hier werde die Synergie mit dem ohnehin beauftragten Großhäcksler genutzt, um das Material zu entsorgen.

Für Edda Schindler ist das keineswegs zufriedenstellend. „Ich bin mir ganz sicher, dass der Spürhund nicht alle ALB-Käfer entdeckt. Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit, das sagt auch die LfL. Wenn die Gemeinde wenigstens den Baumschnitt bis zum Häckseln in einem dicht schließenden Container lagern würde – aber so akzeptiere ich das nicht!“

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