Einfahrt zum Kieswerk am Ortseingang von Salmdorf: Die Kommune ist für verlängerten Abbau auf bestehenden Flächen, nicht jedoch auf neuen.
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Einfahrt zum Kieswerk am Ortseingang von Salmdorf: Die Kommune ist für verlängerten Abbau auf bestehenden Flächen, nicht jedoch auf neuen.

Nach langer Diskussion

Gemeinde stimmt weiterem Kiesabbau zu - unter Bedingungen

Nach langem hin und her hat der Bauausschuss dem weiteren Kiesabbau zugestimmt, allerdings unter Bedingungen. Pikant: Offenbar fließt die Gewerbesteuer in eine andere Gemeinde.

Haar – Erst im Oktober hatte der Haarer Bauausschuss vehement dagegen votiert, dass das Quetschwerk Mühlhauer zwischen Gronsdorf und Salmdorf zusätzliche Flächen auskiesen sowie neue Lager- und Betriebsflächen bauen darf. Die Sorge um mehr Lkw-Verkehr einte die Ausschussmitglieder. Nun erteilte das Gremium dem 1959 angesiedelten Kieswerk das Einvernehmen in einem Punkt: Es darf auf bestimmten bestehenden Flächen wie beantragt vier Jahre länger Kies abbauen, bis Ende 2024, so der einstimmige Beschluss.

Die Genehmigung von 2016 wäre Ende diesen Jahres ausgelaufen. Archäologische Untersuchungen hatten den Abbau bisher vereitelt, und aus einer ebenfalls beantragten wasserrechtlichen Erlaubnis könnte es bis Jahresende noch nichts werden. Formalrechtlich kommt hinzu, dass die Verlängerung den Bebauungsplan nicht verletzt. Allerdings hatte Mühlhauser ebenfalls darum ersucht, dass die anschließende Verfüllung und Rekultivierung bis 2030 dauert.

Weder Rathaus noch Ausschuss wollten eine doppelt so lange Schlussphase sehen wie in der ursprünglichen Genehmigung. Sie fordern eine Erledigung bis Ende 2027. Genehmigungsbehörde ist jeweils das Landratsamt München. Die Prüfung der beiden Mühlhauserschen Expansionsanträge werde „noch einige Zeit in Anspruch nehmen“, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit.

GEORG EBLE

„Wir haben den Lärm, Gräfelfing das Geld“

Mit Skepsis betrachtet Gemeinderat Peter Paul Gantzer (SPD) die Entwicklungen zum Thema Kieswerk Mühlhauser. Die Häufung von Anträgen der Firma in den vergangenen Jahren empfinde er als Salamitaktik, „um so neue Vorteile heraus zu quetschen“. In einem Schreiben an Bürgermeister Andreas Bukowski kritisiert er den Rathauschef mit den Worten: „Eine entsprechende Gegenwehr vermisse ich bei Ihnen.“ Worüber sich Gantzer besonders ärgert: Auf seine Frage, ob das Unternehmen Gewerbesteuer an die Gemeinde zahle, habe er im Bauausschuss keine Antwort erhalten mit dem Verweis auf das Steuergeheimnis. Nach eigenen Recherchen Gantzers fließt die Gewerbesteuer nach Gräfelfing, dem Sitz des Konzerns. Das belegen Dokumente aus dem Konzernzahlungsbericht zum Geschäftsjahr von April 2018 bis Ende März 2019. Gantzers Fazit: „Wir haben den Lärm, Schmutz und Verkehr, die Gemeinde Gräfelfing das Geld.“ pk

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