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Reges Interesse herrscht an der Ausstellung.

Ausstellung "SeelenArt" psychisch kranker Menschen in Haar

Bilder, die in die Seele blicken

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Haar - Es geht um die Begabung, nicht das Defizit: 33 Menschen mit psychischer Erkrankung zeigen ihre Bilder im Rathaus. Ganz persönliche Einblicke.

Es geht darum, „wieder eine tägliche Struktur ins Leben zu bekommen“, sagt Ulrike Ostermayer von „SeelenArt“. Sich zu entfalten, kreativ zu sein. Das können Menschen in der Tagesstätte „SeelenArt“ des kbo-Sozialpsychiatrischen Zentrums. 

Zum elften Mal präsentieren nun 33 Maler ihre Werke, die dort entstanden sind, im Rathaus-Foyer in Haar. Sie zeigen jeweils zwei bis drei Bilder. Der ehemalige Psychiater und Oberarzt am kbo-Klinikum, Dr. Peter Vaitl, hatte die Idee, Kunst und Kultur als integrative und inklusionsorientierte Aktivität für psychisch kranke Menschen anzubieten. 

Daraus entstand „SeelenArt“. Es besteht aus einem Kunstförderpreis, einer Galerie, einem Bilderverleih, einem Kunstkalender, der Kabarett- und Musik-Abo-Reihe im Kleinen Theater, einem monatlichen Künstlertreff sowie Ausstellungen. 

„Kunst verbindet und ist ein ideales Medium zur Förderung kultureller und gesellschaftlicher Teilhabe von Menschen mit seelischen Erkrankungen. Es geht dabei nicht um den Verkauf der Werke“, betonte Koordinatorin Ostermeyer, „sondern darum, Tagesstruktur zu bieten und Identität zu stiften – an beidem fehlt es vielen psychisch Kranken.“ 

Ursprünglich entstanden ist die Kunstwerkstatt in einer kleinen Wohngemeinschaft, schnell wurden es mehr Interessenten, die malen und es lernen wollten. Nach mehreren Umzügen hat „SeelenArt“ nun an der Ladehofstraße 10 eine großzügige Heimat gefunden. „Im Schnitt sind es täglich 20 Menschen, die durchs Malen bei uns Ruhe und Ordnung finden“, berichtet Ostermeyer. 

Einer von ihnen ist Axel Bittner, der sich als Künstler „Rameno“ nennt und ein Vielmaler ist. „Ich gehe seit zehn Jahren jeden Tag in die Kunstwerkstatt, erstelle dann immer fünf bis sechs Bilder und hatte auch schon einige eigene Ausstellungen.“ Er bezeichnet seinen Stil als naiv-kreativ, „das könnte jedes Kind so malen“, sagt er selbst. Fabelwesen, Porträts und Städte sind seine Motive, zwischen einem und 400 Euro kosten seine Bilder. 

Ums Verkaufen geht es Monika Kasperbauer nicht, eher um Entspannung. Zwei bis drei Mal in der Woche findet sie die beim Arbeiten mit Pastellkreiden und Aquarellen. Ihre Motive findet sie in der Natur. 

Maya Mir malt seit etwa sechs Jahren mit Kohle- und Filzstiften realistische Porträts sowie freie „westliche Meditationen“, die an religiöse Motive angelehnt sind. Ulrich Peter arbeitet mit Wachsmalkreiden auf Papier. „Alle meine Bilder sind streng geometrisch und exakt. So bin ich auch“, sagt er.

„Die vielschichtigen, farbenfrohen und lebensbejahenden Bildern dokumentieren das hohe Niveau der Tagesstätte“, sagte Bürgermeisterin Gabriele Müller. „Und sie zeigen, dass der Mensch hier nicht mit seinen Defiziten, sondern mit seinen Begabungen im Vordergrund steht.“ Zu sehen sind die Bilder bis 1. April.

bb

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