Ein Bus steht am Haarer Bahnhofplatz, der umgebaut werden soll.
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Das gefährliche Kopfsteinpflaster am Haarer Bahnhofplatz kommt weg, zugunsten von Asphalt und stabilen Granit-Großplatten. Gegenüber dem hier beginnenden Bushaltestreifen entstehen zwei Stationen für Expressbusse. Der bisherige Taxistand und die Parkplätze dort müssen weichen – das ist die Empfehlung des Bauausschusses.

Kostspieliger Umbau steht an

„Bahnhof wird ein Verkehrsknotenpunkt“: Das plant die Gemeinde am Vorplatz

Gut 200.000 Euro investiert die Gemeinde Haar in den Umbau des Bahnhofplatzes. Baulich dürfte sich einiges verändern.

Haar – Der Haarer Bahnhofplatz soll auch optisch aufgewertet werden und gegenüber dem Bahnhofsgebäude eine Expressbus-Haltestelle bekommen. Mit dieser mehrheitlichen Empfehlung an den Gemeinderat entschied sich der Bauausschuss gegen einen neuen Vorschlag des Rathauses, die Rampe vor dem Bahnhof lediglich provisorisch zu asphaltieren und damit verkehrssicher zu machen, bis in einigen Jahren mit einem Busbahnhof der große Wurf kommen soll.

Konkret stimmten die Ausschussmitglieder gegen das Gros der SPD-Fraktion für Folgendes: Der Bahnhofplatz wird nächstes Frühjahr vom Kopfsteinpflaster, das sich teilweise schon verkehrsgefährdend löst, befreit. An den Rampen bekommt er hochwertiges, stabiles Granit-Großsteinpflaster und wird auf der erhöhten Fläche asphaltiert, mit Granitblenden quer zur Fahrtrichtung. Gegenüber dem Bahnhof werden der Taxistand sowie die Kurzzeit- und Behindertenparkplätze ersetzt durch einen Halt für zwei Expressbus-Linien. Von Dezember 2021 an soll in Haar die Schnellbuslinie X202 umsteigefrei bis ins Unterschleißheimer Gewerbegebiet beginnen und enden. Gleichzeitig soll der neue X203 zwischen Heim-stetten und Deisenhofen in Haar halten. Damit die Busse auch bündig und barrierefrei am künftigen Bordstein halten können, wird der Grünstreifen bei der Anfahrt aus Südwesten begradigt. Der Radweg soll dann zur Sicherheit schon in der Kurve den Platz queren.

Wenn man eh Geld in die Hand nehmen müsse, „dann richtig“

Die nun empfohlene, zweitteuerste Variante kostet gut 200 000 Euro. Der Gemeinderat müsste sie in den noch zu beschließenden Nachtragshaushalt aufnehmen. Hinzu kommen ohnehin 90 000 Euro für den neuen Bushalt. Einstimmig abgelehnt hat der Bauausschuss den Vorschlag von Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU), „möglichst günstig“ nur vorübergehend für 80 000 Euro zu asphaltieren und „gestalterisch“ erst in Jahren tätig zu werden, wenn der große Wurf mit einem Busbahnhof kommen soll. Das beauftragte Ingenieurbüro Wunderlich wollte nicht die Hand dafür ins Feuer legen, dass die Billigvariante bis dahin hält. SPD und Grüne neigten wie schon im April zur aufwendigsten Variante, für die sich CSU-Fraktionschef Dietrich Keymer „nicht erwärmen“ konnte: einer Vollpflasterung mit Großgranit wie am Kirchenplatz statt kleiner Kopfsteine für 345 000 Euro.

Peter Schießl (SPD) sagte, wenn man eh Geld in die Hand nehmen müsse, „dann richtig“. Der Bahnhofplatz sei das „Eingangstor der Gemeinde“ und ein „gestalterisches Element“. Außerdem sei erst in zwei Jahren bekannt, ob man in die Städtebauförderung aufgenommen werde. Bauamtschef Josef Schartel und Tiefbau-Technikchef Horst Blank bestätigten ihm, dass gerade und nur der Aufpreis für die optische Aufwertung und Sanierung zu 60 Prozent förderfähig wäre.

Parkplatz als Tiefgarage?

„Uns geht es wie der SPD“, kommentierte Ulrike Olbrich für die Grünen. Für Peter Paul Gantzer (SPD) hilft nur „ein großer Wurf“, nämlich der Busbahnhof. Der Bahnhof Haar werde „einer der zentralen Verkehrsknotenpunkte“. Gantzer hatte vor der Sitzung beantragt, mit der Bahn darüber zu verhandeln, den südlichen Parkplatz als Tiefgarage zu versenken, und kritisierte, dass er nicht verlesen wurde. Bürgermeister Bukowski dagegen will Gantzers Antrag erst bei der Vorstellung des Busbahnhof-Konzepts behandeln. Er habe zudem wenig Hoffnung, dass man mit der Bahn binnen zweier Jahre zu einer Einigung komme.

Traudl Vater fragte vorsorglich nach, ob das Wassernetz unter dem Bahnhofplatz gleichzeitig saniert wird, die künftige Straßendecke also nicht gleich wieder aufgerissen wird. Bukowski erwiderte unter allgemeinem Gelächter: „Idealerweise!“ Peter Siemsen äußerte seine Sorge vor einer Dauerbaustelle. Dietrich Keymer hatte noch im Mai im Plenum aus Geldgründen für eine Verschiebung bis 2021 plädiert. Nun formulierte er die Mehrheitsmeinung, auch die zweitteuerste Variante werde „dem positiven Erscheinungsbild der Gemeinde gerecht“.

GEORG EBLE

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