International unterwegs ist David Dinski vom Baseball-Bundesligisten Haar Disciples – mit der U23-Nationalmannschaft wurde er jetzt Vize-Europameister, demnächst steht die WM in Mexiko an.
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International unterwegs ist David Dinski vom Baseball-Bundesligisten Haar Disciples – mit der U23-Nationalmannschaft wurde er jetzt Vize-Europameister, demnächst steht die WM in Mexiko an.

Nach EM-Silber bereitet sich der Haarer Baseballer David Dinski auf die Weltmeisterschaft vor

Keine Zeit zum Verschnaufen

  • Patrik Stäbler
    VonPatrik Stäbler
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Mit der deutschen U23-Nationalmannschaft ist David Dinski vom Baseball-Bundesligaverein Haar Disciples Europameister geworden. Nun steht die WM vor der Tür.

Haar – Pünktlich zum Finale der U23-Europameisterschaft hat David Dinski von den Haar Disciples seine beste Offensivleistung des Turniers gezeigt. Im Duell gegen die Niederlande lief der 22-jährige Baseballer zwei Runs nach Hause, nachdem er zuvor jeweils per Walk auf die erste Base vorgerückt war. Allein einen Haken gab es aus Dinskis Sicht: Trotz seiner starken Vorstellung kassierte das deutsche Team im Endspiel eine 3:7-Niederlage und musste sich mit Silber begnügen – wie schon 2019.

„Klar hätten wir das Finale gern gewonnen“, sagt der Haarer, der vor zwei Jahren bereits Vizeeuropameister geworden war. „Ich denke aber, dass wir mit unserer Leistung zufrieden sein können. Wir haben ein super Turnier gespielt – und das, obwohl wir mit einer fast komplett neuen Truppe angetreten sind.“ Ebendieser Mannschaft bleibt nun kaum Zeit zum Verschnaufen, ehe in knapp vier Wochen das nächste Großereignis ansteht: die Weltmeisterschaft in Mexiko, die eigentlich im Vorjahr hätte stattfinden sollen, dann aber wegen der Corona-Pandemie auf 2021 verschoben wurde.

„Das wird ein sehr besonderes Turnier“, ist David Dinski überzeugt. Nicht nur geht es für ihn und seine Teamkollegen nach Mittelamerika, wo Baseball einen ganz anderen Stellenwert hat als hierzulande. Sondern bei der WM werde das Niveau auch „ein bis zwei Liegen höher“ sein als bei der Europameisterschaft, ist der Haarer überzeugt.

Zu dieser war das deutsche U23-Team durchaus mit Medaillenambitionen angereist, liegt es in der Weltrangliste doch auf Rang 18 – als viertbeste Mannschaft Europas. Elf Plätze schlechter rangiert die Ukraine, gegen die Dinski und Co. zum Auftakt einen 10:0-Sieg holten. Nach einer 1:10-Pleite im zweiten Spiel gegen die Niederlande qualifizierte sich Deutschland durch einen 10:2-Erfolg über Belgien fürs Halbfinale, wo es gegen den Gastgeber Italien ging.

Vor gut 800 Zuschauern in Verona entspann sich dabei ein echter Baseballkrimi. „Das war ein Spiel auf Augenhöhe, extrem intensiv und sehr speziell“, sagt Dinski. Nach sechs punktlosen Innings gingen die Deutschen im Schlussabschnitt mit 1:0 in Führung und retteten danach den knappen Vorsprung ins Ziel. Im Anschluss feierte das Team von Nationaltrainer Steve Janssen ausgelassen auf dem Feld, „was bei den Italienern gar nicht gut ankam“, berichtet Dinski. In der Folge kam es zu hitzigen Wortgefechten zwischen beiden Seiten, die der Freude der Deutschen über den Finaleinzug aber keinen Abbruch tun konnten. Im Endspiel hieß der Gegner dann abermals Niederlande. Und auch, wenn es diesmal knapper zuging als in der Vorrunde – nicht zuletzt dank der zwei Runs von David Dinski: Am Ende zog Deutschland erneut den Kürzeren und verlor mit 3:7. „Ich denke, dass letztlich die Erfahrung der Holländer den Ausschlag gegeben hat“, resümiert Dinski.

Ab dem 23. September geht es um die Weltmeisterschaft

Der 22-Jährige, der mit seinem Disciples-Teamkollegen Nate Thomas in einer Baseball-WG in Haar lebt, wird nun einige Tage Pause einlegen. „Denn zusammen mit der zehntägigen Vorbereitung in der Toskana war die EM wirklich anstrengend“, sagt Dinski. Danach steht aber wieder der Trainingsalltag an – mit Blick auf die WM in Mexiko, die am 23. September beginnt.

Dort bekommt es Deutschland mit dem Weltranglisten-16. Tschechien, mit Kuba (11), der Dominikanischen Republik (6), dem Titelverteidiger Mexiko (5) und Taiwan (3) zu tun – allesamt Gegner, gegen die das Team in der Außenseiterrolle sein wird. „Wir messen uns mit den besten Mannschaften der Welt“, betont David Dinski mit Blick auf die WM in Mexiko. „Und das wollen wir einfach nur genießen.“

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