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Trotz aller Kritik durch Bruder Jobst haben SPD-Ortsvorsitzender Peter König (l.) und Bürgermeisterin Gabriele Müller bei der Fastenpredigt gut lachen.

SPD-Starkbierfest

"Bruder Jobst" schenkt der CSU und den Genossen ein

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Haar – Aus Respekt vor den Toten des Zugunglücks in Bad Aibling hatte die SPD Haar vor einem Monat auf ihre Fastenpredigt verzichtet. Nun bestimmte das Thema CSU-Realschule die launige Rede von „Bruder Jobst“.

Der ehemalige Gemeinderat und Ortsvorsitzende Christian Jobst schlug einen Bogen von der Weltpolitik bis zum Ortsgeschehen. „Wenn wir meinen, Donald Trump, der amerikanische FJS, geht uns nichts an – weit gefehlt: Seine Großeltern stammen aus Kallstein in der Pfalz – das war mal bayerisch! Wir sind also direkt beteiligt.“ Ebenso wie an der „kreativ gesponserten Fußball-WM 2006 in Deutschland“. 

Angesichts des komödiantischen Verhaltens der Orts-CSU falle es ihm schwer, noch lustiger zu sein. „Die laden ins Kleine Theater ein, haben nichts zu sagen und zu informieren – und brauchen dafür über eine Stunde“, lästerte Jobst.

Schluss mit dem Dauerwahlkampf

Für ihn sei es unverständlich, wie die CSU den Leitlinien der Bürgermeisterin zustimme, dann aber den Haushalt komplett ablehne. „So ein Haushalt ist wie ein großes Mosaik aus vielen kleinen Bausteinen: Vereine, Kultur, Jugend, Senioren, Investitionen, Planungen. Nur weil ich mit einem kleinen Fleckerl, der Planung der Realschule, nicht einverstanden bin, reiße ich doch nicht das ganze Bild von der Wand.“

Zeit des Widerstands

Jobst forderte ein Ende des Dauerwahlkampfes – der CSU. Die Zeit, in der man sich vor allem Schafkopf und Ostereier-Suchen widme, sei vorbei. „Es ist jetzt endlich Zeit für echten Widerstand gegen die CSU!“ Weil die mittlerweile öfter auf den Straßen um Zustimmung bettle als die Zeugen Jehovas, bleibe er bei seinem Credo: „G‘sagt is leicht, erklärt is scho schwer – recht g‘macht no mehr.“

SPD bekommt ihr Fett ab

Auch die SPD bekam ihr Fett ab. „Mit dem letzten ‚Haar Genau‘ habt ihr den Schritt zur virtuellen Zeitung vollzogen: hergestellt und gedruckt, aber keiner hat sie bekommen. Nun muss Thomas Fäth dafür noch die richtige App programmieren.“

Überrascht ist Jobst, dass die früher für kritisches Kabarett zuständigen Jusos heute nur noch für die Zeugung von Nachwuchs gebraucht würden. Die Impulse setzten dafür die Senioren. 

Hommage auf Alt-Bürgermeister Dworzak

Abschließend widmete er sich Helmut Dworzak. „Über 40 Jahre in der Kommunalpolitik an vorderster Front, selbst das hat der CSU nicht ausgereicht, um der Ehrenbürgerschaft zuzustimmen. Aber Helmuts Che-Guevara-Herz hätte es wohl zutiefst widersprochen, wenn die tatsächlich Ja gesagt hätten.“ Um den Aktivitäten der CSU rund um die Realschule Einhalt zu gebieten, sehe er nur eine Möglichkeit: „Die neue Helmut-Dworzak-Realschule bremst die CSU bestimmt in ihrem Elan“, forderte er unter lautem Jubel.

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