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Die Großfamilie: (v.l.) Papa Peter Cerny mit Simon, Katharina, Dominik, Lucas, Benedikt mit Johannes, Maria und Mama Sara Cerny. 

Bundespräsident als Ehrenpate

Der Patenonkel aus dem Schloss Bellevue

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So einen berühmten Patenonkel hat nicht jeder: Johannes Nepomuc Cerny aus Haar hat Bundespräsident Farnk-Walter Steinmeier an seiner Seite. Und er ist nicht der einzige. 

Haar – Johannes Nepomuc Cerny ist ein ganz besonderes Baby. Der acht Monate alte Bub aus Haar hat nämlich einen ziemlich bekannten Patenonkel: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Johannes ist mit Steinmeier nicht verwandt. Aber der Bundespräsident übernimmt für jedes siebte und weitere geborene Kind einer Familie die Ehrenpatenschaft – samt Urkunde und Geldgeschenk.

Im Juli 2017 kam Johannes als siebtes Kind von Peter (40) und Sara Cerny (35) aus Haar zur Welt. In der Gemeinde gibt es nur drei Familien mit sieben oder mehr Kindern. „Wir sind dankbar für das Leben, das wir haben und geben diese Dankbarkeit weiter“, sagt Vater Peter. „Die Kinder nehmen wir so, wie Gott sie uns gibt.“ Wunschkinder sind sie alle: Katharina (11), Benedict (9), Dominik (8), Lucas (7), Maria (4), Simon (2) und Johannes.

Jeder muss mithelfen

Der Tag beginnt im Hause Cerny um 6.30 Uhr, vier Kinder müssen zur Schule, Maria geht in den Kindergarten, die beiden Jüngsten bleiben zu Hause. „Das ist die stressigste Zeit des Tages“, sagt Mutter Sara und lacht. Mit Hausaufgaben, Elternabenden, Fußball, Ballett, Tanzen und Chor geht es bis in den Abend weiter. Hektik ist bei den Cernys aber nicht zu spüren, „die Großen helfen mit, soweit es ihnen möglich ist“.

Ohne Disziplin und Organisation geht’s aber nicht. In dem 110 Quadratmeter großen Haus hat alles seinen Platz: Die Fahrräder stehen ordentlich aufgereiht vor der Tür, am Geländer des Treppenaufgangs hängen fünf Fahrradhelme, die Jacken in Reih und Glied an der Garderobe, in beschrifteten Boxen liegen Handschuhe, Mützen, Schals. Momentan passt die ganze Familie noch in den VW-Bus, auch die Kochtöpfe haben Normalmaß.

Wunsch nach größerem Haus

„Eine Herausforderung sind die Hausaufgaben, denn die machen die Kinder am Esstisch. Da braucht’s schon Disziplin, aber wir lernen dabei alle voneinander“, sagt Peter Cerny. Ein größeres Haus ist dennoch ein dringlicher Wunsch. Aber „wir haben meist gegenüber den anderen Bewerbern keine Chance oder die Mieten sind einfach zu hoch“. Trotzdem: Eine kinderreiche Familie war für die beiden Ehepartner immer selbstverständlich. Die beiden kommen selbst aus kinderreichen Familien, Peter Cerny ist der älteste von zwölf, seine Ehefrau die vierte von sechs. Sie ist gebürtige Italienerin, kennengelernt hat sich das Paar in Peters Geburtsstadt Wien. Beide wussten von Anfang an, dass viele Kinder zu ihrer Familie gehören werden, Sara praktizierte daher nie als studierte Ärztin. Über München kamen beide vor acht Jahren nach Haar „und fanden hier eine sehr hilfsbereite Gemeinde. Wir werden auch von unserer Pfarrei sehr gut unterstützt“, sagt Sara Cerny.

Taufe an Ostern - ohne den Patenonkel

Langweilig wird es den Kindern nie, oft kommen auch die Nachbarkinder vorbei. „Vor allem die, die alleine sind“, sagt der Vater. Ihm gelinge es, dank eines verständnisvollen Chefs, sehr gut, viel Freizeit mit dem Nachwuchs zu verbringen. „Ich möchte an deren Leben schließlich teilhaben.“

An Ostern steht eine große Feier an: Johannes’ Taufe. Patenonkel Steinmeier wird nicht persönlich kommen. Aber eine Urkunde aus dem Schloss Bellevue hat auch nicht jeder. 

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