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Voll und oft nicht pünktlich: Mit dem Bus 242 gibt‘s immer wieder Ärger.

Wieder Ärger mit der Linie 242

Buschaos: Unterricht beginnt später in Haar

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Überfüllte Busse, ein ruppiger Fahrstil und oft unpünktlich: Mit dem Bus, der zu den Haarer Schulen föhrt, gibt‘s immer wieder Ärger. Nun zieht die Jagdfeldschule Konsequenzen.

Haar – Wenig Platz, viel Gedrängel. Dazu Fahrer, die Kinder im Bus toben lassen und nicht selten einen ruppigen Fahrstil pflegen: Der 242er-Schulbus in Haar kommt nicht aus den Schlagzeilen. Im Gegenteil: Es gibt neue Vorwürfe.

Es ist Andreas Rieder, der die Sache öffentlich gemacht hat während der jüngsten Gemeinderatssitzung. Der CSU-Mann berichtete davon, dass der Bus, der das Ernst-Mach-Gymnasium ebenso anfährt wie die Jagdfeldschule, selten pünktlich ist – und damit die Buben und Mädchen aus Haar und Gronsdorf in echte Schwierigkeiten bringt. Denn sie kommen regelmäßig zu spät zum Unterricht. Ein Ärgernis, das dafür gesorgt hat, dass an der Jagdfeldschule der Schulbeginn nach hinten verschoben wurde. Von 7.55 Uhr auf 8 Uhr.

Ein Ärgernis auch, weil es offensichtlich nicht möglich ist, die Situation nachhaltig zu verbessern. Seit gut zwei Jahren gebe es Probleme mit der Linie, sagt Ute Dechent, Pressesprecherin der Gemeinde Haar. Praktisch zeitgleich mit dem Betreiberwechsel seien die ersten Beschwerden in der Gemeindeverwaltung angekommen. Seit Dezember 2015 sitzt anstatt der Firma Ettenhuber die „DB Regio Bus Bayern“ (DRB) am Steuer. Nach einer EU-weiten Ausschreibung durch den MVV hatte sie den Zuschlag für die Linie bekommen, ebenso wie für die Linien 240 und 243. Die Finanzierung der Linien trägt das Landratsamt.

Dort weiß man um die Situation. Die Rede ist von Gesprächen, die es immer wieder zwischen und mit allen Beteiligten gegeben habe. Mehrfach haben demnach MVV und Landratsamt „auf die Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen hingewiesen“. Und das „Fehlverhalten“ sei bereits auch „sanktioniert“ worden. Wie zu hören ist, hat sich die DRB schon eine Vertragsstrafe eingefahren. Ob es eine war oder ob es mehrere waren und in welcher Höhe, darüber schweigt das Landratsamt. Vertragsrecht. Fest steht, dass selbst diese Sanktion offensichtlich nicht geholfen hat – auch wenn das Landratsamt mitteilt, es habe „auf eine Besserung hingewirkt“.

Aus Sicht der DBR hat sich die Lage entspannt. Die Beschwerden seien zurückgegangen, teilt ein Bahnsprecher mit. Was die Probleme mit der Pünktlichkeit betreffe: Das liege „in der Regel an der Überlastung der Straßen“. Insbesondere, wenn auf der parallel verlaufenden A 99 der Verkehr stocke, wichen viele Autofahrer auf Straßen mit Linienverkehr aus. Dann kämen auch die DRB-Busse „nur schleppend voran“ – und natürlich komme es zu einer solchen Überlastung vor allem morgens. Nachsatz: „Die DRB bedauert, wenn dadurch Schüler zu spät zur Schule kommen.“

Auch die Sache mit dem ruppigen Fahrstil, dem abrupten Bremsen und Anfahren erklärt die DBR mit dem morgendlichen Schüler- und Berufsverkehr. Die Fahrer versuchten eben, „bei ungünstiger Verkehrslage durch eine zügige Fahrweise Verspätungen zu reduzieren“. Ob der Fahrplan nicht angepasst werden könnte, dieser Aspekt bleibt unberücksichtigt.

Eine unbefriedigende Situation. Vor allem für die Kinder und deren Eltern, die sich Sorgen machen. Aber auch für die Gemeinde Haar. Dort gebe es mittlerweile einen regelrechten kleinen Stab von Mitarbeitern, die sich um die Beschwerden auf der einen und um Abhilfe auf der anderen Seite bemühten. Der Erfolg falle ganz unterschiedlich aus: „Es ist wie eine Welle. Mal wird es besser, dann wieder schlechter“, sagt Pressesprecherin Dechent.

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