Das Corona-Impfzentrum in Haar soll als zentrale Anlaufstelle erhalten bleiben.
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Das Corona-Impfzentrum in Haar soll als zentrale Anlaufstelle erhalten bleiben.

Angebot wird heruntergefahren

Impfzentren: Ab November nur noch Haar als zentrale Anlaufstelle

  • Stefan Weinzierl
    VonStefan Weinzierl
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Der Landkreis München folgt der Impfstrategie der bayerischen Staatsregierung und wird das Angebot der Impfzentren vor Ort deutlich einschränken.

Landkreis - Wie Landrat Christoph Göbel (CSU) auf Merkur-Nachfrage bestätigte, sei geplant, die von den Johannitern und dem BRK betriebenen Zentren in Oberhaching, Unterschleißheim und Planegg Ende Oktober herunterzufahren.

Geöffnet bleiben soll nur das landkreiseigene Impfzentrum in Haar – mindestens bis Ende April 2022. Ansonsten sollen ambulante Impfteams sowie die Haus- und Fachärzte die ausreichende Versorgung der Bevölkerung garantieren.

Landrat hofft auf noch mehr Impfwillige

Im Landkreis werden die Impfzentren aber später geschlossen als von der Staatsregierung empfohlen. Die will die Impfzentren nur noch bis zum 30. September betreiben, danach um 75 Prozent zurückfahren. Personal und Öffnungszeiten sollen so dem Bedarf angepasst werden.

„Das Herunterfahren geht nicht von einem Tag auf den anderen“, begründet Göbel die Entscheidung, dass man im Landkreis alle vier Impfzentren – wenn auch mit reduzierter Kapazität von etwa 25 Prozent – noch bis Ende Oktober offenlassen will. Außerdem hofft der Landrat, dass nach dem Ende der Ferien die Anzahl an Bürgern, die sich impfen lassen wollen, noch einmal ansteigt.

„Impfen ist nach wie vor unser wichtigstes Werkzeug im Kampf gegen das Coronavirus“, betont Göbel. Mit der Einführung der 3G-Regel habe die Schutzimpfung noch einmal an Bedeutung gewonnen. Umso wichtiger sei es, den Bürgern, die sich bisher noch nicht für eine Impfung entschieden hätten oder diese noch nicht hätten erhalten können, so lange und so wohnortnah wie möglich die Gelegenheit geben, sich umfassend beraten, informieren und bestenfalls dann auch impfen zu lassen.

„Mit der STIKO-Empfehlung zur Impfung der Gruppe der Zwölf- bis 17-Jährigen haben wir noch einmal eine große Altersgruppe impffähiger Personen hinzubekommen. Viele Eltern haben auf diese Empfehlung gewartet und erst jetzt die Entscheidung für die Impfung getroffen“, so der Landrat. Es sei davon auszugehen, dass nicht nur mit Blick auf das Ende der Schulferien und die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts, sondern auch aufgrund der ansonsten notwendigen regelmäßigen Testungen sich zahlreiche Bürger noch für eine Impfung entscheiden.

Impfkapazität dem Bedarf anpassen

Über den Oktober hinaus kann man sich im Zentrum in Haar impfen lassen. „Das liegt vergleichsweise zentral im Landkreis und ist in einer Immobilie untergebracht, die der öffentlichen Hand gehört und uns damit Flexibilität garantiert“, sagt Göbel. Denn keiner wisse letztlich, wie lange man noch Impfzentren benötige. In dieser, wie es Göbel nennt, „Basisstation“ sei anvisiert, täglich 350 Impfungen vorzunehmen. Bei steigender Nachfrage könne man die Kapazität innerhalb von zwei auf rund 2000 Impfungen pro Tag erhöhen.

Von Haar aus sollen auch die mobilen Impfteams gesteuert werden, die über den gesamten Landkreis verteilt Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen vornehmen sollen. Erste mobile Teams seien bereits seit diesen Mittwoch in den Alten- und Pflegeeinrichtungen unterwegs, um den Bewohnern und Mitarbeitern die Auffrischung anzubieten.

400 Auffrischungsimpfungen verabreicht

Insgesamt wurden im Landkreis laut Göbel bislang rund 440 000 Impfungen verabreicht, davon etwa 400 Auffrischungsimpfungen. Die Impfquote – rein bezogen auf den Landkreis München – lasse sich daraus jedoch nicht mehr berechnen, da inzwischen wohnortunabhängig über Stadt- und Landkreisgrenzen hinweg geimpft wird. Hinzukommen die Impfungen durch Betriebsärzte.

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