Gemeinderat Horst Wiedemann (links im Bild) bei der Verabschiedung der Räte 2020.
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Gemeinderat Horst Wiedemann (links im Bild) bei der Verabschiedung der Räte 2020.

Seit 1972 im Gemeinderat

Ein SPD-Urgestein kehrt zurück: Horst Wiedemann

  • Max Wochinger
    VonMax Wochinger
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Der 87-Jährige rückt in den Gemeinderat nach. Fast 50 Jahre Gemeinderats-Erfahrung bringt er mit.

Haar – Der langjährige SPD-Gemeinderat Horst Wiedemann kehrt in den Haarer Gemeinderat zurück. Bei der Kommunalwahl 2020 hatte der heute 87-Jährige den Wiedereinzug in das Gremium verpasst. Nun legte aber Manuela Fürnrieder ihr Mandat aus familiären Gründen nieder. Das Comeback für Wiedemann auf Haars politischer Bühne.

Wiedemann kennt die Lokalpolitik in Haar wie kein anderer – fast 50 Jahre saß er im Gemeinderat. Seit 1972 ist er Teil des Gremiums, bis auf eine zweijährige Pause Ende der 70er. Mit 2438 Stimmen bei der vergangenen Gemeinderatswahl schied er aus. Nun sitzt Wiedemann nach gut einem Jahr Abstinenz wieder am Ratstisch. „Natürlich habe ich mich gefreut“, sagt er. Allerdings hatte er auch ein „bisschen Angst“ – angesichts seines Alters.

Doch ist Wiedemann mit 87 Jahren zu alt für den Gemeinderat?

Doch ist Wiedemann mit 87 Jahren zu alt für den Gemeinderat? „Bis jetzt bilde ich mir ein, dass ich es durchaus bewältigten kann“, sagt er. Was in „zwei, drei Jahren“ sei, wisse er nicht. Wenn er das Amt nicht mehr ausfüllen könne, trete er „natürlich“ zurück, sagt er. „Momentan geht es aber sehr gut.“ Der pensionierte Gymnasialdirektor hat sich politische Betreuung der Haarer Schulen auf die Fahnen geschrieben. Auch Kultur-Themen liegen ihm am Herzen. Der Sozialdemokrat vertritt seine Fraktion fortan unter anderem im Haupt-, Umwelt- und Werkausschuss.

Bei seiner Einstandssitzung war Horst Wiedemann sofort mit einem Politikum in Haar konfrontiert: Die Benennung des Platzes zwischen Bürgerhaus und Poststadl. Nach einer Bürgerbefragung entschied sich der Gemeinderat für den Namen „Haarer Anger“ – gegen den Favorit der Bürger „Postwiesn“.

Wiedemann war gegen die Benennung

Wiedemann stimmte zusammen mit zwei anderen Gemeinderäten gegen die Benennung des Platzes. „Ich halte es für nicht hinnehmbar, dass der Platz ein Anger ist. Es ist nicht anderes als eine Grillfläche auf dem Deckel der Tiefgarage“, sagt er. Wiedemann habe für „Nikolausplatz“ votiert.

„Ich hätte mir einen geschichtlichen Namen gewünscht“, sagt er. 21 Prozent der befragten Bürger hatten für „Nikolausplatz“ gestimmt. Die meisten Stimmen erhielt der Name Postwiesn. „Ich habe mich nicht über das Votum der Gemeindebevölkerung hinweggesetzt“, sagt er.

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