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Aufwühlend sind die „Spuren“ die Haarer Schüler gefunden haben. Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 25. Januar sind sie nach Berlin eingeladen. Foto: ulla/fkn

Einladung für Gruppe des Ernst-Mach-Gymnasiums Haar

„Spurensuche“ reist nach Berlin

Haar – Vergangenes Jahr sind die Schüler des Ernst-Mach-Gymnasiums auf Spurensuche gegangen – in der Geschichte, in ihrer Heimatgemeinde Haar – und sie haben jede Menge Spuren gefunden, quasi direkt vor der Haustüre – bittere Spuren einer fürchterlichen Zeit.

Diese „Spurensuche“, aufbereitet in dem Stück „Was für ein Mensch willst du sein?“, hat nicht nur die Menschen in und um die Gemeinde Haar berührt, auch in Berlin wurde man aufmerksam auf das Haarer Theaterprojekt: Am 25. Januar reist die Gruppe von 35 Schülern nun zu einem besonderen Gastspiel nach Berlin.

Die Gruppe, bestehend aus Gymnasiasten und Mittelschülern, soll ihr Stück als Beitrag zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus im Kleisthaus in Berlin aufführen. „Das ist uns eine große Ehre“, freut sich Farina Simbeck. Gemeinsam mit Thomas Ritter leitet sie das besondere Projekt.

Doch damit nicht genug: Im Anschluss an die Aufführung in Berlin wird es eine Podiumsdiskussion zum Thema Euthanasie geben, an der auch die Schüler aus Haar teilnehmen dürfen. Den Kontakt nach Berlin vermittelt, hat übrigens die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, Verena Bentele. Sie war bei der Preisverleihung „andersartig gedenken on stage“ dabei, die ebenfalls in Berlin stattfand, und bei der die Haarer mit dem dritten Preis belohnt wurden.

„Es ist genau das eingetreten, was wir uns so sehr erhofft haben: Das Stück und das wichtige Thema finden große Beachtung“, freut sich Jürgen Partenheimer, der Vorsitzende der Haarer Bürgerstiftung, die das Projekt initiiert, organisatorisch unterstützt und finanziert hat. 

Weitere Gastspiele

Außer in Berlin kann man das Theaterstück „Spurensuche – Was für ein Mensch willst du sein?“ heuer auch noch einmal in Haar sehen: Am 7. Juli um 19 Uhr und am 8. Juli um 11 Uhr, jeweils im Gesellschaftshaus des Klinikums in Haar im Rahmen des Zamma-Festivals. Für die Schauspiel-Gruppe ist das ein ganz besonderer Ort. „Das Gesellschaftshaus wurde in etwa zu der Zeit erbaut, als die erste Eugenik-Konferenz in London stattfand, was wir auch in unser Stück aufgenommen haben“, erklärt Farina Simbeck. Zudem haben die Schüler Gastauftritte an verschiedenen Gymnasien, bei Workshops und an Universitäten. Auch die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg hat wegen eines Gastspiel angefragt.

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