Schon länger beschäftigt sich die Gemeinde mit der weiteren Entwicklung der Südseite des Haarer Bahnhofs.
+
Schon länger beschäftigt sich die Gemeinde mit der weiteren Entwicklung der Südseite des Haarer Bahnhofs.

Gemeinderat pocht auf Gesamtplanung

Die Schmuddelecke bleibt: Vorerst kein neuer Kiosk am Haarer Bahnhof

  • Laura Forster
    vonLaura Forster
    schließen

Wenn es nach Haars Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) geht, hat der Gemeinderat „den Elfmeter verschossen“. Und zwar in Sachen Kioskbau an der Südseite des Haarer Bahnhofs.

Haar - Das Gremium hat sich mit knapper Mehrheit gegen den Vorschlag der Deutschen Bahn und damit die zeitnahe Umsetzung des Neubaus entschieden. Zuerst solle eine Gesamtplanung stehen. Schon länger beschäftigt sich die Gemeinde mit der Südseite des Haarer Bahnhofs. Angedacht waren nach einem Antrag der SPD-Fraktion eine Überdachung der Park-and-Ride-Anlage, außerdem der Kioskneubau und eine Bike-and-Ride-Offensive. Die Themen hatte das Gremium schon im Januar behandelt – jedoch ohne Beschluss.

Bukowski: „Selten genug, dass man bei der Bahn auf offene Türen stößt“

Anfang Februar trafen sich Bürgermeister Bukowski, SPD-Gemeinderatsmitglied Peter Paul Ganzer, Bundestagsabgeordneter Florian Hahn (CSU), Vertreter der Bahn und der DB Station&Service AG zu einem Gesprächstermin über das weitere Vorgehen in Sachen südliche Bahnhofsseite. Der Kiosk sowie der Bau einer Toilette für Busfahrer sei eine deutliche Verbesserung, sagte Bürgermeister Bukowski in der Gemeinderatssitzung. „Ich kann das Projekt in dieser Form nur befürworten“, sagte er. „Es ist selten genug, dass man bei der Bahn auf so offene Türen stößt.“ Laut SPD-Fraktionsvorsitzenden Thomas Fäth sei jedoch zuerst eine gemeinsame Gesamtplanung des Areals von Gemeinde und Bahn notwendig, „damit wir sehen können, wie funktional und harmonisch ein Zusammenwirken sein kann“.

CSU: Chance auf Verbesserung nicht verpassen

CSU-Sprecher Dietrich Keymer merkte an, dass die Bahn nicht auf die Gemeinde angewiesen sei. „Wir sollten nicht auf kleine Punkte bestehen und dadurch das große Ganze aus den Augen verlieren“, sagte er. Nämlich die Verbesserung des Bahnhofs. Wenn die Gemeinde den Vorschlag der Bahn jetzt ablehne, dann könne die Tür endgültig zu sein „und wir müssen uns mit dem zufrieden geben, wie es jetzt ist“. Peter Siemsen (FDP) stimmte Keymer zu. „Lasst uns das Miteinander nutzen und zu einem Füreinander machen“, appellierte er an das Gremium.

Grünen-Fraktionsvorsitzender Mike Seckinger störte sich daran, dass die Gemeinde Kosten in Höhe von 96 000 Euro für den Neubau des Kiosk zahlen soll. „Warum sollen wir einem Wirtschaftsunternehmen Geld geben, um auf ihrem Grundstück etwas zu errichten?“, fragte er.

Grüne und SPD stimmen für Gesamtplanung

Schlussendlich stimmtem Grüne und SPD mit 15 zu 14 Stimmen gegen die zeitnahe Umsetzung des Kioskneubaus und der Busfahrer-Toilette. Für die CSU ein „unvorstellbares“ Ergebnis. „Die Fraktion der SPD sowie die der Grünen stimmten damit gegen einen Start in eine Bürgermeister-Verhandlung mit der Deutschen Bahn zu diesem Thema und damit gegen eine kurzfristige Beseitigung einer der größten öffentlichen Schmuddel-Ecken von Haar“, heißt es in einer Stellungnahme der Christsozialen. Eine große Lösung werde aus ihrer Sicht so schnell nicht umsetzbar sein.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare