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Fast 800 Jahre Ehe auf dem Rathausbalkon: Einige der Paare mit Bürgermeisterin Gabriele Müller.

Im rathaus

Empfang für goldene und diamantene Hochzeiter in Haar

Haar – Hand in Hand schritten sie durch die Rathaustüre – und insgesamt betraten mit ihnen fast 800 Ehejahre das Standesamt der Gemeinde Haar: 15 Paare waren der Einladung zum Ehejubilä-ums-Empfang gefolgt. Und es wurde ein feierlicher, berührender, aber auch sehr humoriger Moment.

Die Idee zum Empfang hatte Bürgermeisterin Gabriele Müller, die die Haarer Ehepaare zu ihren besonderen Hochzeitsjubiläen bislang immer zuhause besuchte. Und irgendwann hatte sie das Gefühl, dass ihr Erscheinen in den Familien für unnötigen Wirbel sorgte, meldet die Gemeindeverwaltung. Deshalb diese neue Form der Würdigung.

Viele der Paare sahen sich im Trauzimmer um und begannen in Erinnerungen zu schwelgen, während draußen der Regen prasselte. „Genauso ein Wetter hatten wir damals auch – erinnerst Du Dich noch?“, fragte einer der Bräutigame seine Ehefrau, die lachend nickte. Damals hätte man ihnen gesagt, dass das viel Geld in der Ehe bedeute. Darauf warte er heute noch, sagte der Mann im feinen Anzug lachend. Reichtum hätte er dennoch erlangt, betonte er mit Blick auf seine Frau.

Auf das Geheimnis einer langen Ehe engesprochen, kam die Antwort bei vielen ohne Zögern. „Die Liebe ist es, die einen zusammenhält“, sagte eine Dame. Und wenn die im Alltag auch mal unterginge dürfe man nicht gleich aufgeben. Gelassenheit und Geduld seien empfehlenswert – aber die kämen mit dem Alter häufig ein wenig von selbst. Ein Geschenk sei es schließlich, im Alter noch zu zweit sein zu dürfen.

Eine Umfrage hätte wohl Folgendes ergeben: Viele haben damals eine eher kleine Hochzeit gefeiert, und das nach nur wenigen Tagen Volljährigkeit, die mit 21 Jahren erreicht war. Der Grund? Man hätte ja vor der Ehe nie zusammen wohnen können, teilweise war schon ein Treffen schwierig. Glücklicherweise gab es in Haar ja die legendäre „Seufzerallee“, wie die Althaarer augenzwinkernd erzählten. Gemeint ist die Parkanlage zwischen Parkstraße und Untere Parkstraße, wo sich die Pärchen auf Bankerln trafen. Die Hochzeitskleider waren damals zum Teil noch selbstgenäht und wunderschön. 

Beim Auseinandergehen war der Wunsch groß, sich genau in dieser Konstellation in zehn Jahren wiederzutreffen – dann zu Diamantenen und Gnaden Hochzeiten.

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