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Die Theateraufführung am Ernst-Mach-Gymnasium ist gut besucht.

Ernst-Mach-Gymnasium Haar

Großes Theater um die ewige Liebe

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Sanft, zärtlich und ohne Selbstmitleid: Die Gymnasiasten aus Haar haben „Léon und Louise“ stark auf die Bühne gebracht. Eine Geschichte über die ganz große Liebe.

Haar – Das Oberstufentheater des Haarer Ernst-Mach- Gymnasiums spielt mit „Léon und Louise“ eine Liebesgeschichte, die ein Stück Weltgeschichte erzählt. Die Schüler agieren mit Tempo, ohne Hang zu Selbstmitleid oder Larmoyanz, trotz der Tragik einer verlorenen, ganz großen Liebe.

Der Inhalt des Stücks wird nicht nur auf der Bühne, sondern mit einer Stimme aus dem Off dialogartig erzählt. Die Geschichte beginnt im Jahr 1986, Léon le Gall liegt aufgebahrt in der Kathedrale Notre Dame, die Familie sitzt in den Kirchenbänken. Da erscheint eine zierliche, alte Dame, beugt sich über den Sarg, küsst den Toten auf die Stirn, entnimmt ihrer Handtasche eine Fahrradhupe, lässt sie zweimal schellen und legt sie in den Sarg. Sie schenkt der erstaunten Familie ein siegesgewisses Lächeln und verschwindet.

Diese Frau ist Louise, jahrzehntelang die Geliebte und große Liebe Léons. Es beginnt die Geschichte einer Liebesodyssee: 1918 geraten die frisch Verliebten in einen der letzten deutschen Bombenangriffe des Ersten Weltkriegs und verlieren einander. Erst zehn Jahre später sehen sie sich wieder: in der Pariser Metro; in Zügen, die aneinander vorbeifahren.

Unter anderem schlüpfen Neal Coggs (16 Jahre) und Sarah Neukirchen (17 Jahre) in die Rollen von Léon und Louise.

Die Schüler spielen überraschend leise und zärtlich, zugleich leidenschaftlich und pragmatisch. Textsicher, ausdrucksstark in Mimik und Gestik erzählen sie von einer Liebe, die zwei Weltkriege und manch andere Widrigkeit überlebt. Seit Oktober haben sie trainiert.

Thomas Ritter, Leiter der der drei Theatergruppen am EMG, hat das Stück ausgewählt, die Schüler haben sich Sequenzen herausgepickt und diese interpretiert „Das Faszinierende an dem Stück ist das Abstruse“, sagt Neal Coggs (16). „Die Verwirrungen und die Erlebnisse der beiden Protagonisten.“ Liegt Léon gerade noch schwer verliebt in einer Wiese und träumt von seiner Louise, prangern die Schüler dann in zwei langen Szenen düster und gesellschaftskritisch an, wie eine ganze Jugend auf dem Schlachtfeld vernichtet wird. Wie Trauer aussieht und sich anfühlt, wenn Angehörigen die Todesnachricht überbracht wird, weil ein geliebter Mensch im Krieg gefallen ist.

Das Bühnenbild ist, wie man es aus allen Stücken der EMG-Theatergruppen kennt, minimalistisch. Dicke rote Seile sind das einzige beständige Element, der Sarg ist ein Requisitenkoffer auf Rollen, ein fahrbares Sofa und ein roter Stuhl sind in einer Szene im Bild, eine Hupe als Symbol für ein Fahrrad genügt.

Die Inszenierung trägt klar die Handschrift von Thomas Ritter. Wie schon in „Mutter Courage“, „Unter Eis“ oder „Effi Briest“ lässt er das Stück mit der Kraft der Sprache leben, unnötigen oder ablenkenden Schnick-Schnack gibt es nicht, ebenso wenig Schauspieler in Haupt- oder Nebenrollen.

Die Schüler schlüpfen abwechselnd in die Rollen von Léon und Louise. So ist es ein Hut, der den Zuschauern zeigt, wer gerade Léon spielt. Die Musik spielt eine dramaturgische Rolle, die französischen Chansons sind nicht nur Untermalung, sondern wesentlicher Teil des Sprechtheaters, der die Handlung vorantreibt. Das Läuten von Kirchenglocken symbolisiert den Zeitsprung. Am Ende schließt das Stück den Bogen zum ersten Kapitel, und der Zuschauer befindet sich bei der Beerdigung Léons. 

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