1. Startseite
  2. Lokales
  3. München Landkreis
  4. Haar

Erster Handicap-Treff in Haar: Trotzdem mitten im Leben

Erstellt:

Kommentare

Initiatorin Bettina Endriss-Herz ist selbst Rollstuhlfahrerin. Der nächste Handicap-Treff ist am 30. Oktober.
Initiatorin Bettina Endriss-Herz ist selbst Rollstuhlfahrerin. Der nächste Handicap-Treff ist am 30. Oktober. © privat

Brille? Rollstuhl? Rollator? Oder die zerbrechliche alte Mutter am Arm haben? „Welches Handicap hast Du? Und wie kommst Du damit zurecht?“ Das wollten der Behindertenbeirat Haar mit der Jesuskirche von Bürgern wissen.

Haar – Rund 25 Haarer sind der Einladung zum ersten Haarer Handicap-Treff ins evangelische Gemeindehaus gefolgt. Da war die Rentnerin mit Schwerbehindertenausweis, die einfach nur mal schauen wollte, wer sich so einfinden würde zum ersten Handicap-Treff. Denn manchmal fühle sie sich schon ein bisschen einsam, so heißt es in einer Pressemitteilung des Behindertenbeirats, besonders wenn der Aktionsradius durch die Gehbehinderung immer kleiner werde.

Wegen Gehbehinderung setzt sich Peter Bock noch mehr für andere ein

Für einen anderen Rentner war die Gehbehinderung eher Motivation sich noch mehr für andere einzusetzen. Peter Bock heuerte beim Behindertenbeirat an und begann Arztpraxen und therapeutische Dienstleister auf ihre Barrierefreiheit zu testen. Die Auswertung wolle er bald der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, fügte er an.

Im Elektro-Rollstuhl durch den Regen

Nicht bremsen lassen wollte sich auch der 20-jährige Paul Wegner, der unverdrossen im Elektro-Rollstuhl durch den Regen ins Pfarrzentrum rollte. Im Schlepptau immer dabei Mama Petra, die sagte: „Uns gibt es nur im Doppelpack! Ich versuche ihn halt bei all seinen Ideen zu unterstützen!“ Neben solch bewegenden Eingeständnissen meldeten sich im ersten Handicap-Treff aber auch Haarer zu Wort, die einfach nur Hilfe anbieten wollten.

Rikschafahrer würde Rollstuhlfahrer mitnehmen

Beispielsweise der Rikschafahrer, der Rollstuhlfahrer mitnehmen würde. Oder die Lach-Yoga-Therapeutin, die aus Erfahrung wusste, wie wichtig eine starke Seele für einen gesunden Körper ist. „Gerne können wir mal zusammen lachen!“, bot sie an. Die ehemalige Viktualienmarkt-Blumenfrau Erika Schuster würde gerne Nägel mit Köpfen machen und Menschen mit Rollstuhl endlich ein Auto organisieren. Dafür sei sie sogar bereits mit ihrer Bank in Kontakt getreten, berichtet der Behindertenbeirat.

Initiatorin Bettina Endriss-Herz hofft auf weitere Informationen und Tipps

Initiatorin Bettina Endriss-Herz, selbst Rollstuhlfahrerin, wünschte sich für den nächsten Handicap-Treff am 30. Oktober wieder ebenso viel Menschlichkeit, trotzdem nützliche Informationen und interessante Tipps aus erster Hand. mm

Auch interessant

Kommentare