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Einfach mal abhängen: Die Kindergruppe hat sich Spaß beim Bouldern. (v.l.) Matthias Seibold, Fabian Kochanowski, Tobias Schmalhofer, Lena Übermasser, Daniel Schmidt, Nora Schmidt (verdeckt), Nina Schmalhofer (oben), Cinnia Richter, Jugendleiter Maximilian Finke und Simon Übermasser trainieren zusammen.

Klettern ohne Kletterseil

Faszination Bouldern: „Ich mag es, wenn die Arme brennen“

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Ricardo Stiller ist fasziniert vom Bouldern. Im Interview spricht er ber die Faszination Bouldern, das Klettern ohne Kletterseil und Klettergurt, drinnen oder draußen und in Absprunghöhe.

Haar – Vor sechs Jahren nahm ein Freund Ricardo Stiller mit zum Bouldern in den Raum der Sektion Haar des Deutschen Alpenvereins (DAV). Seitdem ist der 20-jährige Informatikstudent aus Neukeferloh im Boulderfieber und regelmäßig im ehemaligen Radlkeller der Mittelschule zu finden.

Herr Stiller, was fasziniert Sie am Bouldern?

Ricardo Stiller: Bouldern sind Sport und große Herausforderung in einem. Ich mag es, wenn ich spüre, dass ich mich richtig angestrengt habe. Es ist ein gutes Gefühl, wenn die Arme brennen. Das soziale Umfeld ist auch richtig cool.

Sind Sie in einer größeren Gruppe, die sich regelmäßig trifft?

Ricardo Stiller: Ich bin zweimal pro Woche im Boulderraum. Der harte Kern sind so fünf bis acht Leute. Aber es variiert schon. Es kann vorkommen, dass ich alleine da bin, manchmal sind wir auch zu fünft. Mit zwei, drei davon schraube ich regelmäßig.

Sie schrauben?

Ricardo Stiller: Ja, so nennt man das Planen von neuen Touren im Raum. Man kann die Griffe wie Schrauben von der Wand entfernen und an einer anderen Stelle wieder einsetzen.

Wie lange dauert es, bis Sie eine neue Tour geplant haben?

Ricardo Stiller bouldert seit sechs Jahren.

Ricardo Stiller: Das Planen geht relativ schnell, nach einer bis drei Stunden ist die Route meistens fertig. Eine Tour besteht immer aus Griffen der gleichen Farbe. Neben den Startgriff kleben wir einen Zettel mit den wichtigsten Details: Wer die Tour geschraubt hat, wie schwer sie ist, an welcher Farbe gebouldert wird und die ungefähre Richtung.

Wie lange dauert es dann, eine Tour auch zu klettern?

Ricardo Stiller: Das hängt von der Schwierigkeit und den Griffen ab. Eine leichte Tour, etwa zum Aufwärmen, schaffen wir oft sofort. Bei den schwereren sieht das schon anders aus. Da kann es schon mal ein halbes Jahr dauern.

Was löst das in Ihnen aus, wenn Sie eine Tour bezwingen, an der Sie Wochen und Monate gehangen sind?

Ricardo Stiller: Es ist einfach geil, wenn man etwas schafft, auf das man so lange hingearbeitet hat. Je länger man daran arbeitet und je öfter man kurz vor dem Ende abgeschmiert ist, desto größer ist auch das Glücksgefühl.

Packt Sie dann auch mal der Ehrgeiz, wenn Sie kurz vor Schluss doch wieder neu anfangen müssen?

Ricardo Stiller: Ich bin eher der entspannte Typ. Deshalb hängt das bei mir stark von der Tagesform ab. An guten Tagen versuche ich das durchaus auch mal drei Stunden. Wenn es gar nicht läuft, bin ich nach einer Stunde wieder weg.

Was machen Sie im Boulderraum, wenn Sie es mal etwas ruhiger angehen lassen?

Ricardo Stiller: Wir planen die nächste Tour oder kümmern uns dabei um die Trainingsgeräte. Dabei läuft dann immer Musik. Deshalb bezeichne ich den Boulderraum scherzhaft als mein zweites Wohnzimmer.

Sie selbst sind über einen Freund zum Bouldern gekommen. Bringen Sie auch ab und an Freunde mit?

Ricardo Stiller: 

Früher oder später landet jeder meiner Freunde zumindest einmal im Boulderraum. Manche kommen dann auch öfter mal vorbei.

Nehmen Sie an den Aktivitäten der Sektion teil?

Ricardo Stiller: 

Wir waren mal mit Maxi (Finke) draußen bouldern, das war schon cool. Ab und zu gehe ich auch mit wandern. Ich finde es gut, dass die Sektion ein breites Angebot hat.

Das Gespräch führte Sebastian Schuch.

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