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Brennt wie Zunder: Die Feuerwehr löscht das trockene Waldstück. 

Tausende Bäume Opfer der Flammen

Großeinsatz: Feuerteufel vernichtet Mischwald

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Junger Mischwald ist am Samstag zwischen Grasbrunn und Keferloh verbrannt, auf einer Fläche von rund 13 500 Quadratmetern. Tausende Bäume wurden Opfer des Feuers. Polizei und Feuerwehr gehen von Brandstiftung aus.

Grasbrunn – Es ist kurz vor 12 Uhr, als der Alarm die Einsatzzentrale der Feuerwehr erreicht. Es brennt im sogenannten Loholz, zwischen Grasbrunn und Keferloh an der B 471. Als dort die Einsatzkräfte der Feuerwehr nur wenige Minuten nach der Alarmierung eintreffen, stehen die zwei Jahre alten Bäume bereits in Flammen. Zu retten ist kaum mehr etwas, obwohl die Helfer mit ihren Löschfahrzeugen auf einem angelegten Weg mitten in das Areal hineinfahren können.

110 Feuerwehrleute im Einsatz

Die 110 Einsatzkräfte der Feuerwehren Grasbrunn, Putzbrunn, Haar und Ottobrunn haben das Feuer um 12.33 Uhr unter Kontrolle. Um 13.02 Uhr ist der Brand gelöscht. Etwa 8000 Fichten, Lärchen und Douglasien sind ein Raub der Flammen. Der Schaden liegt bei geschätzten 15 000 Euro. Verursacht vermutlich durch einen Feuerteufel. Denn nur eine halbe Stunde später brannte es am Samstag auch in der Nähe von Waldperlach – wo es in der vorvergangenen Woche bereits ebenfalls zwei Mal ein Feuer gegeben hatte.

Den Wald auf Grasbrunner Flur, der der von Finckschen Gutsverwaltung gehört, konnten die Einsatzkräfte, unter ihnen auch Kreisbrandinspektion, Polizei und Rettungsdienst, nicht mehr retten. Dennoch zieht Grasbrunns Kommandant Johannes Bußjäger eine gute Bilanz – auch, weil viel Glück den Helfern in die Hände gespielt hat. Zufällig nämlich hatte sich Bußjäger am Samstagmittag mit 20 Mitgliedern des Burschenvereins daheim bei sich auf dem Hof verabredet. Gemeinsam wollten sie Schwaiberl für den Maibaum binden. Doch daraus wurde nichts. Denn schon vom Hof aus konnte man die Flammen im Loholz sehen. Und da die Mehrzahl der Burschen auch Mitglied der örtlichen Feuerwehr ist, wurde aus dem Brauchtumstreffen ruck zuck ein Feuerwehreinsatz mit kurzen Anfahrtsweg.

Aus der Luft gut zu erkennen: Die abgebrannte Waldfläche. 110 Feuerwehrleute verhinderten, dass sich das Feuer weiter ausbreitete.

Grasbrunns Kommandant lobt gute Zusammenarbeit

Im Wald arbeiteten die Grasbrunner mit allen anderen Feuerwehren eng zusammen, insbesondere aber mit der Feuerwehr Haar. Denn beide Wehren üben seit sieben Jahren Waldbrand-Einsätze und haben für den Ernstfall ein gemeinsames Konzept entwickelt. Es sieht vor, dass Löschangriff und Wasseraufbau parallel laufen. In zwei Minuten hätten die Einsatzkräfte die Geräte im Loholz so zusammengebaut, dass 15 000 Liter Löschwasser bereitstanden, sagte Bußjäger. Gute Dienste erwies zudem das speziell für Waldbrände ausgerüstete Löschfahrzeug. „Ich bin froh, dass sich unser Konzept bewährt hat. Es hat sogar noch schneller funktioniert als bei all den Übungen“, sagte Bußjäger. Gemeinsam mit seiner Mannschaft ist er am Sonntag noch ein letztes Mal ins Loholz ausgerückt, um nach Brandnestern zu suchen.

Feuer in München: Waldgebiet bei Grasbrunn stand in Flammen

Für den Förster beginnt ein Wettlauf mit der Zeit

Für Förster Dirk Schmidt beginnt nun ein Wettlauf mit der Zeit. Er wird gleich nach Ostern mit der Wiederaufforstung beginnen. Das abgebrannte Holz bleibt dabei stehen. Schmidt wird rund 5000 neue Bäume setzen lassen. Er muss sich eilen, denn in Kürze ist die Pflanzzeit vorbei. Für den Förster ist es nicht der erste Waldbrand, den er erlebt hat – und hinter dem auch er Brandstiftung vermutet. Schmidt war es auch, der die Einsatzzentrale der Feuerwehr verständigte. Er hatte den Brand von der B 471 aus bemerkt. Er fuhr gerade zum Brotzeitholen für seine Waldarbeiter.

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