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Langer Weg, viel Verkehr: Im Notfall tun sich die Retter schwer, zügig vom Feuerwehr-Gerätehaus bis in den Ortsteil Gronsdorf zu kommen. Die B304 ist stark befahren. Daher gibt’s nun einen zweiten Stützpunkt.   

Wegen Gronsdorf: Haarer Retter richten zweiten Stützpunkt ein

Feuerwehr braucht zu lange

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13 Minuten brauchen die Retter aus Haar bis Gronsdorf - zu lange im Notfall. Darum gibt‘s nun eine Art zweite Wache.

Haar – 13 Minuten braucht die Freiwillige Feuerwehr Haar von ihrem Standort im Katastrophenschutzzentrum an der Vockestraße bis in den Ortsteil Gronsdorf, von der Alarmierung bis zum Einsatzort. Das geht Kommandant Thomas Schwinghammer und seiner Truppe zu langsam. „Zwölf Minuten ist die Grenze“, sagt Schwinghammer. Deshalb rückt die Feuerwehr nun näher an Gronsdorf heran: In einer Gewerbehalle hinter den Gemeindewerken an der Blumenstraße wollen sie ein Löschfahrzeug und einen Mannschaftswagen stationieren plus Spinde mit einer zweiten Garnitur Ausrüstung für Feuerwehrmitglieder, die dort in der Nähe arbeiten oder wohnen. „Das wird ein Pilotprojekt“, sagt Schwinghammer.

30 000 Autos täglich auf der B 304

Bis nach Gronsdorf sind es dann vielleicht noch fünf Minuten, denn die Einsatzkräfte sparen sich den ganzen Weg auf der Münchner Straße (B 304) durch Haar. Auf dieser sind täglich rund 30 000 Fahrzeuge unterwegs. Das hält auf, auch mit Blaulicht und Martinshorn; bei der Anfahrt der einzelnen Feuerwehrleute im Privat-Pkw zum Gerätehaus sowieso.

Bei der Vorstellung des Feuerwehrbedarfsplans im Hauptausschuss hat Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) das Thema angeschnitten. Diesen Plan, 56 Seiten dick, hat die Gemeinde mit den Führungskräften der Feuerwehr Haar und der Kreisbrandinspektion erarbeitet. Und darin steht gleich vorneweg: „Die Gemeinden müssen ihre Feuerwehr so aufstellen und ausrüsten, dass diese möglichst schnell Menschen retten, Schadenfeuer wirksam begrenzen und löschen sowie technische Hilfe leisten können. Hierfür ist es notwendig, dass grundsätzlich jede an einer Straße gelegene Einsatzstelle von einer gemeindlichen Feuerwehr in höchstens zehn Minuten nach Eingang der Meldung bei der Alarm auslösenden Stelle (Hilfsfrist) erreicht werden kann.“ Dass es nach Gronsdorf 13 Minuten dauert, „macht uns ein wenig Sorgen“, sagte Bürgermeisterin Müller. Dort wohnen immerhin gut 1340 der insgesamt knapp 23 000 Einwohner Haars.

Deshalb jetzt das Pilotprojekt mit dem zweiten Standort an der Blumenstraße. Wann der genau in Betrieb geht, steht noch nicht hundertprozentig fest. Aber bei der Feuerwehr Haar geht das sicher fix. Die Motivation und Qualifikation der Mannschaft rühmten alle Fraktionen im Hauptausschuss.

Mitglieder dringend gesucht

Derzeit hat die Feuerwehr 110 Aktive und ist auch bei der Tagesbereitschaft noch gut aufgestellt. Allerdings wird es schwieriger, Nachwuchs zu werben und Mitglieder zu halten, gerade angesichts der hohen Mieten. Die gut 20 Asylbewerber, die sich interessiert hatten, kommen für eine Ausbildung eher nicht in Frage. Viele hätten sich vorgestellt, dass das Angebot der Freiwilligen Feuerwehr ein Praktikum für eine Berufsausbildung sei. Das Hauptproblem aber sind mangelnde Sprachkenntnisse, sagt Kommandant Thomas Schwinghammer: „Wir müssen uns darauf verlassen können, dass im Einsatz Befehle richtig verstanden und ausgeführt werden.“

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