Ein Strich nur beim C ist ein gutes Zeichen: So sieht ein Schnelltest mit negativem Testergebnis aus.
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Ein Strich nur beim C ist ein gutes Zeichen: So sieht ein Schnelltest mit negativem Testergebnis aus.

Mehr Testmöglichkeiten und neue App sollen künftig Alltag erleichtern

Knick in der Impfkurve: Landkreis setzt Fokus auf Schnelltests

  • Doris Richter
    vonDoris Richter
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Der Stopp der Impfungen mit Astrazeneca führt auch im Landkreis zu einem Knick in der bisher stetig angestiegenen Impfkurve. Umso mehr setzt das Landratsamt nun aufs Testen. Lockerungen wird es ab kommender Woche nicht geben.

33 857 Personen wurden bisher geimpft, 14 448 haben den vollen Impfschutz. Während die Impfdosen von Astrazeneca erst mal in den Kühlschränken lagern, geht es weiter: Kommende Woche bekommt der Landkreis 6652 Impfdosen von Moderna und vorwiegend Biontech/Pfizer. Sollte auch Astrazeneca wieder verimpft werden dürfen, ist der Landkreis bereit: Der Impf-Testlauf in sechs Arztpraxen ist laut Landrat Christoph Göbel gut verlaufen – „abgesehen von den bürokratischen Hindernissen“. Jetzt sollen zusätzliche 15 Praxen mit an Bord. Nur 6000 Menschen über 80 Jahre, die für eine Impfung angemeldet sind, wurden noch nicht geimpft. „Unter normalen Umständen wären wir da schon durch“, so Göbel.

Hoffnung auf kontrollierte Selbsttests

Umso wichtiger sei nun das Testen. „Wir sind intensiv dabei, die Testkapazitäten hochzufahren.“ In den Testzentren soll Personal aufgestockt und die Öffnungszeiten erweitert werden. Zudem habe man bei den Gemeinden nach zusätzlichen Räumen und Plätzen angefragt, wo weitere Möglichkeiten zum Testen eingerichtet werden können, etwa leer stehende Gebäude oder Parkplätze. Göbel: „19 Gemeinden haben schon ihre Unterstützung angeboten.“ Neben den PCR-Tests soll es künftig vor allem Schnelltests geben. Und da hofft Göbel auf mehr kontrollierte Selbsttests, die jeder unter Anleitung selbst durchführt. Auch Apotheken wurden angeschrieben und sollen Schnelltests durchführen und auch private Betreiber von Testeinrichtungen hätten sich schon beim Landratsamt gemeldet.

Freistaat liefert keine Schnelltests für Schüler

Ärgerlich sei laut Göbel, dass vom Freistaat noch immer keine Schnelltests für Schüler geliefert wurden. Der Bedarf ist groß: Etwa 18 000 Schnelltests braucht der Landkreis, um seine Lehrer zwei Mal die Woche, 39 000, um die Schüler ein Mal die Woche zu testen. Geliefert wurden bisher lediglich Tests für das Personal für zwei Wochen. Zum Glück hätten die Kommunen selbst bereits Reihentestungen an vielen Schulen begonnen.

Neue App soll Zugang regeln

Obwohl die Inzidenz im Kreis derzeit näher an der 50 als an der 100 liegt, wird es ab Montag keine der geplanten Öffnungen geben. Das Gesundheitsministerium beurteilte am Donnerstag die Lage dafür als nicht stabil genug. Nichtsdestotrotz bereit sich der Landkreis technisch auf Öffnungen vor: Soeben hat er Lizenzen für die Web-App „Darf ich rein?“ erworben, die er Gewerbetreibenden, kommunale Einrichtungen oder Vereinen bereitstellen will. Sie soll ein Baustein sein, um der „Zettelwirtschaft“ ein Ende zu bereiten. Die Idee: Künftig soll jeder, der geimpft oder getestet wurde, das Ergebnis auf dem Handy haben oder ausgedruckt in Form eines QR-Codes. Die Daten werden von „Darf ich rein?“ erfasst und man bekommt, sofern alles passt, Zugang zur Gaststätte oder Sportveranstaltung. Ziel soll sein, dass alle elektronischen Bausteine wie auch die im Gesundheitsamt verwendete Software am Ende zusammenpassen und zusammenarbeiten.

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