Siebter Prozesstag

Frauenmörder versteckt 67 000 Euro im Keller in Haar

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Haar – Seiner Frau gab er pro Monat nur 600 Euro Haushaltsgeld. Damit musste sie auskommen, für sämtliche Ausgaben der fünfköpfigen Familie aus Haar. Im Keller hingegen hortete der 53-jährige Saheb M. 67 000 Euro. Kurz nach dem Mord an seiner Ehefrau im Mai 2015 informierte er einen Freund über die Barschaft.

Die Polizei fand schließlich auf dem Sofa im Wohnzimmer eine Tüte mit der Summe, komplett gestückelt in 500-Euro-Scheinen. Dieser Umstand wurde am gestrigen siebten Prozesstag vor dem Landgericht München I publik. Dort muss sich der Witwer wegen Mordes verantworten. 

Direkt nachdem er seine Frau erschlagen und ihr mit einem Messer die Kehle durchgeschnitten hatte, rief er bei der Rettungsleitstelle an und gestand, seine Frau „totgemacht“ zu haben. Ein Polizeibeamter berichtete gestern über sämtliche Umstände rund um die grauenhafte Tat. Er rekonstruierte die Wohnung anhand von 360-Grad-Aufnahmen.

Zu sehen bekamen die Prozessbeteiligten eine kleine, aber gemütlich eingerichtete Wohnung der Familie in Haar. In der Küche standen die noch nicht leergetrunkenen Kakaogläser der Kinder. Mit einem kleinen Teil des gebunkerten Geldes hätte der Ehemann vielleicht die angespannte Ehe retten und den Mord verhindern können. Denn seine Frau (41) litt unter der Eintönigkeit des Familienalltags. Sie träumte von Ausflügen mit den Kindern, von Abwechslung. 

Ihr Mann hingegen wollte nach irakischem Recht eine Zweitfrau heiraten. Ob das Geld für die Zukunft des neuen Paares gedacht war oder ob der Angeklagte es tatsächlich für die Kinder angespart hatte, blieb unbekannt. Nach dem Mord hatte er einen Freund angerufen, mit der Bitte, das Geld aufzubewahren. Es sei für die Kinder gedacht.

Die leiden schrecklich unter der plötzlichen Verwaisung. Ein Polizeibeamter sprach von einem Liebesbrief, den die Kinder an ihren inhaftierten Vater geschrieben hatten. Sie würden ihn gerne wiedersehen, doch der Vormund rät vom Besuch des Vaters in der Haft ab. Dem Familiengericht war die angespannte Situation bekannt gewesen. In einer eidesstattlichen Versicherung hatte die Ehefrau von ihrer Todesangst berichtet, dass sie sich nachts im Schlafzimmer verbarrikadiere, aus Angst vor ihrem Mann. Der Prozess dauert an.

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