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Die Scherben des Fensters liegen noch auf dem Boden: Das Vereinsheim der Kleingartenanlage und 34 Häuschen haben die Täter aufgebrochen. Der Drucker auf der Bank vor dem Fenster sollte auch mit; wäre nicht Vorsitzender Anton Menrath gewesen. 

In Kleingartenanlage

Gartler-Chef ertappt Einbrecherbande in Ottendichl

Haar - Anton Menrath (50) war in der entscheidenden Sekunde zur Stelle. Durch sein überlegtes Handeln hat er drei Dieben in der Ottendichler Kleingartenanlage einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sie wurden gefasst, das Diebesgut sichergestellt. So hat Menrath den Einsatz erlebt.

Am Montagmorgen um vier Uhr hat Anton Menrath, vorsitzender des Kleingartenvereins in Ottendichl (Gemeinde Haar),eine Diebesbande ertappt. „Es war reiner Zufall, dass ich zur Stelle war“, sagt Menrath. „Erst jetzt wird mir allmählich klar, was hier in den frühen Morgenstunden passiert ist.“ Menrath, Mitarbeiter im Auslieferungslager des Münchener Merkur und dertz, kam um vier Uhr früh von der Arbeit und wollte noch schnell die neuen Fenster für sein Gartenhaus dort abladen. Am Parkplatz stand der Wagen eines anderen Gartlers. „Der hat hier gearbeitet und dann in seinem Haus geschlafen.“

Beute zum Abholen bereitgestellt

Als Menrath jedoch näher hinschaut, sieht er beim Vereinsheim fein säuberlich aufgereiht Motorsägen und weitere Geräte liegen. Als er die grüne Maschendrahtzaun-Tür zur Anlage öffnet, fällt ihm auf, dass dort zehn Schubkarren stehen, schwer beladen mit Batterien der Solaranlagen, Schaufeln, Hacken, Rasenmähern, Gartenschläuchen und Werkzeugkästen. Da war ihm klar: „Hier wurde eingebrochen! Ich habe kehrt gemacht und vom Parkplatz aus die Polizei gerufen. Dass die Täter ja noch in der Anlage hätten sein können und ich potenziell in Gefahr war, das war mir nicht bewusst.“

Polizei sucht Täter mit Hubschrauber

Aufgrund Menraths Angaben rückten nicht nur Polizeistreifen, sondern auch ein Hubschrauber an, der mit Wärmebildkameras das Gelände nach Personen absuchte. Außer dem schlafenden Kleingärtner haben sie jedoch niemanden geortet.

Noch während Menrath den Beamten seine Beobachtungen schilderte, kam aus Richtung Vaterstetten auf der Ottendichler Straße ein weißer Kombi angefahren. Menrath sagte eigentlich scherzhaft zu einem Beamten: „Das werden sie sein, die holen ihr Diebesgut!“ Was als Scherz gedacht war, erwies sich als Tatsache. Die Polizei verfolgte und stellte den Kombi und tatsächlich: Die drei Rumänen im Wagn wurden als die Männer identifiziert, die in die Kleingartenanlage eingebrochen waren. Die Polizei ermittelt derzeit, ob die Täter noch für weitere Einbrüche in dieser Nacht verantwortlich und nur zum Einsammeln des Diebesgutes in die Kleingartenanlage zurückgekommen sind. Erkenntnisse hierzu wird es nach Aussage eines Polizeisprechers im Münchner Präsidium erst im laufe dieser Woche geben.

34 Häuschen aufgebrochen

Mehrere Stunden müssen die Täter in der Kleingartenanlage Ottendichl zugange gewesen sein. 34 der insgesamt 124 Schrebergarten-Häuschen wurden aufgebrochen, mit einem Stemmeisen oder sogar mit einer Flex die Sicherheitsriegel vor den Türen geöffnet. Lohnenswert sind vor allem die Batterien der Solaranlagen. „Die bringen dann schon noch richtig Geld“, sagt Anton Menrath, der seit einem Jahr Vorsitzender der Kleingartenanlage ist. Einige der Bestohlenen sind derzeit im Urlaub, die habe er versucht anzurufen oder anzumailen, einige wissen noch nichts von ihrem Unglück. „Ich habe erst mal provisorisch die Hütten gesichert und etwas Ordnung gemacht“, sagt Anton Menrath, den die letzten Tage ganz schön mitgenommen haben. „Ich realisiere erst nach und nach, was passiert ist. Ein paar Minuten früher und ich hätte die Täter überrascht. Wer weiß, was die dann mit mir gemacht hätten.“

Vorsitzender braucht erst einmal Abstand

Von dem ganzen Trubel braucht er erst einmal Abstand. Der Vorstandsposten ist Ehrenamt, und dass er nun so im Mittelpunkt steht, das sei ihm unangenehm. „Ich habe einfach nur reagiert, wie es hoffentlich jeder andere auch gemacht hätte.“ Die Ottendichler Anlage liegt etwas außerhalb. In der Nacht – vor allem unter der Woche – sind so gut wie keine Gartler vor Ort. Sie ist bereits zum zweiten Mal betroffen. Auch beim ersten Mal wurden die Gartentüren aufgehebelt, die Diebe entkamen jedoch unerkannt. Anton Menrath empfiehlt, möglichst nichts Wertvolles im Haus zu lassen. „Denn solche Einbrüche sind nicht zu verhindern, das geht leider vielen Kleingärtnern so.“

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