Gemeinde Haar gründet eigenes Wohnbau-Unternehmen

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Haar - Die Gemeinde Haar wird ein kommunales Wohnbau-Unternehmen gründen. Sie will damit für günstigen Wohnraum am Ort sorgen. Und sich zugleich der „Baugesellschaft München-Land“ entgegenstellen.

 Ihr wirft Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) vor, günstige Grundstücke einzufordern, den Kommunen zu wenig Mitspracherecht einzuräumen und Gewinne nicht umzuverteilen. Die Starteinlage des neuen Unternehmens liegt bei einer Million Euro.

 In der Gemeinderatssitzung am 20. Dezember soll das „Kommunalunternehmen Wohnungsbau Haar“ (KWH) gegründet werden. Schon von Januar an soll es drei große Vorhaben im Wert von insgesamt von 13,8 Millionen Euro abwickeln. In einem weiteren Schritt könnten die bestehenden 190 Gemeindewohnungen ins KWH überführt werden. „Wir behalten so unser Tafelsilber, die Grundstücke. Wir kontrollieren die Mieten und den Zustand der Häuser und können schnell und flexibel bauen“, sagte Gabriele Müller im Hauptausschuss. 

Vorbilder habe es in der Vergangenheit viele gegeben: Unternehmens-Wohnungen der Fugger oder von BMW, später Genossenschafts-Wohnungen sowie kommunaler Wohnraum. „Auch wir in Haar hatten große Siedlungen, doch zur Jahrtausendwende haben alle beschlossen, nun ist’s genug und ihre Wohnungen gegen einen satten Profit verkauft.“ Aus ihrer Sicht ein ganz großer Fehler, denn die Mieten stiegen, viele Häuser und Wohnungen verfielen. „Wenn wir da mitmischen wollten, etwa am Jagdfeld, merkten wir, wie schnell uns finanziell die Luft ausging gegen die privaten Konzerne.“ 

Die Gemeinde sei trotzdem nicht untätig gewesen, habe mit der „Baugesellschaft München-Land“ 228 Wohnungen gebaut, 190 Wohnungen besitzt die Kommune noch selbst. Im Jahr 2009 wurde das „Haarer Modell“ eingeführt, das 25 Jahre günstige Mietpreise garantiert. Doch danach passierte nichts mehr. Müller bemängelte, dass die Mieteinnahmen der 190 gemeindlichen Wohnungen nicht auf ein separates Konto fließen, sondern in den allgemeinen Gemeindehaushalt. „Dort dürfen wir nichts ansparen, eine Entnahme ist sehr aufwändig“, sagte sie. Auch das ein Grund für das „Kommunalunternehmen Wohnungsbau Haar“. 

Gründung soll am 20. Dezember sein, einen Tag später könnten Kämmerer Günter Rudolph für die Finanzen und Bautechnik-Leiter Reimar Pfalz für die baulichen Belange als Geschäftsführer ihre Arbeit aufnehmen. Erste Projekte sind Neubauten an der Katharina-Erhard-Straße für acht Millionen Euro und an der Herzogstraße in Gronsdorf für 5,7 Millionen Euro. Außerdem soll ein Wohnhaus an der Defreggerstraße am Waldfriedhof für 150 000 Euro saniert werden. Um die Kosten tragen zu können, setzt die Gemeinde auf Kredite und hofft auf Zuschüsse aus dem Kommunalen Wohnungsförderungsprogramm des Freistaats. 

Die Gemeinderäte im Ausschuss sprachen sich einstimmig für die Neugründung aus. Die Entscheidung liegt jetzt beim Gemeinderat.

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