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Begehrte Immobilie: die ehemalige BND-Schule. 

Innenministerium siedelt Behörde an

Gemeinde Haar schaut beim BND-Gelände in die Röhre: Hacker folgen auf Spione

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Die Gemeinde Haar hätte gerne das BND-Gelände an der Wasserburger Straße übernommen. Doch jetzt hat sich schnell herausgestellt: Daraus wird nichts.

Haar – Nach dem Weggang der BND-Schule soll eine Cyber-Crime-Abteilung des Innenministeriums in die Kaserne an der Wasserburger Straße in Haar einziehen. Seit dem 14. Januar sind die Nachwuchs-Spione des BND ausgezogen, bis Ende März läuft noch der Mietvertrag, danach hätte die Gemeinde Haar das verkehrsgünstig und nahe der Ortsmitte gelegene Areal gerne gekauft. Doch nun kam die Absage aus dem Bundesfinanzministerium.

Staatliche Hacker für das Bundesinnenministerium

So wie es aussieht, werden die Schlapphüte von den staatlichen Hackern von „Zitis“ abgelöst: Die „Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich“ wird seit April 2017 aufgebaut und hat ihren aktuellen Sitz an der Zamdorfer Straße in München-Steinhausen. Laut Zitis-Präsident Wilfried Karl sind die Kunden das Bundeskriminalamt, die Bundespolizei und das Bundesamt für Verfassungsschutz, über diese erreiche man auch die Behörden der Bundesländer. Zitis arbeitet behördenübergreifend und will Ansprechpartner sein für Forschung und Industrie.

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Wie Karl weiter ausführt, tut seine Behörde Dinge, die es so bisher noch nicht gab: Forschung in den vier Bereichen Telekommunikationsüberwachungstechnik, IT-Forensik, Verschlüsselung und Big Data beziehungsweise künstliche Intelligenz, also der Auswertung unstrukturierter Daten in großer Menge. Alles Themen, die unter dem Begriff „Cyber“ zusammengefasst werden. Die staatlichen Hacker sollen so die Speerspitze sein im Kampf gegen Terrorismus und Kriminalität im Internet.

Der Behörde wird es anderswo zu eng - ab 2023 zieht sie nach Neubiberg

Die aktuell gut 100 Zitis-Mitarbeiter in Steinhausen sollen ab 2023 in einem Neubau auf dem Campus der Bundeswehruniversität Neubiberg beheimatet sein und dann auf 400 anwachsen. Weil für diese Abteilung bereits jetzt fortlaufend IT-Spezialisten eingestellt werden, geht der Platz in Steinhausen langsam aus, daher werden sie laut Bundesfinanzministerium teilweise in die Haarer Kaserne einziehen.

Noch bis Ende März ist die Fachhochschule des Bundesnachrichtendienstes (BND) Mieter des Geländes an der Wasserburger Straße/B 304 mit rund 19 000 Quadratmetern. Darauf stehen sechs Gebäuden mit 8000 Quadratmetern Nutzfläche. Die 50 Schüler und Mitarbeiter sind bereits Ende 2018 nach Berlin umgezogen. Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) hatte betont, dass die Gemeinde großes Interesse an dem Gelände habe und es kaufen wolle: „Wir können uns hier sehr gut die gemeindliche Weiterentwicklung mit Wohnungsbau und Gewerbe zur zentralen Nahversorgung wie auch eine schulische Nutzung vorstellen.“

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Besitzer des Geländes samt Gebäuden ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Müller schrieb sofort nach Bekanntwerden des Umzugs der Nachwuchsspione einen Brief an ihren Parteikollegen und Bundesfinanzminister Olaf Scholz, in dem sie ihren Bedarf zu guten Konditionen anmeldete.

„Für den Verkauf in absehbarer Zeit nicht zur Verfügung“

Deutlich rascher als erwartet kam nun die negative Antwort. Es bestehe weiterhin Bundesbedarf für die Zitis. Eine direkte Anschlussnutzung soll, so teilte man der Gemeinde in einem Brief mit, den gesamten Bestand mit den Wohnbereichen, Lehrsälen und Bereichen zur praktischen Forschung umfassen. Die auf dem Haarer Gemeindegebiet gelegene Liegenschaft stehe daher „für den Verkauf auch in absehbarer Zeit nicht zur Verfügung“, teilt der Ministeriums-Sprecher mit.

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Angeblich prüft aber auch das Landesamt für Denkmalpflege, so verkündete die zweite Bürgermeisterin Katharina Dworzak im Bauausschuss, die ehemalige Kaserne in die Denkmalliste aufzunehmen.

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