Großbaustelle am Haarer Bahnhof. 
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Großbaustelle am Haarer Bahnhof. 
Trotz massiver Absperrungen versuchten Pendler, übers Nordportal zum Bahnhof zu gelangen. Die Bautafel zeigt, wie der neue Bahnhof einmal aussehen wird.
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Trotz massiver Absperrungen versuchten Pendler, übers Nordportal zum Bahnhof zu gelangen. Die Bautafel zeigt, wie der neue Bahnhof einmal aussehen wird.
Dennoch äuft alles nach Plan, sagt Bauleiter Max Ottens (rechts). 
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Dennoch äuft alles nach Plan, sagt Bauleiter Max Ottens (rechts). 
Rolando Nardi (r.) vom Eiscafe am Bahnhof hat wegen des Krachs - er wohnt über seinem Geschäft - wenig geschlafen. 
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Rolando Nardi (r.) vom Eiscafe am Bahnhof hat wegen des Krachs - er wohnt über seinem Geschäft - wenig geschlafen. 
Marie-Theres Schmid (ganz rechts) parkte bisher täglich auf dem P + R Parkplatz
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Marie-Theres Schmid (ganz rechts) parkte bisher täglich auf dem P + R Parkplatz.

Nordzugang gesperrt

Großbaustelle am Bahnhof Haar

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Über die Osterfeiertage ist der Nordzugang zum Bahnhof Haar abgerissen, die Schienen für Gleis 5 sind verlegt worden. Betroffen und eingeschränkt sind Pendler und Anwohner, sie tragen es jedoch gelassen; in der Vorfreude auf einen schönen Bahnhof.

Haar – Acht Millionen Euro investiert die Gemeinde Haar für die Barrierefreiheit und Verschönerung des Bahnhofsgeländes. Eine große Anschlagtafel mit Computerbild zeigt, wie der neue Bahnhof ausschauen wird. Wenn alles planmäßig läuft, wird die Einweihung für Haar ein wunderschönes Weihnachtsgeschenk. Feuchte, übel riechende und dunkle Ecken, aber auch steile Treppenanlagen am Bahnhof gehören dann der Vergangenheit an, und Bürgermeisterin Gabriele Müller hat endlich keinen Schandleck mehr, für den sich die Gemeinde schämen muss, sondern einen Bahnhof, der sich sehen lassen kann.

Schandfleck verschwindet

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. In den vergangenen Tagen wurde der P+R Parkplatz abgerissen, der Nordzugang gesperrt und in einer Nachtaktion von Gründonnerstag auf Karfreitag die Schienen auf Gleis 5 auf zwölf Metern entfernt. Die Bahnkunden mussten einen Umweg inklusive 27 Treppen über die Leibstraße von etwa einem Kilometer in Kauf nehmen. Die Züge stadteinwärts verkehrten im 30- statt 20-Minuten Takt. „Das war für die Abdichtungsarbeiten zum künftigen Tunnelzugang unumgänglich“, sagt Bauleiter Max Ottens. Er konnte am Karsamstag schon wieder lachen, die vier Tage vor Ostern waren ganz schön anstrengend für ihn und seine Arbeiter. „Wir haben rund um die Uhr gearbeitet, dafür hatten am Ostersonntag alle frei!“ Die Arbeiten sind im Plan. „Der erste Zug am Dienstagmorgen um 4.45 Uhr kann durch!“

Gefährlich: Pendler missachten Absperrungen 

Sorgen machte ihm, dass trotz massiver Bauzäune viele Bahnkunden auf zum Teil abenteuerliche Weise versuchten, vom Sportpark zu den Gleisen zu kommen. Nur massives Einschreiten hätte geholfen. „Gut ein Dutzend täglich versucht es immer noch“, bestätigt Frank Meier. Er steht am Gleis als Zugschlussmeldeposten. Aufgrund des gegenläufigen Schienenverkehrs meldet er per Funk dem Fahrdienstleiter nach Trudering, wenn sich die S-Bahn-Türen schließen und die Bahn Richtung München abfährt. „Eine doppelte Sicherheitsmaßnahme“, sagt Meier, „aber wichtig, damit nichts passiert.“

Zehn Minuten Umweg

Auch die meisten S-Bahn-Fahrgäste nehmen die Unannehmlichkeiten ohne großes Murren hin. Ein Danone-Mitarbeiter braucht gut fünf Minuten länger als sonst zum Zug. „Das bisschen Mehr an Bewegung schadet nicht und es hilft ja eh nicht, sich aufzuregen. Und außerdem haben wir dann endlich einen schönen Bahnhof.“ Eine junge Frau eilt heran. Sie weiß zwar schon seit längerem via Firmenrundmail, dass der Nordzugang gesperrt ist, „aber ich muss ganz außen herum und brauche doch zehn Minuten. Ich habe meinen Rhythmus noch nicht eingestellt.“ Marie-Theres Schmid findet den Umweg nervig. „Aber es gibt ja keinen Ausweg, und so lange dauert es nicht.“

Eglfing bliebt bis Ende April abgehängt

Bis Ende April bleibt das Eglfinger Gewerbegebiet noch abgehängt, dann gibt es von Norden einen Behelfszugang und eine Rampe. „Allerdings bleibt der Marie-Luise-Fleißer-Weg noch bis Ende September gesperrt, und auch die Baugrube am Nordtunnel“, sagt Bauleiter Ottens. Dafür gelangt man von der Eglfinger Seite über ein sanftes Gefälle in den Bahntunnel bis zum Aufzug.

„Also ich hab’ die letzten Tage ganz schön wenig geschlafen“, sagt Rolando Nardi mit einem Grinsen. Der Besitzer des Eiscafés Firenze auf der Südseite des Bahnhofs wohnt über seinem Geschäft. „Da hat man die Presslufthämmer und Bagger schon ganz schon gehört.“ Da aber fast alle Fahrgäste nun über die Südseite kommen, habe er auch einen verstärkten Kundenstrom gespürt.

Bislang keine Beschwerden im Rathaus

Ähnlich die Bäckerei am Bahnhof. „Gerade morgens waren doch einige neue Gesichter dabei, Pendler, die sich noch schnell etwas für die Bahnfahrt gekauft haben. Dass die Kunden verärgert sind, davon habe ich bisher noch nichts gemerkt“, bestätigt ein Bäckerei-Verkäufer.

Auch im Haarer Rathaus war nichts von Unmut oder protestierenden Bürgern zu hören. Die für Rückfragen oder Beschwerden angegebene Telefonnummer auf den Schildern entlang des Bauzaunes hat keiner gewählt. Auch auf der Facebook-Seite blieb es bis auf eine Nachfrage, wie lange die Nachtarbeiten denn dauern, ruhig.

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