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Noch mehr Güterzüge sollen an Haar vorbei donnern. 

Gemeinde ist empört

100 Güterzüge mehr in Haar – ohne Lärmschutz

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Täglich bis zu 100 Güterzüge mehr, die auf den bestehenden Gleisen durch Haar und die Nachbargemeinden donnern, und das alles ohne zusätzlichen Lärmschutz.

Haar – „So kann’s nicht gehen“, sagt die Haarer Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) empört und ist sich darin mit ihrem Gemeinderat einig. So hat sich Haar der Resolution gegen Bahnlärm angeschlossen, die Anrainerkommunen wie Vaterstetten, Zorneding, Kirchseeon und Grafing bereits unterzeichnet haben.

Es geht um zusätzlichen Güterverkehr auf der Bahnstrecke München Richtung Brenner zur Entlastung der Inntalautobahn zwischen Kufstein und Innsbruck. Haar und andere Anrainerkommunen fordern deshalb auf der Bahnstrecke München-Rosenheim „aktive Lärmschutzmaßnahmen wie bei einer Neubaustrecke“. Denn Freistaat und Bahn wollen es sich leicht machen: Die Staatsregierung hat angekündigt, die Zahl der Güterzüge auf dieser Strecke sehr kurzfristig um bis zu 100 pro Tag verdoppeln zu wollen. Mit der Eröffnung des Brennerbasistunnels, voraussichtlich Ende 2028, würde sich die Belastung der Bahnanlieger weiter erhöhen, durch eine nochmalige Verdoppelung der täglichen Güterzug-Frequenz; schneller und länger sollen die Züge auch noch werden.

Der Abschnitt München-Trudering-Haar-Grafing ist vierspurig ausgebaut. Haar ist strikt dagegen, dass Güterzüge über S-Bahngleise geführt werden. Die Haarer verlangen einen 10-Minuten-Takt im S-Bahn-Verkehr, um die Pendlerströme überhaupt noch bewältigen zu können. Mit zusätzlichen Güterzügen auf der Strecke seien weitere Verspätungen programmiert. Und die Haarer verlangen Lärmschutz: „Wir fordern das Eisenbahnbundesamt, die DB Netz AG, die Bundesregierung und die Staatsregierung auf, endlich für einen zuverlässigen Lärmschutz gegen den erheblich belastenden Bahnlärm in unserem Gemeindegebiet vorzugehen“, heißt der Schlüsselsatz der Resolution.

Im Fall Haar ist es so, dass an der Südseite der Bahnlinie nach vielen Hürden zwar eine Lärmschutzwand steht, die die Gemeinde auch noch größtenteils selbst gezahlt hat – doch der Norden ist offen. „In Haar fehlen die dringend erforderlichen aktiven Schallschutzmaßnahmen an der Nordseite der Bahnlinie“, erklärt die Gemeinde in der Resolution. Davon zu schweigen, höre die Lärmbelastung ja nicht an den Gemeindegrenzen auf. Nötig sei ein beidseitiger Lärmschutz entlang der ganzen Bestands- un Ausbaustrecke München--Rosenheim-Kufstein.

Zur Verdeutlichung schreiben die Haarer: „Wegen seiner flächenhaften Ausbreitung ist der Bahnlärm mittlerweile, und hier auch insbesondere in den nördlichen Ortsteilen der Gemeinde Haar zu einer Belastung geworden. Auch der Bannwald ist kein effektiver Schutz gegen den Bahnlärm, wie gutachterliche Untersuchungen zur Bebauung im Jugendstilpark darstellen.“ Dort entsteht ein Neubauviertel für bis zu 2500 Einwohner. Lärm schränkt die Entwicklungsmöglichkeiten ein – und ist gesundheitsschädlich.

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