+
Gut gefüllt war das Kleine Theater mit Bürgern aus dem Haarer Norden.

Bürgermeisterin: Dieser Discounter kommt nach Haar

„Das ist eine Zumutung“: Haarer ärgern sich über Kies-Transporte und Lkw-Sperre

  • schließen

Kies-Transporte, Lkw-Sperre in Trudering und Raser: Bei der Ortsteilversammlung machten die Bürger ihrem Ärger über den Verkehr in Haar Luft. 

Haar – Was die Bürger im Haarer im Norden am ärgsten beschäftigt, das wurde bei der Ortsteilversammlung schnell deutlich: Verkehr, Verkehr und nochmal Verkehr. Es war das Hauptthema, das den Abend im Kleinen Theater prägte. Sei es die Sperrung der Bahnstraße in Trudering für Lkw, zu viele Kies- Transporte oder zu schnelle Autos. Doch teilweise sind der Gemeinde um Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) die Hände gebunden. Eine gute Nachricht konnte sie dennoch vermelden: ein Aldi eröffnet am neuen Maria-Stadler aus (siehe unten).

Besonders intensive diskutiert wurde an diesem Abend, zu dem die Haarer SPD alle Bürger, die nördlich der Wasserburger Straße wohnen, eingeladen hatte, das „Problem“ Kieswerk zwischen Gronsdorf und Salmdorf. Zahlreiche Anwohner beschwerten sich über die schweren und lauten Lastwagen. „Die fangen morgens um 4.30 Uhr an, fahren den ganzen Tag mit irrem Tempo bis tief in die Nacht. Das ist unerträglich“, schimpfte Andrea Hensel – und sprach vielen Betroffenen aus dem Herzen. Müller stimmte ihr zu: „Das ist eine Zumutung, aber das Kieswerk hat eine privilegierte Betriebserlaubnis, wir können das Werk nicht schließen.“

Fahrverbot für Lkw in Trudering: „Wenn die das beschließen...“

Ebenso wenig Einfluss hatte die Gemeinde auf die vom Münchner Stadtrat beschlossene Lkw-Sperrung der Truderinger Bahnstraße, die den Verkehr rund um Salmdorf noch mehr steigern könnte. Ein Lichtblick: Der Stadtratsbeschluss sei laut Müller rechtlich noch nicht gesichert. „Wenn die da schließen, stehen wir am nächsten Tag alle im Haarer Rathaus“, rief eine Frau unter starkem Beifall.

Heiner Strecker beschwerte sich über den zu schnellen Verkehr. „Da sind die Mamis mit ihren SUVs, die ihre Kinder zur Schule oder zum Sport rasen und am Wochenende die jungen Männer, die durch die freien Straßen brausen“, monierte er. Die Gemeinde, führte Müller aus, würde in der Hinsicht gerne viel aktiver sein. „Aber wir dürfen nicht blitzen, nur die Polizei – und die ist personell unterbesetzt.“

Auf eine rege Teilnahme hofft die Bürgermeisterin derweil bei der zweiten Auflage des Mobilitäts-Workshops am 9. Dezember, wo die Gemeinde verschiedene Alternativen vorstellen werde. „Da brauchen wir eine große Beteiligung“, animierte Müller die Anwesenden. Eine wichtige Frage, die an dort diskutiert werden soll, lautet: Soll die Leibstraße eine Einbahnstraße werden oder ein verkehrsberuhigter Bereich, in dem Autos, Radler und Fußgänger gleichberechtigt sind? Beides Möglichkeiten, um zumindest den Verkehr in der Leibstraße zu reduzieren.

Lesen Sie auch: Landrat will Lkw-Verbot auf der B471 anordnen - weitere Gemeinde kommt dazu

Und sonst? Ein Überblick, was sich in Haar so tut

Die Verhandlungen sind geglückt, eine Aldi-Filiale zieht neben das Maria-Stadler-Haus im Jugendstilpark. Im Seniorenheim, verkündete Müller, sei mittlerweile der Alltag eingekehrt, „ein offenes und freundliches Haus, in dem sich die Senioren sehr wohl fühlen“. Das alte Seniorenheim werde umgebaut, ins Erdgeschoss zieht die Gemeindeverwaltung ein, die beiden Stockwerke darüber werden zu 24 Wohnungen für Bürger über 60. „Die Nachfrage danach ist gewaltig“, sagte Müller. 

Insgesamt werde die Gemeinde in den kommenden Jahren viel Geld für Kitas, Kindergärten und Schulen ausgeben, ebenso für bezahlbare Wohnungen. „Aber“, das betonte Müller, „die freie Fläche zwischen Gronsdorf, Salmdorf, Ottendichl und Eglfing bleibt frei als Naherholungsgebiet.“ Beim S-Bahnhof habe man auf der Nordseite ein Vorzeigestück. „Jetzt fehlen noch die Südseite und endlich ein zuverlässiger Aufzug“, sagte Müller. Darauf habe die Gemeinde aber keinen Einfluss: „Wir können uns nur ständig beschweren und hoffen.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ismaning feiert 100 Jahre Schloss-Kauf
Seit 100 Jahren gehört Schloss Ismaning der Gemeinde. Der Kauf war ein finanzieller Kraftakt.
Ismaning feiert 100 Jahre Schloss-Kauf
Schülerin Maria spuckt und beißt - dann greifen die Sozialarbeiter ein
Sie stört permanent den Unterricht, spuckt andere Schüler an und beißt sie: Als Beispiel dafür, was Jugendsozialarbeit alles leisten kann und muss, hat …
Schülerin Maria spuckt und beißt - dann greifen die Sozialarbeiter ein
Einbahnstraße: Anwohner-Votum zwingt CSU zum Umdenken
Die CSU-Fraktion hat ihren im September eingereichten Antrag zur Einbahnstraßenregelung in der Kramerstraße und dem Schlossangerweg sowie zum Halteverbot in der …
Einbahnstraße: Anwohner-Votum zwingt CSU zum Umdenken
Irre Verfolgungsjagd durch Deutschland endet in Garching: „Ich hatte noch Restdrogen intus“
421 Kilometer Flucht quer durch Deutschland: Für eine filmreife Verfolgungsjagd, die nahe Garching (Kreis München) endete, müssen sich zwei junge Männer vor dem …
Irre Verfolgungsjagd durch Deutschland endet in Garching: „Ich hatte noch Restdrogen intus“

Kommentare