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Sparen – aber nicht um jeden Preis: Das steht heuer in Haar an

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Von: Günter Hiel

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Ersatz naht: Das neue Jugendzentrum soll als erster Bau in Haar nach Prinzipien des nachhaltig ökologischen „Cradle-to-Cradle-Konzepts“ errichtet werden.
Ersatz naht: Das neue Jugendzentrum soll als erster Bau in Haar nach Prinzipien des nachhaltig ökologischen „Cradle-to-Cradle-Konzepts“ errichtet werden. © Dieter Michalek

Nachdem der größte Steuerzahler die Gemeinde verlassen hat, muss Haar aufs Geld schauen. Noch ein neues Jugendzentrum will die Kommune dennoch bauen.

Haar – Haar ist klamm. Nach dem Wegzug des Pharmaunternehmens MSD, größter Gewerbesteuerzahler, muss die Gemeinde sparen – aber nicht um jeden Preis. So hat die SPD in der Haushaltsdebatte im Gemeinderat die Situation auf den Punkt gebracht, und alle Fraktionen haben ein Projekt besonders hervorgehoben: Haar leistet sich einen Neubau für das Jugendzentrum „Dino“ am Wieselweg. Das Gebäude aus Betonbausteinen ist nicht nur von der Energiebilanz her ein Dinosaurier. Dafür soll das neue Dino „für das Bauen in unserer Gemeinde völlig neue Impulse setzen“, hat Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) im Gemeinderat verkündet.

Die Jugendfreizeitstätte soll als erster Bau in Haar nach den Prinzipien des nachhaltig ökologischen „Cradle-to-Cradle-Konzepts“ errichtet werden. Wörtlich heißt das „von der Wiege in die Wiege“, ein System der Kreislaufwirtschaft, bei dem im Idealfall keine Abfälle entstehen. „Das ist ein Traum, wir wären ein Pilotprojekt“, sagt Dino-Leiterin Tanja Probst. Der Wille des Gemeinderats, den Neubau anzupacken, kommt nicht nur im Team der Freizeitstätte gut an. „Das finden unsere Jugendlichen super, sie sind sehr glücklich darüber“, sagt Tanja Probst. Für 2022 hat die Gemeinde zunächst 130 000 Euro für Planungskosten in den Haushalt eingestellt. In den Jahren 2023 und 2024 wären dann rund drei Millionen Euro Baukosten fällig.

Online ins Rathaus

Im Frühjahr wird eine neue Homepage online gehen mit digitalen Dienstleistungsportalen im Bereich Einwohnermeldeamt, Gewerbeamt und Bäder-Webshop: In diesem können Karten für die beiden Hallenbäder in Haar und fürs Freibad online gekauft werden. Zu finden sein wird das alles auf der Homepage, www.gemeinde-haar.de in einer eigenen Rubrik.

Ausweis-Terminal

Möglichst noch im Januar soll ein Ausweis-Serviceterminal am Rathaus aufgestellt werden, das erste im Landkreis München. Mit Pin und Fingerabdruck kann man dann seinen Ausweis direkt am Gerät abholen und ist nicht mehr auf Dienstzeiten angewiesen. Wobei im Moment nicht die Technik Probleme macht – aber es gibt Lieferschwierigkeiten für die Platten, mit denen der Standort neu gepflastert werden muss.

Papiertonne

Zum 1. März wird in Haar die blaue Papiertonne eingeführt, kostenlos für Hausbesitzer. Die Gemeinde hofft, damit die Recyclingquote zu erhöhen. Denn in Haar landet weniger als ein Drittel des durchschnittlichen Altpapieraufkommens auch in den Wertstoffcontainern. Offensichtlich scheuen viele den Aufwand, das Papier zu einer Wertstoffinsel zu bringen, beziehungsweise stehen oft vor überfüllten oder verstopften Containern. Auch am „Plastikfasten“ wird sich die Gemeinde wieder beteiligen.

Attraktive Ortsmitte

Haar will sein Ortszentrum mit den vielen Ladengeschäften stärken, im Rahmen eines staatlich geförderten ISEK-Verfahrens (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept). Dafür finden heuer die ersten Beteiligungsrunden mit den Anwohnern und Geschäftsleuten an der Leibstraße statt.

Bürgerhaussanierung

Der Gasthof zur Post und das Bürgerhaus, die den Ortskern mit prägen, bleiben das ganze Jahr wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Haustechnik und Küchenausstattung müssen erneuert, Schäden an der Terrasse und Fassade des Bürgerhauses repariert werden. Da beide Gebäudeteile haustechnisch zusammenhängen, werden Bürgerhaus, Gasthof und Biergarten für ein Jahr geschlossen bleiben. Geschätzte Kosten: sechs Millionen Euro, wobei Bauministerin Kerstin Schreyer bereits einen Förderbescheid über 780 000 Euro übergeben hat.

Misch-Nutzung: Wohnungen für Senioren und Pflegekräfte sowie Teile des Rathauses beheimatet künftig das alte Maria-Stadler-Haus.
Misch-Nutzung: Wohnungen für Senioren und Pflegekräfte sowie Teile des Rathauses beheimatet künftig das alte Maria-Stadler-Haus. © Dieter Michalek

Seniorenwohnungen

Das ehemalige Pflegeheim Maria-Stadler-Haus in der Salmdorfer Straße 2 gleich hinter dem Rathaus wird im Juni fertiggestellt. Seniorenwohnungen und Dienstwohnungen für Pflegekräfte und pädagogisches Personal stehen dann zur Verfügung. Ins Erdgeschoss ziehen Bauverwaltung, Bautechnik und Umweltamt ein.

Neue Kita

Die Kita an der Edith-Hecht-Straße wird bezugsfertig und nimmt im September 2022 ihren Betrieb unter der Trägerschaft der Gemeinde auf.

Neue Fahrt nehmen die Planungen zur Erweiterung des Ernst-Mach-Gymnasiums heuer auf.
Neue Fahrt nehmen die Planungen zur Erweiterung des Ernst-Mach-Gymnasiums heuer auf. © Dieter Michalek

Gymnasium wächst

Die Planungen für die Erweiterung des Ernst-Mach-Gymnasiums nehmen heuer Fahrt auf. Die Erweiterung der Jagdfeldschule gleich daneben hat die Gemeinde im vergangenen Jahr abgeschlossen.

Attraktives Freibad

Das Haarer Freibad bekommt ein neues Kinderplanschbecken, das alle DIN-Normen erfüllt. Dazu kommen noch einige Spielelemente – was zusammen rund 760 000 Euro kosten dürfte.

Wohnungsbau

Die Gemeinde stellt ihr Grundstück in der Johann-Strauß-Straße 1-5 laut Mehrheitsbeschluss des Gemeinderats für genossenschaftliches Wohnen zur Verfügung. Heuer soll sich dazu Interessenten zu einer Genossenschaft formieren.

Mittelaltermarkt

Am dritten Adventswochenende plant Haar den ersten Mittelalter-Christkindlmarkt in der Gemeindegeschichte. Die Erstauflage im vergangenen Jahr ist der Pandemie zum Opfer gefallen; genau wie der traditionsreiche Christkindlmarkt der Vereine, der heuer auch wieder stattfinden soll.

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