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Auch diese Birkengruppe fällt der Motorsäge zum Opfer. Die Bäume sind allerdings teils schon abgestorben.

Ein paar wenige bleiben vorerst stehen

Bäume im Jugendstilpark fallen

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Für die neuen Wohnungen im Jugendstilpark in Haar werden mehrere Bäume gefällt. Einige blieben aber stehen - vorerst.

Haar– Wer in ein Parkgelände 1000 neue Wohnungen und 900 Tiefgaragenplätze baut, der muss Bäume fällen. So wie die Bauherren in Haar im Jugendstilpark. Aber vorher kommt die penible Prüfung durch den Bauausschuss des Gemeinderats. Baum Nummer 337, eine wild aufgegangene Birke an der Vockestraße am Eingang zum Gelände, darf gefällt werden. Das gilt auch für ihre Nachbarn, Nummer 338, 339, 343 und 345. Umweltreferent Andreas Nemetz hat sie sich angeschaut, und seine Diagnose lautet: teils schon abgestorben oder im Absterben begriffen. Die Birkengruppe ist ein Fall für die Motorsäge. Die Bäume stehen einem zusätzlichen Gehsteig im Weg.

Sechs weitere müssen dem Straßenbau beim neuen Kindergarten geopfert werden. Ohne Einwände hat der Bauausschuss die Notwendigkeit dieser Fällung akzeptiert. Nicht so im Falle zweier weiterer Bäume, Nummer 475 und 1092, die im künftigen Wegbereich stehen und deren Fällung vorsorglich beantragt worden ist. Darauf lässt sich der Bauausschuss nicht ein, solange der Wegverlauf nicht exakt ausgemessen und bei einer Ortsbegehung geprüft worden ist. Die Gemeinde Haar macht es sich nicht leicht.

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„Wir haben bewusst gesagt, dass wir Bäume möglichst erhalten wollen und uns deshalb jeden einzelnen anschauen“, erinnerte Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD). Also jeden, der zusätzlich zu den im Bebauungsplan zur Fällung freigegebenen umgesägt werden soll. Bei der Aufstellung des Bebauungsplanes ist 2013 der Baumbestand gezählt und kartografiert worden. 1579 Einzelbäume. Den Bannwald, der nicht angetastet werden darf, nicht mitgezählt.

32 neue Wohnhäuser

Wohnungen für bis zu 2500 Menschen entstehen im Jugendstilpark auf dem 22,5 Hektar großen Gelände des ehemaligen Bezirkskrankenhauses Haar 2 zwischen Vocke- und Leibstraße. 2010 hat der Bezirk Oberbayern das rund 22,5 Hektar große Gelände für rund 40 Millionen Euro an zwei Investoren verkauft: Die Oberbayerische Heimstätte GmbH hat gemeinsam mit ihrer Tochter, der Deutsche Heim Wohnungsgesellschaft GmbH, rund 10,8 Hektar erworben, auf denen sie die Neubauten errichtet. Private Investoren haben den zweiten Teil des Areals mit 14 ehemaligen Klinikgebäuden erworben. In diesen leer stehenden Bestand werden luxuriöse Altbauwohnungen gebaut.

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Das Wohngebiet wird verkehrsberuhigt. Nur an den Rändern, entlang der Leib- und Vockestraße, wird durch Neubauten nachverdichtet. So können möglichst viele Bäume erhalten werden. Insgesamt entstehen als Neubauten 32 Wohnhäuser, zwei Ladenkomplexe, das Seniorenzentrum der Gemeinde mit Betreutem Wohnen, das im Mai bezugsfertig sein soll, und eine Kindertagesstätte. Den ein oder anderen Baum wird sich der Bauausschuss noch ansehen müssen.

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