Ein Bus steht am Haarer Bahnhofplatz, der umgebaut werden soll.
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Der Umbau naht am Bahnhof in Haar - nur in welchem Umfang?

„Gehen wir frontal in Angriff“

Umbau am Bahnhof: Gemeinde will die Deutsche Bahn von großer Lösung überzeugen

  • Günter Hiel
    vonGünter Hiel
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Mit der kleinen Umbauvariante will sich die Gemeinde Haar nicht zufrieden geben. Sie versucht die Deutsche Bahn, von einer großen Lösung für den Bahnhofsplatz zu überzeugen.

Haar – Statt sich mit einem neuen Kiosk zufrieden zu geben, strebt die Gemeinde Haar eine ehrgeizige Lösung an der Südseite des Bahnhofs an: einen vierstöckigen Neubau auf dem bisherigen Parkplatz; mit einem Busbahnhof im offenen Erdgeschoss, Gewerbe in den drei Obergeschossen, und die Autos kommen in einer mehrstöckigen Tiefgarage unter. Über dieses Projekt, beantragt von der SPD, will die Gemeinde mit der Bahn verhandeln, die bereits 2011 Ideen entwickelt hatte, ihre Parkplätze am Bahnhof als Investorenfläche etwa für Wohnungsbau und Lebensmittelhandel besser zu nutzen.

Daraus ist nichts geworden, aber jetzt will die Gemeinde Schwung in die Sache bringen. Denn der Bahnhof hat sich zum wichtigsten Verknüpfungspunkt im Landkreis zwischen S-Bahn und Regionalbussen entwickelt und ein erweiterter Busbahnhof ist dringend nötig.

SPD-Gemeinderat: „Jetzt geht‘s los“

Peter Paul Gantzer (SPD) hat die Bahn bereits angeschrieben. Keine niederen Chargen, sondern gleich den Konzernbevollmächtigten für den Freistaat Bayern, Klaus-Dieter Josel. Den kennt Polit-Recke Gantzer aus seinen 40 Jahren als Landtagsabgeordneter. Josel hat geantwortet: „Einer erweiterten Entwicklung des Bereiches, wie von Ihnen skizziert, stehen wir als Unternehmen jederzeit offen gegenüber.“ Darin sieht nicht nur Gantzer die große Chance, statt Flickwerk eine große Lösung zu erreichen. „Gehen wir frontal in Angriff. Jetzt geht’s los“, spornte Gantzer, ehemals Oberst bei den Fallschirmjägern, seine Ratskollegen im Bauausschuss an. Politische Unterstützung soll von den Bundestagsabgeordneten Florian Hahn (CSU) und Bela Bach (SPD) kommen.

Die CSU steht voll und ganz hinter dieser Initiative. Man wolle auch nicht ums Erstgeburtsrecht streiten, sagte Fraktionschef Dietrich Keymer mit Blick auf den SPD-Antrag, den die CSU in ganz ähnlicher Form schon vor Jahren eingebracht habe. Jetzt biete sich die Chance auf eine große Lösung, und dafür müsse man gemeinsam einstehen. Auch Peter Siemsen (FDP) sprach von einer „inspirierenden Planung“. Skeptisch sind die Grünen. Die Bahn und schnelle Lösungen – das sei ein Widerspruch in sich, warnte Ulrich Leiner.

Gemeinde wartet bis Ende August

Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) und seine Fraktion sowie Siemsen wollen im Gegensatz zur SPD zweigleisig fahren. Die Bahn hat unabhängig von den großen Haarer Visionen bereits Pläne vorgestellt, einen neuen Kiosk zu bauen, samt kleinem Wartebereich. Für Katharina Dworzak (SPD) „ein billiger standardisierter Bau, weit unter unserem Niveau“. Für Bürgermeister Bukowski aber auf jeden Fall eine Verbesserung zum jetzigen Zustand mit einem heruntergekommenen Kiosk, der entsprechendes Klientel anziehe. Ein neuer Kiosk ließe sich auch sicher in die große Lösung integrieren. Wohingegen Gantzer warnte: Wenn man den Kiosk baue und in zwei Jahren die Zusage für das Gesamtprojekt bekomme, werde Haar im Schwarzbuch des Bund der Steuerzahler landen.

Jetzt heißt die Marschroute: Wenn bis zum 31. August 2021 nicht absehbar ist, dass die große Lösung kommt, bewertet der Gemeinderat die Situation neu.

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